Kategorie:Weltkrieg 1914-1918

Aus Keili-Online
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Inhaltsverzeichnis

Bereiche

Weltkrieg 1914-1918 Bilder



Im Frieden-Vorkriegszeit

Strategische Lage

Am Vorabend des 1. Weltkrieges war dem Reich nur Österreich-Ungarn als Bündnispartner verblieben, da man es versäumte, es sich nicht mit Russland zu verderben. Russland, das 1905 gegen Japan verloren hatte, u.a. in der Seeschlacht von Tsushima, näherte sich England und Frankreich an, es kam zur Triple-Entente. Vorprogrammiert war so ein 2-Frontenkrieg für Deutschland. Also musste ein Plan her, wie das Problem zu lösen wäre. Schlieffen sah vor, dass ein schneller Sieg im Westen angestrebt wurde unter Verletzung der Neutralität Belgiens. Wenn dann Franzosen und Engländer besiegt wären, würde man sich nach Osten wenden, um Russland zu schlagen. Entscheidende Komponenten zum Gelingen waren: a) ein schneller Sieg im Westen b) die Russen brauchen lange, um gegen Deutschland offensiv zu werden. Als es los ging im August 1914, misslang der Plan, noch im August marschierten die Russen in Ostpreußen ein und im Westen lief sich der deutsche Vormarsch, siehe Marneschlacht, fest. Was folgte, war dann der zermürbende Stellungskrieg und die Seeblockade der Briten hungerte Deutschland aus.

Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts in zeitgenössischen Feldpostkarten

Reichskriegsflagge-Kaiserliche-Marine.gif
Deutsches-Reich-Reichsfahne.gif

Viele Feldpostkarten stellte mir Gordon Reuter aus Drebach zur Verfügung. Sie stammen aus seiner Familie mütterlicherseits. Sie zeigen aufschlussreich die damals gelebte Zeit. Wir können uns eigentlich nur alle bedanken, dass diese Bilder im Netz stehen!!
Ich wundere mich über damalige Kriegsbegeisterung und frage mich, ob die Welt daraus gelernt hat. Kriege dürfte es danach nicht mehr geben, vor allem wenn ich die Bilder von der Front mir ansehe. Auch aus meiner Familie waren Leute im Weltkrieg Soldaten und haben kämpfen müssen. Wie mag der Krieg in Afghanistan wohl bei den Soldaten ankommen?
Schlimm muss in jedem Fall die Tatsache sein, dass man jeden Tag damit rechnen muss, eine Kugel abzubekommen. Spontan denke ich auch an Remarques Buch 'Im Westen nichts Neues', was die Nazis verbrannt haben. Dort heißt es, dass jeder Soldat dem Zufall vertraut, der ihn am Leben erhält. Ja, und der Grabenkrieg damals hat für jeden Soldaten einen grausamen Alltag bedeutet: Nässe, Kälte, Hunger, Läuse, Ratten, die an den Toten nagen, tagelanges Trommelfeuer und dann kam der Angriff mit den furchtbaren Nahkämpfen. Verwundungen, Verstümmelungen und Angst müssen an der Tagesordnung gewesen sein, dann wurde Gas abgeblasen, erstmalig vor Ypern 1915 und Remarque schreibt, wie die Leute in Klumpen ihre verätzten Lungen ausgekotzt haben. Unvorstellbar dieses Grauen auf dem Schlachtfeld, dann kamen Tanks auf und haben eine Bresche für den Angriff breitgewalzt. Massengräber wurden ausgehoben, Kameraden verscharrt. Und man muss sich fragen:
War das alles für das Vaterland oder worum ging es?
Die Rüstungsfabrikanten wurden immer reicher und Hindenburg sagte wohl, dass ihm der Krieg wie eine Badekur bekomme. Familien bangten um Väter, Söhne, Enkel und dann kam der Postbote mit der traurigen Mitteilung, dass der und der gefallen sei oder im Lazarett liege. Na, ja und dann ist der Krieg endlich aus, die nächste Leidenszeit für die kleinen Leute war geprägt von nationaler Demütigung, vom Verlust des Ersparten, von spanischer Grippe, Unterernährung und Inflation. Menschheit: Wach auf und mache die Schwerter im Zeitalter von Atomwaffen zu Pflugscharen. Wir wollen uns allen wünschen, dass uns oben geschildertes Leid erspart bleiben möge!
Thomas Keilhack 7.3.2011

Das Ringen an allen Fronten stand ganz im Zeichen des totalen Einsatzes in einer gigantischen Materialschlacht. Als der Bewegungskrieg 1914 in einen Stellungskrieg überging, gruben sich Millionen Kämpfer zwischen Nordsee und Schweizer Grenze ein. Was folgte, sollte in den nächsten Jahren keiner Seite einen militärischen Vorteil bringen. Schnell folgte der oben angeführten Kriegsbegeisterung die Kriegsmüdigkeit und unvorstellbares Leid für die einfachen Soldaten auf beiden Seiten.
Selbst das eingesetzte Giftgas brachte nicht den erhofften Durchbruch. 1916 versuchte man schließlich von deutscher Seite aus, den Gegner weißzubluten und zwar vor Verdun. Hier wollte Falkenhayn den Stier bei den Hörnern packen und die Franzosen zwingen, die Vernichtungsschlacht anzunehmen. Über Monate hin verschlang die Hölle von Verdun hunderttausende Soldaten beider Seiten. Trotz deutscher Siege blutete auch das deutsche Feldheer aus. Geländegewinne gingen wieder verloren.
War eine Division an der Front zu Schlacke gebrannt, wurde Ersatz nachgeschoben und dann holten die Alliierten zum Gegenschlag an der Somme aus, was die OHL zwang, Verbände aus der Front vor Verdun zu ziehen. Auch der Einsatz von Tanks brachte zunächst keine Entscheidung, er verstärkte nur das Grauen bei den Soldaten.
Schließlich schied Russland aus dem Krieg aus und 1917 wurde ein Jahr der Entscheidung, denn der uneingeschränkte Einsatz der deutschen U-Boote sollte England in die Knie zwingen und dann traten die US-Amerikaner in den Krieg ein. Frische und gut genährte Truppen marschierten auf die deutschen Linien zu, wo eigentlich Deutschland schon leer war. Selbst die Offensiven 1918 im Frühjahr, nachdem die Bolschewisten Brest-Litowsk unterzeichnen mussten, scheiterten unter furchtbaren Verlusten und brachten die Wende.
Was der Waffenstillstand am 11.11.1918 unter der deutschen Bevölkerung auslöste, kann ich mir sehr gut vorstellen. Wie groß müssen Wut, Enttäuschung und Niedergeschlagenheit gewesen sein.....Es ist kein Wunder, dass wenige Zeit später die Rechten auf der Bühne der Geschichte auftauchen konnten, als die Dolchstoßlegende erklärte, warum wir den Weltkrieg verloren haben.
Heute verfallen die damals aufgestellten Kriegerdenkmäler. Die Namen der Toten verblassen dort immer mehr, wenn ich das auf dem Krumhermersdorfer Friedhof sehe. Der Sandstein rieselt und rieselt auseinander. Wir wollen jedoch nicht vergessen, was damals war. Wir wollen den Gegnern von einst die Hand zur Versöhnung für immer reichen und sagen: „Die Toten mahnen zum Frieden“.
Niemand sollte mehr wegsehen oder den Mund halten, wenn zu Beginn des 21. Jahrhunderts junge deutsche Männer in militärischen Konflikten ihr Leben hergeben. Wacht auf und macht dem Schießen ein Ende, für immer!!!!

Die schwere Artillerie nahm die Anmarschwege des Feindes unter Beschuss. Viele Soldaten sind schon vor dem eigentlichen Einsatz gefallen. Auch das Trommelfeuer war neu. Mitunter dauerte der Beschuss der gegnerischen Stellungen Tage.
Damit sollte es der angreifenden Infanterie leichter gemacht werden, in die sturmreif geschossenen Gräben einzudringen. Vor Verdun eröffneten über 1200 Geschütze auf einmal das Feuer, der Lärm drang bis London. Natürlich sind viele Soldaten verrückt geworden, was man als so genannten Frontkoller bezeichnet.
Ab 1915 wurden dann ebenso Gasgranaten verschossen und viele Kämpfer kamen mit den Giftstoffen in Berührung und Gasmasken gab es zunächst nicht. Übrigens findet man auf einem Hektar des Schlachtfeldes von Verdun fünfzig Tonnen Stahlsplitter. Es ist nicht nachzuvollziehen, wie man in so einer Hölle leben kann. Und 2011 wird in Libyen gebombt und hoffentlich kommen keine Bodentruppen der Allianz gegen Gaddafi zum Einsatz!!!

Kriegssteuerbescheid

Kriegssteuerbescheid 1917 Wolkenstein 42 Mark

Die Oberste Heeresleitung-OHL

Hindenburg-Wilhelm II.-Ludendorff

Schutt und Asche

Liebe Leser! Jeder Krieg hinterlässt neben Toten Berge von Schutt. Im ersten Weltkrieg mussten Frankreich und Belgien als Orte erbitterter Schlachten leiden und weite Landstriche wurden von Granaten umgepflügt. Es ist daher auch kein Wunder, dass die Sieger von Deutschland Reparationen wollten als Wiedergutmachung. Vertraglich wurde das in Versailles festgelegt. Deutschland musste anerkennen, dass es allein mit seinen Verbündeten Schuld an allem hatte. Was 1919 in Deutschland als Diktatfrieden und Schmach für Wut sorgte, spielte den Rechten die Steilvorlage zu. Hitler hat dann ab 1933 Stück um Stück diesen Vertrag von Versailles zerrissen. Nach dem zweiten Krieg lag dann auch Deutschland in Trümmern. Und heute fallen Bomben auf Afghanistan und Libyen, pfui Teufel!

Thomas Keilhack

Im Reich kam 1914 folgender Spruch auf:

„Jeder Schuß-ein Russ`,
Jeder Stoß-ein Franzos`,
Jeder Tritt-ein Britt`,
Jeder Klaps-ein Japs!“

Verdun 1916

Liebe Besucher!

Am 21.2.1916 begann die Schicksalsschlacht vor Verdun. Hier hatte die OHL den Plan, die Entscheidung zu erzwingen. Frankreich sollte hier weißgeblutet werden, wie man sagte. In furchtbaren Kämpfen, in denen auch neue Flammenwerfer eingesetzt wurden, konnten die Deutschen Geländegewinne erzielen und Festungswerke, wie Vaux, einnehmen. Der erhoffte Effekt blieb aus. Auch Deutschland blutete in dieser Materialschlacht aus. 698831 Soldaten beider Völker verloren ihr Leben dort. Heute mahnt Verdun zum Völkerfrieden und es ist gut so, dass Deutsche und Franzosen Freunde sind.

Thomas Keilhack April 2011

Feldmarschmäßige Ausrüstung bedeutet für den einfachen Soldaten, dass er ins „Feld“, d.h. in den Einsatz und ins Gefecht, geht. Seinerzeit schleppte der Soldat Tornister, Karabiner, Decke, Pickelhaube oder Stahlhelm, Koppel mit Patronentasche und Munition, Bajonett, Kochgeschirr und Trinkflasche bzw. eiserner Ration durch die Gegend.
Bei kilometerlangen Märschen drückten die Stiefel und die Last. Bei Rasten zog man gar nicht erst die Stiefel aus in der Befürchtung, sie nicht wieder an die Füße zu bekommen. War jemand gefallen, wurde das Gepäck nach persönlichen Dingen durchsucht, die dann die Angehörigen zugeschickt bekamen.
Die Ausrüstung war im 2. Weltkrieg nicht wesentlich anders und auch noch in der DDR wurde ein Sturmgepäck auf die Spinde gestellt. Die Atemschutzmaske als Schutz vor chemischen Angriffen ist heute Standard.
1915 machten die Soldaten mit Urin getränkte Lappen vor Mund und Nase, um sich zu schützen, weil die Gasmasken erst während des Krieges, wie der neue Stahlhelm 1916, eingeführt wurden.
Heute muss ein Soldat der Bundeswehr, der in Afghanistan im Einsatz ist, feldmarschmäßig so um die 40 Kilo tragen. Auch die Ausrüstung ist natürlich moderner geworden.

Thomas Keilhack 13.4.2011

Die feldmarschmäßige Ausrüstung unserer Infanterie

„Der feldmarschmäßig ausgerüstete Infanterist führt mit sich den Tornister, und in diesem:
1 Hemd, 1 Unterhose, vier Paar Socken, 1 Paar Schnürschuhe, 1 Fettbüchse, Putz- und
Kleiderbürste, Kordel, Werg, wollene Lappen und Rundholz zum Gewehrreinigen, ferner von
Nahrungsmitteln die eiserne Ration, bestehend aus 3 Büchsen Kaffee, einer Büchse
Fleischkonserven, einen Salzbeutel, einem Paket Gemüsekonserven und einem Päckchen
Zwieback. Der Tornister birgt außerdem einen Zeltbeutel mit 3 Schnüren, 3 Zeltstöcken,
3 Pflöcken mit Eisenspitze. Daneben befinden sich im Tornister noch 30 Patronen. Auf dem
Tornister trägt der Soldat den gerollten Mantel mit der Zeltbahn und das Kochgeschirr, am
Koppel das Seitengewehr und die Seitentasche, zwei Patronentaschen mit zusammen 90
Patronen, einen Spaten, ein Beil oder Steigeisen oder einer Drahtschere, einen Brotbeutel, eine
Feldflasche und im Brotbeutel noch 60 Patronen. In jeder Korporalschaft trägt zudem je ein Mann
einen Wassersack. In der Innenseite des Waffenrocks-vorn und leicht zu erreichen-trägt jeder 
Mann in einer kleinen Tasche Verbandstoff mit Binde; dabei liegt eine genaue
Gebrauchsanweisung. Endlich hat jeder Soldat auch ein Gebetbüchlein seiner Konfession bei sich.
Um den Hals tragen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften den Brustbeutel mit der
Kriegserkennungsmarke. Die Gesamtausrüstung, einschließlich Gewehr, wiegt jetzt etwa 
70 Pfund. Die Kleider sind aus bestem Stoffe, die Hosenknöpfe doppelt angenäht für den Fall,
daß einer abreißt. An der Hose ist eine Schlinge für die Uhrkette und ein kleines Uhrtäschchen.
So ist bis in die kleinste Einzelheit für den Soldaten gesorgt.“

Quelle: Zeitung „Nach Feierabend“ 1914


Kriegsjahr 1916

Ereignisse im Überblick:
a) Schlacht von Verdun
b) Schlacht an der Somme
c) Rumänien tritt auf Seiten der Entente in den Krieg ein
d) Seeschlacht vor dem Skagerrak

Feldpost

Die Feldpost war für die Soldaten von immenser Bedeutung. Sie war sozusagen der Draht in die Heimat. Man kann sich vorstellen, was es im Schützengraben bedeutet hat, wenn die Post verteilt wurde. Post zu bekommen, war genauso wichtig wie die Verpflegung. Wenn eine Gefechtspause es erlaubte oder hinten in der Etappe, wurden von den Männern Postkarten an die Lieben geschrieben. Viele Motive sind nun Dank einer Schülerin hier zu sehen.
Ihr Verwandter hat ganz oft an seine Liebste im Erzgebirge geschrieben. Auch heute noch gibt es die Feldpost für unsere Soldaten, die an der Front in Afghanistan die Taliban bekämpfen. Übrigens, es hat jemand deren Feldpost geöffnet.......................................................................................

Thomas Keilhack 13. April 2011

Der Name Somme taucht als Schlachtenort auch 1916 auf. Dort starteten die Alliierten eine Großoffensive, um Verdun zu entlasten. Deutsche Truppen wurden von da nach dort gefahren. Das Trommelfeuer zur Einleitung der Offensive muss furchtbar gewesen sein. Trotzdem gelang es Franzosen und Engländern nicht,
die deutsche Front entscheidend aufzureißen. Die Verlustzahlen haben übrigens die ganze Nation in Großbritannien erschüttert. Allerdings wurden nun in Deutschland die Reserven knapp. Immer jüngere Soldaten wurden als Ersatz nachgeschoben.

Wachparade deutscher Truppen in Lille

In den großen französischen Städten, die erobert und besetzt waren, hielten die Deutschen als Zeichen ihrer Macht Paraden ab.
Im Bild ist die Stadt Lille zu sehen. Was werden wohl die Franzosen empfunden haben, wenn sie das sahen?

Jede Division hatte ihre eigenen Leute, die damit zu tun hatten, die gefallenen Kameraden würdig zu bestatten. Glücklich konnte sich der schätzen, der ein eigenes Grab mit Kreuz bekam. Viele Leichen wurden einfach im Niemandsland von Ratten zernagt, verwesten an der Luft oder wurden in Granattrichter geworfen, die dann halt Massengrab waren.

Kavallerie

Der Kavallerie kam nicht mehr die Bedeutung zu wie im letzten Krieg noch 1870/1871 gegen Frankreich.
Trotzdem konnte die Armee nicht auf den Einsatz von Pferden verzichten. Selbst im 2. Weltkrieg war das Pferd im Kriegseinsatz.

Die Eisenbahn

Truppenzug

Mit der Eisenbahn wurden die Truppen in ihre Bereitstellungsräume oder an die Front gefahren.
Während der Fahrt mussten die Soldaten im Waggon schlafen und essen. Es konnte auch vorkommen,
dass sie mit dem Zug von einem Frontabschnitt an den nächsten gekarrt wurden.
Nach dem Ausladen ging dann in der Regel der Ernst los. Man musste an die Front marschieren und einen Truppenteil,
der zu Schlacke gebrannt war, ablösen. Meist lagen die Anmarschwege unter schwerem Artilleriefeuer.
Die Wege waren grundlos. Schließlich erreichte der Ersatz die Hauptkampflinie und musste in die Schlacht.



Zuruf an Deutschland

von Julius Otto

Deutsches Land, du schönes Land,
stark durch deutscher Treue Band!
Wenn der Kriege Stürme brausen,
wenn der Schlachten Wetter sausen-
daure fest in deutscher Treu,
bleibe einig, bleibe frei! 

Deutsches Land, du edles Land,
frei von welschem Lug und Tand!
Laß dich die Völker stürmen,
drohend sich Gewitter türmen-
dir geweiht ist unser Blut,
halte aus in Heldenmut!

Deutsches Land, du blühend Land,
stehst in Gottes Vaterhand!
Laßt den Eichkranz uns erwerben,
für Germanias Freiheit sterben!
Dir, du Land in Herrlichkeit,
sei ein donnernd Hoch geweiht!


Auch diese Zeilen spiegeln den Zeitgeist zu Beginn des Weltkrieges wider! Sie sollen auch in diesem Falle keineswegs Nationalismus oder rechtes Gedankengut assoziieren. Chris Findeisen brachte mir diesen Text eines Liedes mit. Danke!

Thomas Keilhack 21.5.2011

Zeppelin

Zeppellin

Zeppelline eröffneten den Beginn des eigentlichen Luftkrieges. Sie tauchten über England auf und warfen Bomben ab.
Erstmals musste man sich Gedanken über eine Luftabwehr machen. Große Scheinwerfer suchten den nächtlichen Himmel ab und
wenn erst einmal ein Zeppellin vom Lichtkegel erfasst wurde, war es um ihn geschehen.
Die Bomben sorgten für die ersten zivilen Luftkriegstoten der Kriegsgeschichte, vor allem im Großraum London.

Deutscher Luftkreuzer

Liebe Leser, ich fand in der Zeitschrift 'Nach Feierabend' von 1914 dieses Bild.
Es zeigt eine der ersten Luftabwehrmaßnahmen im Krieg. Mit Hilfe von Ballonminen sollten die deutschen Luftkreuzer abgewehrt werden.
Es mutete eher kurios an, denn die deutschen Luftschiffe waren bewaffnet, u.a. mit MG.






Munitionskolonnen

Munitionskolonnne.jpg

Das Rollen ihrer Wagen klingt ganz anders, dumpfer und schwerer, als das der leeren Wagen links.
Sie sind vollbeladen mit grober Munition, Granaten für die 21-cm-Mörser bei Septarges und seine Nachbardörfer an der Front.
Jedes Gespann von sechs Pferden samt dem zweiteiligen Munitionswagen erfordert sechs Soldaten. Drei reiten auf den linksgehenden Sattelpferden,
zwei sitzen auf dem Bock der vorderen Wagenhälfte und einer nach rückwärts gewendet auf der hinteren Wagenhälfte.
Sie haben Mauserpistolen links im Gürtel, die Säbel der Reiter sind links am Sattel befestigt. Die Pferde sind wohlbeleibt und ziehen,
ohne sich übermäßig anzustrengen; sie gehen im Schritt, etwas anderes wäre hier nicht möglich


Quelle:Sven Hedin - „Ein Volk in Waffen“,Leipzig, 1915



Die blutige Beute der Schlacht

Im Stockwerk tiefer liegen Bauch- und Rückenmarkschüsse, Kopfschüsse und beiderseitig Amputierte,
Rechts im Flügel Kieferschüsse, Gaskranke, Nasen-, Ohren- und Halsschüsse. Links im Flügel Blinde und Lungenschüsse,
Beckenschüsse, Gelenkschüsse, Nierenschüsse, Hodenschüsse, Magenschüsse. Man sieht hier erst, wo ein Mensch übel getroffen werden kann....
Ich sehe Darmwunden, die ständig voll Kot sind....Erst das Lazarett zeigt, was der Krieg ist...Ich sehe,
daß Völker gegeneinandergetrieben werden und sich schweigend, unwissend, töricht, gehorsam, unschuldig töten...


Quelle: Erich Maria Remarque - „Im Westen nichts Neues“,Köln, 1998

Die Renten der Verwundeten

verwundeter Deutscher wird von französischen Gefangenen getragen
„Wer infolge einer Kriegsdienstbeschädigung völlig erwerbsunfähig wird, erhält eine Rente.
Diese beträgt für den Feldwebel 900 Mark, den Sergeanten 720, den Unteroffizier 600 und den
Soldaten 540 Mark jährlich. Bei teilweiser Erwerbsunfähigkeit werden die Sätze entsprechend
gekürzt. Neben der Rente wird noch eine Verstümmelungszulage gewährt. Bei Verlust einer Hand,
eines Fußes, der Sprache oder des Gehörs beträgt sie 27 Mark monatlich, bei Verlust oder
Erblindung beider Augen 54 Mark. Die erstgenannte Zulage wird auch gewährt, wenn eines der
Glieder zwar erhalten, aber in seiner Gebrauchsfähigkeit so gestört ist, daß der Zustand dem
Verluste des Gliedes gleich zu achten ist, oder wenn der Verletzte in seiner Gesundheit so
geschädigt ist, daß er fremde Wartung oder Pflege in Anspruch nehmen muß. Es ist übrigens
bestimmt zu erwarten, daß die obigen, bisher geltenden Rentensätze nach dem
Friedensschlusse aus den Mitteln der hohen Kriegsentschädigungen, die wir von unseren besiegten
Feinden unbedingt fordern werden, eine ganz erhebliche Erhöhung erfahren.“

Quelle: „Nach Feierabend“ 1914

Ist es zu fassen, die, die den Krieg mit ausgelöst haben, zahlen den Verwundeten eine Rente. Niemand kann jemand jedoch die Gesundheit zurückgeben, die ist für immer verloren. Und man muss festhalten, dass Deutschland den Krieg eben nicht gewann. Nicht wir haben eine Kriegskostenentschädigung von den Feinden erhalten, sondern umgedreht. Und nach dem Krieg verfiel die deutsche Währung. Das Ende vom Lied ist klar, die sich für`s Vaterland haben zum Krüppel schießen lassen, sind ins bodenlose Elend gefallen.............Die große Preisfrage der Geschichte ist die: Passiert dies im 21. Jahrhundert wiederum deutschen Soldaten oder nicht?! Erneut muss ich auf Remarque zurückgreifen:

„Wir sehen Menschen leben, denen der Schädel fehlt; wir sehen Soldaten laufen, denen beide
Füße weggefetzt sind; sie stolpern auf den splitternden Stümpfen bis zum nächsten Loch; ein
Gefreiter kriecht zwei Kilometer weit auf den Händen und schleppt die zerschmetterten Knie 
hinter sich her; ein anderer geht zur Verbandsstelle, und über seine festhaltenden Hände quellen
die Därme; wir sehen Leute ohne Mund, ohne Unterkiefer, ohne Gesicht; wir finden jemand, der
mit den Zähnen zwei Stunden die Schlagader seines Armes klemmt, um nicht zu verbluten, die 
Sonne geht auf, die Nacht kommt, die Granaten pfeifen, das Leben ist zu Ende. Doch das
Stückchen Erde, in dem wir liegen, ist gehalten gegen die Übermacht, nur wenige hundert Meter
sind preisgegeben worden. Aber auf jeden Meter kommt ein Toter.“

Quelle: Erich Maria Remarque - „Im Westen nichts Neues“, Köln, 1998

Die Verlustlisten

Waffen Schwerverwundeter und Toter
„Die Feststellung erlittener Verluste kann nur bei den einzelnen Kompanien, Schwadronen,
Batterien und Bataillonen erfolgen. Diese Verbände melden natürlich die Verluste nur, soweit sie 
dazu überhaupt imstande sind. Wenn am Abend eines Schlachttags festgestellt wird, wieviel
Mannschaften noch da sind, so stoßen diese Feststellungen oft auf sehr große Schwierigkeiten.
Manchen Fehlenden hat der Führer fallen sehen; ob tot oder nur verwundet, war nicht zu 
erkennen. Über andere geben die Kameraden Auskunft, freilich oft nur unsicher. Von vielen der
Fehlenden weiß niemand anzugeben, was aus ihnen geworden ist....Nach den schwersten
Kämpfen wird meist sofort verfolgt oder doch marschiert. Da müssen die Truppen die Sorge um
die Zurückgebliebenen meist den Sanitätskolonnen überlassen. In den Stunden der Ruhe schläft
alles, was nicht Wache hat, wie tot. Dazu kommt, daß Kommandeure, Adjutanten, Feldwebel
und Wachtmeister sehr oft nach Verlust ersetzt werden müssen, das Material zu den Listen
verloren geht.-Nach schweren Schlachten und und Gefechten kommen überdies immer eine
Anzahl von Mannschaften abhanden, die nachher zum Teil wieder zur Truppe stoßen; sie haben
sich in der Hitze des Gefechts verlaufen und anderen Verbänden angeschlossen.-So bleibt oft
kaum oder gar keine Zeit und Gelegenheit, um die Verlustlisten zum Abschlusse zu bringen. Ist
der Tod oder eine schwere Verwundung sicher festgestellt, so erfolgt so schnell wie möglich
Mitteilung an die Angehörigen, soweit diese überhaupt der Militärbehörde bekannt sind. In
ungewissen Fällen geschieht die Aufnahme in die Verlustliste mit dem Vermerke 'vermißt`.“

Quelle: „Nach Feierabend 1914“

Auf vielen Kriegerdenkmälern kann man heute noch nachlesen, welche Männer nach dem Morden an den Fronten als vermisst galten. Das Schicksal dieser Leute ist ungewiss. Manch einer ist von einer Granate zerfetzt worden und die Leiche ist nie gefunden worden. Und dann hat auch das Trommelfeuer wieder und wieder dazu beigetragen, dass Leichen mehrfach auseinander gerissen wurden. Man hat auf dem Schlachtfeld schon einmal ein abgetrenntes menschliches Glied gesehen, eine Identifizierung ist da aber unmöglich. Und man hat nach dem Rausziehen aus der Front einfach die Kompanie durchzählen lassen, um festzustellen, wie hoch die Verluste sind. Remarque schreibt über diese Problematik in seinem Roman:

„Nun ruft jemand die Nummer unserer Kompanie, es ist, man hört es, der Kompanieführer, er ist
also davongekommen, sein Arm liegt in der Binde. Wir treten zu ihm hin...Und noch einmal und 
noch einmal hören wir unsere Nummer rufen. Er kann lange rufen, man hört ihn nicht in den
Lazaretten und den Trichtern. Noch einmal:'Zweite Kompanie hierher!` Und dann leiser:
'Niemand mehr zweite Kompanie?` Er schweigt und ist etwas heiser, als er fragt: 'Das sind alle?`
Und befiehlt: 'Abzählen!` Der Morgen ist grau, es war noch Sommer, als wir hinausgingen, und
wir waren hundertfünfzig Mann. Jetzt friert uns, es ist Herbst.....: 'Eins-zwei-drei-vier-` und bei 
'zweiunddreißig` schweigen sie.“

Quelle: Erich Maria Remarque - „Im Westen nichts Neues“, Köln, 1998

Deutsche Flieger

Deutsche Flieger

Als eine neue Waffe im Krieg kam auch das Flugzeug auf. Es besaß keine kriegsentscheidende Wirkung.
Trotzdem fanden am Himmel Luftkämpfe statt. Piloten warfen einfache Fliegerbomben heraus.
Die bekanntesten deutschen Piloten waren Manfred von Richthofen, der rote Baron, und Hermann Göring.
Durch den Versailler Vertrag 1919 wurde es Deutschland untersagt, eine Luftwaffe zu besitzen.
Diese wurde in den dreißiger Jahren modern aufgebaut und spielte im Weltkrieg 1939-1945 eine entscheidende Rolle,
als sie ganze Städte in Schutt und Asche legen konnte. Außerdem unterstützte sie die Bodentruppen und beschoss bzw. bombardierte gegenerische Stellungen.

Reserveleutnant Caspar überflog als Erster den Ärmelkanal. Ihm gelang es, über Dover Bomben abzuwerfen und unbeschadet zurückzukehren. Die Armeen waren nun gezwungen, effektive Lösungen für eine Fliegerabwehr zu finden.

Luftabwehr

Der Einsatz der ersten Flieger, die Bomben warfen, machte es erforderlich, sich dagegen zu wehren. Es gab im 2. Weltkrieg die Flak, die schoss, heute gibt es moderne Boden-Luft-Raketen. Damals natürlich musste man improvisieren und zwar schoss man mit dem Maschinengewehr, z.B. vom Dach eines Hauses.




Der Gegner

Luftkriegshelden

Belgien

Deutsche Truppen marschierten ins neutrale Belgien ein und das gemäß des Schlieffenplanes.
Das Land hatte militärisch gesehen keine Chance. Als Gouverneuer wurde Generalfeldmarschall von der Goltz eingesetzt.
Die stärkste Festung Europas, Antwerpen, fiel. Zum Einsatz kamen die schwersten deutschen Geschütze. Auch Lüttich fiel in deutsche Hand.
Ähnlich wie in Nordfrankreich wurden viele Ortschaften schwer zerstört.
Nicht umsonst waren dann nach dem Krieg belgische Truppen in Deutschland stationiert.
Im zweiten Weltkrieg wurde Belgien erneut militärisch geschlagen und besetzt.

Thomas Keilhack 23.7.2011

Quellen Bildmaterial: „Nach Feierabend 1914“ & Sven Hedin - „Ein Volk in Waffen“, Leipzig, 1915

Deutscher Volkszorn

Frisch auf, ihr deutschen Recken,
Zu blutigem Gefecht,
Vor euch der deutsche Schrecken,
Mit euch das gute Recht! -

Sie wollen euch zertreten
In ihrer Übermacht,
Nun lehrt zu Gott sie beten
Für ihre Niedertracht.

Ringt auf die Knie sie Niedertracht
Und drescht sie windelweich,
Dass sie sich niemals wieder
Vergeh`n am Deutschen Reich.

Dass sie der deutsche Schrecken
Für alle Zeiten lähmt, 
Dass sie die Hand euch lecken,
Die Hunde unverschämt.

Die Russen und Franzosen,
Die Belgen um Brabant -
Und zieht auch straff die Hosen
Dem falschen Engelland!

Frisch auf, ihr deutschen Recken,
Zu blutigem Gefecht,
Vor euch der deutsche Schrecken, 
Mit euch das gute Recht!

Martin Hildebrandt


Quelle: „Nach Feierabend“ 1914

Das eiserne Kreuz

Es ist ein Kreuz uns auferlegt,
ein Kreuz, so hart wie Eisen,
so schwer, wie keine Schulter trägt, 
wie`s keine Zeiten weisen.

Das Kreuz, das ist die grimme Not
um Deutschlands Sein und Leben,
dem eine Welt in Waffen droht,
das Totenhemd zu weben.

Wir tragen es, wie schwer es sei,
wie hart es uns bedrücke,
wir schlagen eh`r die Welt zu Brei,
als daß sie uns ersticke.

Und unsre Helden schmücken wir
mit einem Kreuz von Eisen,
wie es der tapfren Väter Zier
in ihrer Zeit von Eisen!

Martin Hildebrandt


Quelle: „Nach Feierabend“ 1914


Das eiserne Kreuz wurde 1813 erstmalig gestiftet und zwar als Tapferkeitsauszeichnung. In allen weiteren Kriegen erfolgte eine Neuauflegung bis einschließlich 1939. Hier kam dann noch das Deutsche Kreuz sowie das Ritterkreuz hinzu. Auch als Hoheitszeichen der Bundeswehr heute spielt es noch eine Rolle, wobei man sich noch darüber streiten könnte.


Dieses ist in meinem Besitz und trägt die Jahreszahl 1914. In der Mitte ist ein „W“ für Wilhelm II.

Illmann

Der Chemnitzer Held Illmann
„Bei Kriegsausbruch zog Illmann als einfacher Hornist ins Feld, wurde aber bald zum Gefreiten
ernannt. Jetzt ist er wegen seiner hervorragenden Tapferkeit vor dem Feinde Unteroffizier
geworden und hat das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse (dieses auf der linken
Brustseite zu tragen) sowie die Militär-St.-Heinrichs-Medaille (eine Klasse des Königlich
Sächsischen Miltär-St.-Heinrichsordens) erhalten. Er hat sich diese Auszeichnungen redlich 
verdient. Schon bei den Kämpfen um die Festung Givet leistete er Außerordentliches. Nur mit 
einem Hemde bekleidet, durchschwamm er unter starkem feindlichem Feuer den Maasfluss, band
auf dem gegenüberliegenden Ufer einen Kahn los, nahm dessen Halteseil in den Mund und
schwamm so wieder zurück. Bei eintetender Dunkelheit fuhr er in diesem Kahne mit fünf
Freiwilligen über den Fluß, an dessen jenseitigem, steil abfallendem Hange der Feind sich
staffelweise in Schützengräben verschanzt hatte. Durch Anbrennen des zwischen den Gräben
stehenden Gestrüpps, räucherten die kühnen Sechs den Feind aus seinen Stellungen, so daß
nunmehr von den deutschen Pionieren ungestört die erste Brücke über die Maas geschlagen
werden konnte. Gemeinsam mit seinem Hauptmann überrumpelte Illmann sodann eine feindliche 
Vorpostenpatrouille von 14 Mann, worauf die ungewarnt gebliebene Hauptmacht überraschend
aufs Haupt geschlagen wurde. Mit 32 Mann machte er darauf 174 Gefangene; ferner trug er,
obwohl selbst verwundet, in einem Gefecht zwei Offiziere und vier Mann mit Lebensgefahr aus 
der Feuerlinie und machte dann auch die Erstürmung von Givet mit, wobei er wiederum größte
Tapferkeit bewies.-Jawohl, die Chemnitzer versorgen nicht nur halb Deutschland mit Strümpfen,
sondern verstehen auch die Feinde auf die Strümpfe zu bringen!“

Quelle: „Nach Feierabend 1914“

Was aus Illmann während des weiteren Kriegsverlaufs geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis............

Schützengräben

System Schützengräben.jpg

In die dem Feind zugekehrte Wand des Grabens sind schalenförmige Aushöhlungen oder Nischen eingegraben, die gegen das Feuer Schutz gewähren. Es kann aber vorkommen, daß eine Granate in die andere Wand einschlägt, und dann sind auch die Soldaten in den Nischen verloren. Deshalb gräbt man auch hier und da Grotten, ja geradezu unterirdische Zimmer, die zuweilen so luxuriös eingerichtet sind, daß sie Vorhänge vor dem Eingang haben. An den Wänden der Kammern ist Stroh für Schlafplätze aufgeschichtet, nicht selten wird die kleine Zeltbahn, die jeder Soldat bei sich hat, als Decke benutzt. Ist der Abstand zwischen den Schützengräben, wie hier, nur achtzig Meter, so darf, selbst in den unterirdischen Höhlen kein Licht angezündet werden, noch weniger Feuer, weshalb die Luft recht kalt und feucht wird. Beträgt aber der Abstand drei- oder vierhundert Meter, dann wird etwas von diesen Vorsichtsmaßregeln nachgelassen; doch darf auch in diesem Fall nicht Feuer gemacht werden oder in den eigentlichen Schützengräben ungedämpftes Licht brennen. Die Soldaten haben Proviant bei sich, aber es kann vorkommen, daß sie durch heftiges Feuer von aller Verbindung abgeschnitten werden und dann einen oder mehrere Tage hungern müssen. Aber auch dieses Unglück nehmen sie mit gutem Humor hin. Wie gefährlich das Leben in den Schützengräben ist, kann man daraus ersehen, daß täglich vor Monchy-au-Bois 60-80 Verwundete und Tote gezählt werden. Weder diese noch jene können weggeschafft werden. Streckt man nur einen kleinen Finger über den Grabenrand hinaus, so ist man sofort dem Feuer ausgesetzt. Die Leichen müssen daher im Schützengraben liegen bleiben, d.h. man befreit sich von ihnen, indem man ihnen auf dem Grund des Schützengrabens ein richtiges Grab gräbt. Bei Regen werden die Schützengräben entsetzlich...Das Regenwasser sammelt sich in ihnen an; halb angefüllt mit graubelbem Wasser und Lehmschlamm, ähneln sie Abzugsgräben neben einem Acker. General von Winckler erzählte, seine Leute hätten 24 Stunden bis ans Knie im Wasser gestanden, ohne zu klagen und ohne krank zu werden.....Aber bei den deutschen Soldaten kommen verdrießliche Mienen nicht vor. Um der Überschwemmung abzuhelfen, ließ der General Ablaufgräben graben, durch die das Regenwasser nach Zisternen geleitet wurde.


Quelle: Sven Hedin - „Ein Volk in Waffen“, Leipzig, 1915

Kriegsgefangenschaft

Erneut begegnet uns ein Fragezeichen der Geschichte. In einem serbischen Grenzdorf wurden österreichisch-ungarische Soldaten beschossen. Als Vergeltung haben die Österreicher die gesamte männliche Bevölkerung des Dorfes festgenommen. Wo werden sie sie hingebracht haben? Werden sie reichlich verpflegt worden sein? Mussten sie arbeiten? Immerhin ist für mich davon auszugehen, dass die meisten unschuldig gewesen sind. Werden sie je wieder nach Serbien gedurft haben? Bekanntlich war ja ein Serbe der Attentäter von Sarajewo, der Franz Ferdinand und seine Frau am 28.6.1914 niederschoss. Mir fällt jedenfalls im Bild ein Junge auf. Und auch die ganze Niedergeschlagenheit ist irgendwo zu spüren. Wieder muss ich sagen: Krieg ist das Letzte!!!

Flüchtlinge

Und wieder gibt es für mich ein großes Fragezeichen der Geschichte. Das Bild zeigt ostpreußische Flüchtlinge, die vor den Russen geflohen sind. Was werden sie auf der Flucht erlebt haben? Wo werden sie untergekommen sein? Wie groß war ihre Angst, den Russen in die Hände zu fallen? Was werden sie nach der Vertreibung der Russen durch Hindenburgs Truppen vorgefunden haben? Das Bild drückt unendliches Elend für viele aus. Es lässt sich nur vergleichen mit dem Einmarsch der Russen in Ostpreußen 1944. Die Zeche für einen verlorenen Krieg bezahlt immer die Zivilbevölkerung. Man verliert Heimat, steht auf der Straße und weiß nicht wohin. Die Leute leiden bitteren Hunger, am schlimmsten trifft es Alte und Kinder. Die ganze Zukunft ist ungewiss, man muss was neues aufbauen und vor allem die Kraft und die Hoffnung dazu haben. Immerhin konnten 1914, nach Hindenburgs Sieg, die Menschen in ihre Heimat zurück. Nach 1945 war dann der deutsche Osten für immer an Polen und Russland verloren. Weitere Bilder des damaligen Flüchtlingselends stehen zur Betrachtung bereit und mahnen uns zum Völkerfrieden, denn auch im 21. Jahrhundert gibt es weltweit Flüchtlinge, z.B. am Horn von Afrika, wo die Menschen in ihrer Not vor der Dürre und dem Hunger fliehen.

Ostpreußen

Die Garanten für ein Gelingen des Schlieffenplanes waren ein schneller Sieg über Frankreich, um dann die Russen im Sprunge abzufangen sowie die Tatsache, dass Russland viel Zeit gebraucht, um die Mobilmachung abzuschließen. Was kommen musste, kam: die Russen marschierten in Ostpreußen ein, die Zivilbevölkerung machte sich auf die Flucht. Die OHL musste reagieren und entsandte Truppen. Unter Hindenburg gelang es schließlich, z.B. in der Schlacht bei Tannenberg, die Russen vernichtend zu schlagen. Natürlich bot Ostpreußen ein Bild der Verwüstung, wenn auch nicht in dem Maße wie 1945. Vielfach hatten die Russen auch geplündert. Die weiteren Kämpfe an der Ostfront waren wechselvoll. Immerhin konnten bis zum Friedensschluss von Brest-Litowsk 1918, den man den Bolschwisten diktieren konnte, weite Gebiete erobert werden und ca. 1 Million deutscher Soldaten konnte an die Westfront verlegt werden, wo am 21.3.1918 die großen Frühjahrsoffensiven begannen.

Militärpfarrer

Erst unlängst sah ich in einer Reportage, wie ein so genannter Feldgeistlicher mit den Soldaten in Afghanistan unterwegs ist. Er spricht mit ihnen, hört sich ihre Sorgen und Nöte an. Natürlich wird auch Gottesdienst abgehalten und gebetet. Dabei gibt es solche Art Seelsorger schon länger. Betrachten Sie das Bild, es wird ein Fragezeichen der Geschichte besonders deutlich, vor allem wenn man sich überlegt, dass nicht nur die Deutschen den gleichen Gott anbeten, sondern auch Franzosen, Belgier, Russen, Italiener, Österreicher und Serben. Wem soll Gott denn nun Gehör schenken? Wem soll Gott den Sieg schenken? Wen soll er gesund aus der Schlacht kommen lassen? Mir kommt dies all sehr fremd vor, zumal das Töten an sich durch die Gebote Gottes verfemt ist!!! Andererseits ist es in Feindesland nicht schlecht, wenn ein Priester da ist, dem man sich anvertrauen kann und der Zuspruch und Trost weiß. Ein generelles Urteil in dieser Frage will ich mir jedenfalls nicht anmaßen...

Feldgendarmen

Am Hauptbahnhof in Dresden, auf Urlaubsreise in Uniform, sprach uns junge Soldaten ein Militärpolizist der DDR mit seinen Bütteln an. Wir hatten die Ärmel der Uniformbluse hochgekrempelt, saßen rauchend auf einer Absperrung und hatten die Uniformmütze bis sonstwo geschoben. Wir mussten Haltung annehmen, die Uniform in Ordnung bringen und die Urlaubsscheine herzeigen. Der Offizier raunzte uns mörderisch an und meinte, dass er uns auch mitnehmen könne. Man könnte über so viel Blödigkeit lachen, aber es war purer Ernst und mit solchen Idioten und Wichtigtuern legt man sich besser nicht an.

Feldgendarmen

Früher waren sie bei den Landsern als Kettenhunde verschrien, weil sie ein halbmondartiges Blechteil an der Kette um den Hals trugen. Hinter der Front trieben sie ihr Unwesen, denn es konnte ja sein, dass ein armes Schwein sich absetzen und nach Hause wollte, was durchaus verständlich erscheint angesichts dessen, was sie in der Hauptkampflinie durchmachen mussten. Auf Desertion stand die Todesstrafe. Wer den Kettenhunden in die Hände fiel, mit dem machten sie kurzen Prozess. Bei Remarque ist das auch sehr gut geschildert, als der Soldat und Bauer Detering eines Tages nicht mehr da ist:

„Beim Appell aber fällt sein Fehlen auf. Nach einer Woche hören wir, daß er gefaßt ist von den
Feldgendarmen, diesen verachteten Kommißpolizisten. Er hatte die Richtung nach Deutschland
genommen – das war natürlich aussichtslos - , und ebenso hatte er alles sehr dumm angefangen.
Jeder hätte daraus wissen können, daß Flucht nur Heimweh und momentane Verwirrung war.
Doch was begreifen Kriegsgerichtsräte hundert Kilometer hinter der Linie davon? - Wir haben
nichts mehr von Detering vernommen.“

Quelle: Erich Maria Remarque - „Im Westen nichts Neues“, Köln, 1998

Soldatengräber – in memoriam

Überall in Europa gibt es sie – die Gräber der Gefallenen beider Weltkriege. Viele sind namenlos irgendwo verscharrt worden, andere wurde feierlich bestattet, die meisten jedoch erhielten ein Grab, geschaffen von Kameradenhand. Kreuze wurden gezimmert, die Helme darauf gesetzt. Heute werden viele dieser Grabanlagen vom Volksbund gesucht, um die sterblichen Überreste umzubetten. Stand eine große Offensive bevor, wurden einfache Särge an die Front gekarrt, was den Soldaten nicht verborgen blieb. Auch hier ist Remarque eine hervorragende Quelle, wenn er schreibt:

„Auf dem Wege passieren wir eine zerschossene Schule. An ihrer Längsseite steht eine doppelte,
hohe Mauer von ganz neuen, hellen, unpolierten Särgen. Sie riechen noch nach Harz und Kiefern
und Wald. Es sind mindestens hundert.......Die Särge sind ja tatsächlich für uns. In solchen
Fällen klappt die Organisation.“

Quelle: Erich Maria Remarque - „Im Westen nichts Neues“, Köln, 1998

Viele wurden jedoch in großen Massengräbern beigesetzt, Matrosen fanden ihre ewige Ruhe in der See.............
Lassen wir ebenso hier uns alle sagen: DIE TOTEN MAHNEN ZUM FRIEDEN !!!

Ersatztruppen

Bei Ettighoffer heißt es, dass die Menschenmühle mahlt.....Das bedeutet, dass dringendst Ersatz nachgeschoben werden muss. Als Beispiel diene der Jahrgang 1896, der in die Hölle von Verdun geschickt wurde, was der Autor Ettighoffer als „Opfergang der Zwanzigjährigen“ beschreibt. Das Fragezeichen der Geschichte ist, was in diesen blutjungen Menschen vorgegangen ist, als sie an die Front gefahren wurden und auf ihren Einsatz warteten. Haben sie an ihre Angehörigen gedacht? Ist ihnen der Appetit vergangen, als das Grummeln der Front immer näher kam? Ist in ihnen die Angst aufgestiegen, als die ersten Granaten die Anmarschwege betrommelten? Wie hat der erste gefallene Kamerad auf sie gewirkt? Und irgendwann ist dann die Ablösung da. Stolze, ruhmreiche Bataillone, die zu Schlacke gebrannt sind, werden aus der Front gezogen und treten den Rückmarsch in die Etappe an. Remarque schreibt dazu:

„Vor vierzehn Tagen mußten wir nach vorn, um abzulösen. Es war ziemlich ruhig in unserm
Abschnitt, und der Furier hatte deshalb für den Tag unserer Rückkehr das normale Quantum
Lebensmittel erhalten und für die hundertfünfzig Mann starke Kompanie vorgesorgt. Nun aber
gab es gerade am letzten Tage bei uns überraschend Langrohr und dicke Brocken, englische
Artillerie, die ständig auf unsere Stellung trommelte, so daß wir starke Verluste hatten und nur mit achtzig Mann zurückkamen.“

Quelle: Erich Maria Remarque - „Im Westen nichts Neues“, Köln, 1998


Die Ersatztruppen mussten nun in ihren neuen Abschnitt eingewiesen werden und erlebten ihre Feuertaufe. Im Laufe des Krieges wurde dieser Ersatz immer jünger, was bei den hohen Verlusten nicht verwundert. Kam noch mangelhafte und zu schnelle Grundausbildung hinzu, wurden die Leute in buchstäblich kurzer Zeit in Stücke geschossen, auch weil die Erfahrung fehlte. Und auf jeden Soldaten lauern tausend Gefahren auf einmal. Nach dem Einsatz ging es dann wieder nach hinten und es wurde neu aufgefüllt, ununterbrochen so......

Kriegslyrik

Es steht die Schlacht.

Es steht die Schlacht, die Sichel geht,
Die Kugel pfeift, die Salve kracht.
Der Schnitter Tod, er mäht und lacht
Sich in die Faust-es steht die Schlacht.

Es steht die Schlacht. Zum Sturme schnell!
Wie Eisen trutzt des Feindes Macht.
Ein dunstig Wölkchen von Schrapnell!-
Von hundert zehn-es steht die Schlacht.

Es steht die Schlacht. Die Zehn drauflos
Wie Teufelsbrut...ein harter Krach,
Hoch fliegen Zweige, Erde, Moos.
Von zehn noch zwei-es steht die Schlacht.

Es steht die Schlacht. Ein jeder Schritt
Durch Ströme Blutes wettgemacht.
Und sind wir zwei, wir halten mit,
Wir wanken nicht-es steht die Schlacht.

Es steht die Schlacht. Der Tag entweicht,
Aus fahlem Abend wird die Nacht.
Des Himmels Augen sind erbleicht
Wie die des Freundes-es steht die Schlacht.

Es steht die Schlacht. Leb` wohl, mein Weib,
Mein süßer Bube, gute Nacht!
Einst schützt das Vaterland dein Leib
Wie meiner jetzt-es steht die Schlacht.




Artur Brausewetter 1914

Quelle: „Nach Feierabend“

Die deutsche Reiterei

Sankt Jörg auf deinem Schimmel,
Schirmherr der Reiterei,
Statt still im blauen Himmel,
Wärst du jetzt gern dabei!

Im schwarzen Eisenkleide,
Den Flamberg in der Faust,
Klirrend am Sporn der Scheide,
Kämst du herangesaust.

Es gilt dem alten Drachen,
Dem giftgeschwoll` nen Neid:
Er soll zusammenkrachen,
Ob er auch Feuer speit!

Sankt Jörg, wir unten reiten
Noch wie in alter Zeit,
Und würdig deiner streiten
Wir für Gerechtigkeit.




Richard Schaukal 1914

Quelle: „Nach Feierabend“

Reiters Abschied

Der Morgen küßt die Erde,
Im Grase blitzt der Tau, 
Es scharren unsre Pferde -
Leb` wohl, geliebte Frau!
Nun gilt`s ein heißes Wandern;
Zeig` mir ein stolz Gesicht!
Und weinen all die andern - 
Du nicht!

Dein Bild soll in den Schlachten
Begleiten meinen Ritt,
Ich werd` es noch betrachten,
Wenn ich vom Sattel glitt. 
In seinen Traum ein Treuer
Die holden Züge nimmt,
Wenn still das Lagerfeuer
Verglimmt.
Und deckt mich fern der Rasen,
Wo nimmer geht dein Fuß,
Die schweren Reiter blasen
Heimkehrend meinen Gruß.
Hat mich die Schlacht genommen,
So denk`: Ihn rief die Pflicht, -
Als Sieger will ich kommen;
Sonst nicht.


Autor unbekannt 1914

Quelle: „Nach Feierabend“


Die Helden von U 9

Ott Weddigen heißt der Kapitän,
U 9 sein schlankes Boot,
Und prasseln läßt es im Sturme weh`n
Die Flagge schwarz-weiß-rot.

Frühmorgens war`s, sie pirschten tief
Bei Hoek van Holland heran 
Als jäh mit tönender Stimme rief
Am Ausguckrohre der Mann:

Drei englische Kreuzer sind in Sicht
Und stehen vor unserem Visier,
Drei Panzer  glühen im Morgenlicht:
Hogue, Cressy und Abukir!

Ott Weddigen heißt der Kapitän,
Der sprach: Klar zum Gefecht!
Jetzt soll es um das Ganze geh`n - 
Jetzt Jungens, macht es recht!

Torpedo fertig! So, und los - 
Ihr Kreuzer, hier herrschen wir!
Und ein krachender Schlag, ein donnernder Stoß -
Dann sank der Abukir.

Und noch ein Schuß aus nächster Näh` - 
Ein Dröhnen, ein gellender Schrei - 
Ihr Kreuzer, hier ist deutsche See!
Dann brach die Hogue entzwei.

John Bull, noch einen letzten Gruß
Aus unserem Feuerschlund!
Und wieder heult und tost ein Schuß -
Dann sank die Cressy auf Grund.

Frühmorgens war`s, sie tauchten empor 
Bei Hoek, der sandigen Bank,
Aus ihren Herzen brach`s hervor
Als Jubel und als Dank.


Karl Rosner 1914

Quelle: Nach Feierabend

Emden

Emden, schnellster der Kreuzer du,
Störtest lange Old Englands Ruh`,
Schauernd bebte der Ozean,
Wo du zogst auf der Siegesbahn.

Stolt von des Mastes Spitze dir
Wehte des Reiches Sturmpanier,
Ob sie zu Dutzenden hinter dir her,
König warst du im Indermeer!

O, wie haben sie dich gehaßt,
Listig haben sie dich gefaßt;
Aber erst nach blutiger Schlacht
Sankst du hin vor der Übermacht.

Ob du auch liegst nun auf Meeresgrund,
Ewig preist dich der deutsche Mund. -
Ruh` in Frieden, du tapf`re Schar,
Über dir kreist der deutsche Aar!


Autor unbekannt 1914

Quelle: „Nach Feierabend“

Rheinischer Freiwilliger

Dem Stabsarzt stellt er sich beherzt
Im Untersuchungssaal;
Der weist ihn achselzuckend ab:
Die Brust sei viel zu schmal.

„Für eine Kugel breit genug“,
Spricht keck der Jung` aus Deutz,
„Und, wenn es Gott im Himmel will,
Auch für ein Eisern Kreuz!“


Max Bewer 1914

Quelle: „Nach Feierabend“

Den Frauen!

Wo sich des Krieges wilde Wogen brechen,
Da blickt ihr jetzt mit bangen Herzen hin,
Hört sorgenvoll von Sieg und Taten sprechen,
Von Gut und Blut und deutschem Opfersinn;

Denkt eurer Männer, die da draußen streiten,
Die abschiedsschwer euch reichten jüngst die Hand,
Auch der Gefahren, die sich um sie breiten,
Und an ihr Schicksal, das noch unbekannt;

Denkt eurer Söhne, die in sel`gem Hoffen 
So zukunftsfreudig in die Welt geschaut.
Und wo die Liebe hat die Augen offen,
Denkt an den Jüngling schwermutsvoll die Braut.

Und dennoch hemmt die Klagen! Deutsche Frauen
Seid ihr – und fallen die Opfer auch zuhauf`,
So geht doch endlich über Tod und Grauen
Für Deutschland eine schön`re Zukunft auf!


K. Bösel 1914

Quelle: „Nach Feierabend“

Hindenburg

Hindenburg
„Wohl kaum ein anderer Feldherr,“ so schreibt uns ein deutscher Krieger aus dem Osten, 
„genießt in solchem Maße das felsenfeste Vertrauen und die begeisterte Verehrung seiner Truppen,
wie unser unvergleichlicher Generaloberst von Hindenburg. Die Welt wird staunen, wenn sie 
einmal erfährt, mit was für einer verhältnismäßig geringen Macht er den Ansturm der russischen
Millionen nicht nur in Schach zu halten, sondern vernichtend über den Haufen zu werfen
verstanden hat. Mit eiserner Ruhe stellt er wie der Feinschmecker eine ausgesuchte Speisefolge,
sich die Einzelheiten eines Schlachtplans zusammen, nur daß die Feinde es sind, welche die von
ihm eingebrockte Suppe auslöffeln müssen. Er überfüttert sie mit den blauen Bohnen unserer
Gewehre, den dicken Graupen der Schrapnells und den Krachmandeln der Granaten derart,
daß sie nicht anders können, als sich zu übergeben. Dann ist wieder eine Mustersendung an die 
deutschen Gefangenenlager fertig, für welche unser Hindenburg Großlieferant ist. Spezialität:
Russen aller Qulitäten und Schattierungen zum Selbstkostenpreise!“


Quelle: Nach Feierabend

Hindenburg

Paul von Hindenburg war im Deutschen Reich ein Nationalheld, er, der Retter Ostpreußens, der es bis zum Generalfeldmarschall schaffte. 1916 übernahm er mit Ludendorff die OHL. Ihm wird folgender Spruch zugeschrieben: „Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur!“ Der Krieg ging verloren, die Dolchstoßlegende erfunden. 1925 wurde er Reichspräsident, eine Art Ersatzkaiser, dank der gewaltigen Machtbefugnisse. Er war kein Freund der jungen Weimarer Demokratie und ernannte Adolf Hitler am 30.1.1933 zum Reichskanzler. Hauptsächlich geblieben von ihm ist sein Ruhm, der Sieger von Tannenberg 1914 zu sein.

















Antwerpen

Antwerpen galt 1914 als stärkste Festung Europas. Die Deutschen setzten Marinesoldaten ein und die schwersten Geschütze, die es gab, z.B. die „Dicke Bertha“. Granaten vom Kaliber 42 cm zerhämmerten buchstäblich die Panzerforts. Der Fall Antwerpens löste im Reich große Siegeszuversicht aus. In den Zeitungen wurde entsprechend darüber berichtet. Fragezeichen für mich ist, wie sich die Belgier wohl gefühlt haben, als die Deutschen ihre Heimatstädte besetzten.

Artillerie

Die Entwicklung der Artillerie brachte gezogenen Rohre hervor. Es wurden so genannte Züge in den Geschützwandungen angeordnet, die dem Geschoss eine kreisende Bewegung verliehen. Dadurch wurde ein Überschlagen desselben verhindert. Die Flugrichtung wurde sicherer und die Treffsicherheit enorm höher als vorher. Seit 1859 wurden nur noch gezogene Hinterlader verwendet.

„Man unterscheidet Flachfeuer- und Steilfeuergeschütze. Flachfeuergeschütze sind in erster Linie
die Kanonen mit ihren langgezogenen Rohren. Ihre Verwendung gilt hauptsächlich von vorn zu
treffenden Zielen, wie Schützenlinien, größeren Kolonnen usw., die sie mit ihrem Feuer 
bestreichen. Feinde, die sich in gedeckten Stellungen, hinter Festungsmauern, in Forts,
Schützengräben und dergleichen befinden, können artilleristisch nur bekämpft werden durch
Geschosse, die von oben einfallen. Hierzu dienen Haubitzen und Mörser. Ihre Rohre sind kurz, weil
sich solche besser richten lassen. Die Geschosse sind durchschlagskräftiger und schwerer, da die 
Ziele, gegen die sie gebraucht werden, auch meistens widerstandsfähiger sind. Natürlich haben die 
Haubitzen und Mörser dementsprechend auch einen größeren Rohrdurchmesser als die Kanonen.
In neuerer Zeit verwendet man als Steilfeuergeschütze auch Kanonen, die vermöge ihrer
Einrichtung verschiedenen Zwecken dienen können, in erster Linie aber zum Herunterholen der
Flugzeuge und Luftschiffe verwendet werden. Die schwersten Geschütze sind die Mörser, zu
denen auch die durch ihre Wirkung weltbekannt gewordenen Kruppschen Brummer zählen,
die in verschiedenen Exemplaren ihr gewaltiges Eisenlied vor den belgischen Festungen sangen
und jüngst, was wohl kaum einer unserer Feinde geglaubt hätte, das große Antwerpen, eine der 
allerstärksten modernen Festungen, in zwölf Tagen in unsere Hände lieferten.....“

Man wendet Geschosse an,

„....die entweder beim Auftreffen auf das Ziel oder kurz vorher
zerspringen und durch die einzelnen Splitter ihr mörderisches Werk über eine große Fläche
ausdehnen. Die einfachste Form unter den Geschossen haben die Granaten, mit einer 
Sprengladung gefüllte Hohlkörper. Schrapnells, die ebenfalls dünnwandige Hohlgeschosse sind,
sind mit Kugeln und einer Sprengladung gefüllt. Beim Auftreffen am Ziele gelangt die Ladung zur
Entzündung und schleudert die Kugeln umher. Die Schrapnells sind mit einer Zündvorrichtung
versehen, die eingestellt werden kann.....“
„Die Zünder werden entweder sofort beim Abschießen in Brand gesetzt, oder sie gelangen, wie
gesagt, nach einer genau bestimmten Zeit zur Entzündung, danach werden sie in Brenn- oder 
Zeitzünder unterschieden.“
„Mit Schrapnells erzielt man eine Schußweite bis zu 8000 und mit Granaten eine solche von über
10 bis 12000 Meter.“
„Ein 30-Zentimeter-Küstengeschütz von zwölf Meter Rohrlänge und genau 1000 Zentner Gewicht
erfordert eine jedesmalige Pulverladung von 132 Kilo. Das Geschoß dieser Kanone wiegt sieben
Zentner und erreicht bei einem Neigungswinkel von 45 Grad 2600 Meter Schußweite, wobei der 
höchste Punkt der Flugbahn 8625 Meter beträgt...“
„Die dicke Bertha, wie unsere Feldgrauen das schwere Geschütz nennen (42 cm, 14 Zentner
schweres Geschoß),...ist imstande, ihre mannsgroßen, mit dem verderblichsten Inhalte gefüllten
Geschosse in wenigen Sekunden über den Montblanc fortzuschleudern.“

Quelle: „Nach Feierabend“ 1914

Schwerstartillerie

Mörser

Munition

Mobilmachung

Niemals möchte ich in meinem Leben die Verkündung des Verteidigungsfalles hören. Dann käme es zur Mobilmachung der Streitkräfte, d.h. alle wehrfähigen Männer müssten ins Feld oder je nachdem zu einer anderen Waffengattung. Man wird einberufen, muss Abschied nehmen von Frau und Kind sowie von den Eltern. Was würde einem durch den Kopf gehen? Es ist Krieg und du musst antreten, so wie es der Einberufungsbefehl will. Weißt du, ob du heil aus dem Waffengang zurückkommst? Weißt du, ob du zum Krüppel geschossen wirst? Weißt du, ob du dem Feind in die Hände fällst? Werden sie dich gut verpflegen? Wirst du warme Sachen bekommen? Wo genau werden sie dich hinschicken? Wirst du gegen die Franzosen oder Russen kämpfen? Wie wird es deinen Leuten daheim ergehen, während du an der Front stehst? Wie lange wirst du fort sein? Werden wir den Krieg gewinnen? Was wird sein, wenn wir ihn verlieren? Wird dich dein Kind wiedererkennen, wenn du wieder zurück bist? Ich habe das Glück der späten Geburt und kann nicht mitreden. Bloß gut!!! Damals aber wurden die Männer eingezogen. Viele haben 1914 im August gedacht, bis Weihnachten ist es vorbei. Keiner hatte eine wirkliche Ahnung von dem, was kam...

Die Verpflegung der Truppen im Felde

Feldbäckerei für Kommissbrote


Es kann sich jeder vorstellen, dass ein Millionenheer auch eine gute Verpflegung braucht. Sollte dies nicht der Fall sein, sind die Folgen gravierend. Soldaten fangen an zu murren und zu meutern. Hinzu kommen Krankheiten, Vitaminmangel und eine gute Heeresführung trifft entsprechende Vorsorge, was wiederum einen gewaltigen logistischen Hintergrund ausmacht. Man kann sagen, dass Essen genauso wichtig ist wie Munition und deswegen nach vorn gebracht werden muss, wo der Soldat zu kämpfen hat. Zu bedenken ist, dass es warme Mahlzeiten geben muss, ebenso Getränke wie Kaffee. Ebenso haben schon seit ewigen Zeiten die Truppen Schnaps und Tabak erhalten, damit die Moral nicht sank. Ein gut versorgter Soldat wird durchaus auch gut kämpfen bzw. standhalten. Im Weltkrieg, in dem die Seeblockade ihre furchtbare Wirkung entfaltete, wurde es immer schwieriger, die Soldaten an der Front gut zu verpflegen. Im Reich litt man dann mehr und mehr an Unterernährung und Hunger. Im Feindesland konnte der Soldat immerhin aus dem feindlichen Land leben und schon mal irgendwo requirieren. Begehrt war natürlich in erster Linie Federvieh bzw. Schweine, die man dann schlachtete. Bei Remarque kann man lesen, wie Kat und Paul zwei Gänse fangen, sich braten und sie schieben sich gegenseitig die besten Stücke zu. Wenn man einen feindlichen Graben aufgerollt hatte und drin saß, holten sich die ausgehungerten Soldaten die Verpflegung „von drüben“. Franzosen und Briten waren viel besser versorgt, als der deutsche Soldat, der obendrein noch an der Ruhr litt, die eine typische Soldatenkrankheit in beiden Weltkriegen war. Zudem war es auch möglich, bei der einheimischen Bevölkerung etwas einzukaufen, aber die litt ja ebenso durch die Kampfhandlungen und kam betteln. Als der Krieg im August 1914 ausbrach, wurde die Verpflegung „unserer Truppen“ als gut hingestellt:


„Kein Angehöriger der deutschen Armee braucht im Felde zu hungern, wenngleich die 
Mannschaften während der Dauer eines Krieges selbstverständlich nicht täglich so vollgestopft
werden können, wie dies während der Eisenbahnfahrt an die Grenzen erfolgte...“


Größte Neuerung waren damals die Feldküchen, von denen jede Kompanie und jede Batterie eine mit sich führte.


„Aus diesen Feldküchen erhalten die Mannschaften außer Kaffee und Tee täglich nach
Möglichkeit zweimal warme Speisen, und zwar Fleisch, Gemüse, Suppe und Kartoffeln.......
Das Schlachtvieh wird von den Lieferanten, mit denen schon im Frieden Verträge abgeschlossen
sind, den Truppen in lebenden Zustande zugetrieben und an Ort und Stelle von den Schlächtern,
die sich teils nur als Angestellte bei den Truppen befinden, geschlachtet...“
„Die Kriegsproviantämter sind überhaupt die Ausgabestellen für die Lieferungen während des
Krieges an die Truppenteile...“


Proviantkolonnen wurden für die nötige Logistik gebraucht. Eine solche Kolonne bestand aus 17 Proviantwagen, eine schwere aus 36 Wagen und eine Fuhrwerkskolonne aus 48 Fuhrwerkswagen. Enthalten war im Lebensmittelwagen der Truppenteile eine zweitägige Ration für jeden Mann (Brot, Milch, Dauerfleisch, Tee, Salz, die eiserne Ration, die nur mit Genehmigung des Vorgesetzten zu öffnen war und die aus 250 g Eierzwieback, 200 g Fleischkonserven, 150 g Gemüsekonserven, 25 g Salz und 25 g Kaffee oder Tee bestand). Das Brot wurde von Feldbäckereien gebacken, die fahrbar waren. Hier wurde ausschließlich das berühmte Kommissbrot gebacken. Innerhalb von 24 Stunden konnten 23000 Brotportionen gebacken werden.

Quelle: „Nach Feierabend“ 1914

Rüstungsproduktion

Bis heute kann man die Frage stellen, wem Krieg nützt. Diese auch bei Remarque von den einfachen Soldaten aufgeworfene Problematik lässt sich beantworten. Es dreht sich um das ganz große Geld. Je länger ein Krieg dauert, umso mehr muss Nachschub rollen, vor allem Munition, die auf den Gegener zu schießen ist. Die großen Munitionsfabriken konnten kaum den Bedarf der Front liefern, so viel wurde an Granaten gebraucht. Ich glaube nicht, dass ein Fabrikant auch nur einen Gedanken an die zerfetzten Opfer verschwendet, damals genauso wenig wie heute in den Kriegen der Gegenwart. Jede Patrone, die verschossen wird, muss ersetzt werden. Ersatzteile aller Art werden benötigt, wenn etwas verschlissen ist. Jeder Tropfen Benzin muss nachgetankt werden. Paul Ettighoffer schreibt über den Munitionsverbrauch vor Verdun 1916:

„Zum Antransport dieser Munitionsmasse aus den deutschen Rüstungswerken bis zu den
Entladerampen in Longuyon oder bei Spincourt wurden 2700 Züge benötigt...Diese 2700 Züge
huntereinander auf einem Gleis stehend, hätten eine Eisenbahnstrecke von Köln über Berlin bis
100 Kilometer hinter Warschau blockiert.“

Quelle: Paul Ettighoffer „Verdun-Das große Gericht“, Augsburg, 2000


Zudem nennt er die Zahl der deutschen Artilleriemunition, die verschossen wurde: 1350000 Tonnen. Auf französischer Seite wurde in etwa ebenso viel Munition verschossen. Man kann sich nun lebhaft vorstellen, dass die Rüstungsbosse immer reicher geworden sind.................................

Die Tanks

Die neue Waffe tauchte auf den Schlachtfeldern auf und verbreitete Angst und Schrecken bei den Soldaten. Gestoppt werden konnte ein Tank nur durch eine geballte Ladung Handgranaten oder durch die eigene Artillerie, s. Bild.

von deutscher Artillerie gestoppter englischer Tank
„Die Panzerung, gegen die Infanterie- und Maschinengewehrfeuer wirkungslos bleiben, hat eine
Stärke von drei Zentimetern. Als Fortbewegungsmittel dienen zwei seitliche Kettenbänder,
mittels deren das schwerfällige Fahrzeug im Fußgängertempo ruckweise vorwärts gleitet und sich
über Bodenunebenheiten, Granatlöcher und selbst Schützengräben hinwegarbeitet...das hintere
Rad-einige dieser Ungetüme sind auch mit zwei Rädern versehen-dient als Steuer. Die 
Bestückung besteht meist aus zwei dreizölligen Schnellfeuerkanonen und vier bis vierzehn
Maschinengewehren.“

Quelle: „Illustrierte Geschichte des Weltkrieges 1914 / 1917“


In Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ heißt es über die Tanks:

„Die Tanks sind vom Gespött zu einer schweren Waffe geworden. Sie kommen, gepanzert,
in langer Reihe gerollt und verkörpern mehr als anderes das Grauen des Krieges. Die Geschütze,
die uns das Trommelfeuer herüberschicken, sehen wir nicht, die angreifenden Linien des Feindes
sind Menschen wie wir-aber diese Tanks sind Maschinen, ihre Kettenbänder laufen endlos wie der
Krieg, sie sind die Vernichtung, wenn sie fühllos in Trichter hineinrollen und wieder hochklettern,
unaufhaltsam, eine Flotte brüllender, rauchspeiender Panzer, unverwundbare, Tote und
Verwundete zerquetschende Stahltiere - - Wir schrumpfen zusammen vor ihnen in unserer dünnen
Haut, vor ihrer kolossalen Wucht werden unsere Arme zu Strohhalmen und unsere Handgranaten
zu Streichhölzern. Granaten, Gasschwaden und Tankflottillen-Zerstampfen, Zerfressen, Tod.
Ruhr, Grippe, Typhus-Würgen, Verbrennen, Tod, Graben, Lazarett, Massengrab-mehr
Möglichkeiten gibt es nicht.“
monströser englischer Tank

Nach dem Weltkrieg waren Deutschland schwere Waffen durch Versailles verboten. Erst nach 1933, unter Hitler, wurde die deutsche Panzerwaffe aufgebaut und in den ersten Monaten des zweiten Weltkrieges revolutionär eingesetzt, als sie in gewaltigen Zangenoperationen die gegnerischen Streitkräfte umfasste, einschloss und vernichtete.







Flammenwerfer

Die Flammenwerfer waren eine furchtbare Waffe für alle Betroffenen. War erst einmal einer entdeckt, musste der getroffen werden, der den Behälter mit dem entflammbaren Zeug enthielt .Klappte dies, brannte u.U. der, der die Lanze hielt. Vor Verdun kamen Werfer zum Einsatz, die den Flammenstrahl 100 m weit schleudern konnten. Wer getroffen wurde, war ein Kind des Todes. Die Infanterie konnt unter dem Schutz des Strahls und der Rauchschwaden vorrücken. Im Inneren eines Forts, siehe Vaux, erwies sich der Einsatz der Waffe als kontraproduktiv, da unter den Masutschwaden die eigenen Leute zu ersticken drohten. Später wurden dann Panzer damit ausgerüstet. Ein Flammenwerfer konnte sogar einen Tank ausschalten. Schlimm daran war, wer vom Feuerstrahl getroffen wurde, er starb einen elenden Tod und verbrannte bei lebendigem Leib.

Minenwerfer

Kasernen

Kaserne Freiberg-Sachsen.jpg

Wer jemals gedient hat, weiß, was es heißt, in die Kaserne einzurücken. Zu meiner Zeit hieß es immer: „Am Tor gibst du dein Gehirn ab. Wenn du in den Urlaub fährst, holst du es wieder ab!“ In diesen Worten steckt alles an Wahrheit drin. Du wirst in der Grundausbildung einer Gruppe zugeteilt, an deren Spitze ein Unteroffizier steht, der dir die Befehle gibt, die du auszuführen hast. Dabei frage lieber nicht, ob der Befehl sinnvoll ist, das könnte schwerwiegende Folgen haben. Auch rumzumotzen bringt nichts, du bekommst nur Ärger. Ein gut gebautes Bett für den Stubendurchgang hat oberste Priorität. Putze deine Stiefel ordentlich, damit der Uffz dich nicht anschnauzen kann. Wasche deine Kragenbinden immer, denn die werden kontrolliert. Du musst auch immer deine Ausrüstung warten und denke dran, ein wenig Dreck in der Knarre kann der Ausbund werden, wenn jemand in der Waffenkammer dies bei der Kontrolle feststellt. Acht darauf, dass dein Spind immer ohne Beanstandung ist und lege deine Unterwäsche auf den Milimeter genau zusammen. Sei kein Weichei, wenn es auf der Sturmbahn an die Eskaladierwand geht und bemühe dich rüberzukommen. Lass das Gebrülle des Uffz an dir abgleiten. Gewöhne dir Durchhaltewillen an, wenn marschiert wird und das über zig Kilometer. Verbeiße dir den Schmerz an den Füßen und vergiss die Blasen. Wenn geschossen wird, ziele genau. Denke daran, dass der Uffz dein Herr ist und achte auf seine Kommandos genau, wenn im Gleichschritt marschiert wird. Zeige Kadavergehorsam beim Drill und bemühe dich beim Bajonettieren, das Seitengewehr an der richtigen Stelle anzusetzen. Blende den Wunsch nach einer ruhigen Minute aus, aber genieße es, wenn dein Herr eine Raucherpause anordnet. Grüße militärisch exakt und bete jeden Offizier an, denn der ist ein göttergleiches Wesen. Bemühe dich um die korrekte Erfüllung jeden Befehls, damit du nicht in den Armeeknast kommst oder vors Kriegsgericht. Halte deine Stube und die Latrinen sauber. Säubere Außenrevier und Waschraum, auch wenn es Stunden dauert. Wenn es ins Feldlager geht, verrichte deine Notdurft auf dem Donnerbalken. Ertrage die Kälte nachts und ziehe alles an, was du dabei hast. Halte beim Härtetest durch, denn da geht es auf eine 25-Kilometer-Schleife. Iss deinen Fraß aus dem Kochgeschirr unter freiem Himmel und freue dich, wenn der UVD frühs die Nachtruhe beendet. Du musst mit freiem Oberkörper in die Kälte zum Dauerlauf, damit du warm wirst. Mache deine Liegestütze auf den Fäusten, das macht hart. Rasiere dich dann mit kaltem Wasser im Waschzelt, es macht nichts, wenn du dich dabei schneidest. Mit ordentlicher Rasur gewinnen wir jeden Krieg. Kippe nicht um, solltest du ein Schützenloch ausheben, es wird dich schützen, wenn ein Panzer darüber rollt, es sei denn, er dreht sich über dir und zermalmt dich mit seinem Gewicht, das Vaterland wird es dir schon danken. Verschwende keine Gedanken an deine Lieben daheim, sie können dir eh nicht helfen. Der Uffz, dein Herr, ist jetzt deine Leitfigur, marschiere, und wenn du dabei dein Leben verfluchst, es nützt nichts. Wirst du mal krank, dann kommst du ins Lazarett und kannst im Bett Haltung annehmen. Hasse den Feind, du musst ihn eines Tages mit dem ersten Schuss erledigen, sonst erledigt er dich. Pflege deine Fingernägel, die Krallen musst du beim Morgenappell herzeigen, dann geht das Gebrülle von vorne los. Trage die Haare ganz kurz. Kenne die Lieder deiner Truppe gut, guter Gesang erleichtert jeden Marsch, dein Uffz aber wird dir jede Stimmritze öffnen und das beim Strafexerzieren, wenn du keine Lust auf Gesang hast. Zeige mitten in der Nacht gegen drei Uhr dein Geschlechtsteil dem Sani. Du wirst vollgesaut, sollte was dran auszusetzen sein. Vermeide Süff in der Waschtasche, denn sonst könnten dort drin Guppys gezüchtet werden und das geht doch nicht. Trage deine Uniform mit Stolz, sie weist dich im Ausgang und im Urlaub als Soldaten aus. Trinke aber nicht so viel, wenn du die Kaserne mit deinen Kameraden verlässt. Kommt mal ein Paket mit Liebesgaben aus der Heimat auf deine Stube, dann teile alles mit deinen Stubenbewohnern. Sei wachsam, steht du auf Wache als Posten mit Knarre und schlafe nicht ein, auch wenn es dir die Augen zuzieht. Und liebe deine Waffe wie dich selbst. Ehre und achte die Kameraden, die schon länger dabei sind, du musst ihre Schikanen über dich ergehen lassen, denn sie haben großen Einfluss. Irgendwann wirst du selbst ein EK sein und dann kannst du als „freier“ Mann ins Zivilleben zurück, oder aber, sie schicken dich in den Krieg.

Unteroffizier zum Rekruten, der nach einigen Klimmzügen die Sache aufgibt: `Sie, Männeken, det Turnen hier is aber keen Schachspielen! Mit drei Zügen matt gibt`s hier nich`!

Der Landsturm

Im Landsturm waren alle wehrpflichtigen Männer im Alter zwischen 17 und 42 Jahren, wenn sie nicht in Heer oder Marine dienten.

Die Ostfront

Die Ostfront entstand durch die Bündnisverpflichtung, die Russland gegenüber England und Frankreich innerhalb der Entente hatte. Die OHL musste nun Truppen an die Ostfront verlegen. Zwar marschierten die Russen 1914 in Ostpreußen ein, aber sie wurden von Hindenburgs Truppen vertrieben. Deutschland kämpfte zusammen mit Österreich-Ungarn. Im Kriegsverlauf stießen die Armeen der Mittelmächte weit vor und konnten rusische Offensiven überstehen. Große Territorien wurden erobert und 1917 brach dann beim Feind die Revolution unter Lenin aus. Das brachte den Mittelmächten den Vorteil, dass 1918 die Bolschewisten Frieden wollten. Dieser wurde am 3.3.1918 in Brest-Litowsk unterzeichnet und er sah große Gebietsabtretungen vor. Dadurch konnten die Deutschen eine Million Mann an die Westfront verlegen, wo am 21.3.1918 die Frühjahrsoffensiven begannen, die aber nicht den entscheidenden Durchbruch erreichten. Im Waffenstillstand vom 11.11.1918 wurde der Vertrag von Brest-Litowsk null und nichtig.

Etappe

Hinter der Front wurden ausgeblutete Verbände wieder aufgefrischt. Hier befand sich auch die so genannte Etappe, wo verwaltet und wieder instandgesetzt wurde. Bei dem einfachen Soldaten waren die 'Etappenhengste` auf ihren Druckposten verschrien, denn sie mussten nicht ins Feuer nach vorn, sondern schoben eine ruhige Kugel. Für die Truppen, die sich hier ausruhen konnten, bedeutete es, dass sie verpflegt wurden und dass sie Feldpost und Tabak bekamen. Und, was immens wichtig war, im Quartier konnte man sich endlich einmal ausschlafen. Verwundete wurden verarztet und dann wurden sie mit Transportzügen nach Deutschland in ein richtiges Lazarett gebracht.

Krieg im Hochgebirge

Im Hochgebirge der Alpen verlief auch eine Frontlinie, denn Italien kämpfte auf der Seite der Entente. Den Italienern standen die Truppen Österreich-Ungarns gegenüber. Erbittert wurde um jeden Meter gerungen, eine eigentliche militärische Entscheidung war nicht zu verzeichnen. Italien stand aber auf der Seite der Sieger. Nach dem Krieg löste sich die Doppelmonarchie auf und zerfiel. Es entstanden neue Staaten (Österreich, Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei). Der Krieg in den Bergen stellte besondere Anforderungen an Mensch und Material, vor allem in großer Höhe. Die drei Bilder stammen aus der Zeitschrift 'Illustrierte Geschichte des Weltkrieges`, die mir Nick Krüger zur Verfügung gestellt hat-danke dafür!

Das Automobil

„Nicht nur das schnaubende Roß hat der Krieg von Pflug und Wagen hinweg an seine Kanonen und die Munitions- und Proviantkarren gespannt;
auch die bisher nur dem Friedensverkehre gewidmeten Fortbewegungsmittel Zweirad und Auto müssen jetzt seinen Zwecken dienstbar sein, das Auto in ganz besonders vielfältiger Weise.
Längst ist das Pferd nicht mehr schnell genug, um einen Felfherrn oder andere leitende Persönlichkeiten von einem Ort der jetzt oft mehrere hundert
Kilometer langen Schlachtfront zum anderen zu tragen; da heißt es schleunigst: Auto vor! Auch
Patrouillen werden häufig mit der Benzindroschke befördert...“

Quelle: „Nach Feierabend“ 1914

Das Automobil ist sozusagen auch eine Veränderung zu früheren Kriegen. Die Motorisierung erfolgte nun in immer schnellerem Tempo. Auf dem ersten Bild sieht man deutlich, dass vorn ein Drahtschneider angebracht ist sowie ein „Teufelskopf“ zum Entfernen feindlicher Straßenhindernisse. In Folge tauchten dann die ersten Lastkraftwagen auf, die z.B. die Truppen befördern konnten. Natürlich wurde Kraftstoff benötigt, der im 2. Weltkrieg in gewaltigen Mengen Panzer, Kräder, Autos und LKW`s bewegte.

Leichenberge und Massengrab

Kriegerdenkmal

Nach dem Weltkrieg 1914-1918 wurde in allen deutschen Städten und Dörfern den Gefallenen ein Kriegerdenkmal geweiht. Häufig wurden die Namen der Toten sowie der Vermissten eingraviert. In vielen Fällen sieht man Eiserne Kreuze, gekreuzte Bajonette oder den Stahlhelm. Die Weimarer Zeit brachte den Wunsch nach Revanche und so wurden die Gefallenen zu „Helden“ stilisiert, was sich auch in den Denkmalen widerspiegelt. Besonders schlimm wurde dies dann in der NS-Zeit, war doch Hitler selbst Gefreiter an der Westfront. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg muss man zwischen DDR und BRD unterscheiden. Im Osten verfiel vieles und das Gedenken an gefallene deutsche Soldaten war unerwünscht. Da gedachte man eher der Opfer des Faschismus und der alten KPD-Kämpfer. Umso erfreulicher ist es mir heute, wenn an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert wird und das bezieht auf beide große Kriege.

Krieg in den Kolonien

Der Krieg in den deutschen Kolonien ist eine Nebenepisode des Weltkrieges. Zwar wurde auch dort gekämpft, aber die Deutschen waren unterlegen und hatten keine Chance. Durch die Niederlage 1918 gingen im Endeffekt alle Kolonien verloren.

Giftgas

Erstmalig wurden chemische Kampfstoffe 1915 durch deutsche Truppen vor Ypern eingesetzt. Da niemand auf der anderen Seite damit rechnete, waren die Folgen für die betroffenen Soldaten fürchterlich, sie starben einen qualvollen Tod.
Zunächst musste man bei den Präventivmaßnahmen improvisieren, indem man mit Urin getränkte Lappen vor Mund und Nase hielt. Überall standen Rasseln, um bei Gasalarm zu warnen. Erst nach und nach erhielten alle Soldaten Schutzmasken, die funktionieren mussten, um zu schützen. Wichtig war, dass man sie nicht zu früh wieder absetzte. Es musste beachtet werden, dass sich das Gas unten in einem Granattrichter länger hielt als oben. Die Sichtgläser der Maske beschlugen bei längerem Tragen. Die Soldaten müssen bei entsprechendem Trommelfeuer furchtbare Angst gelitten haben und es dürfte Panik aufgekommen sein.
Die Entente entwickelte nun auch Giftgase und beide Seiten entwickelten während des Weltkrieges immer effizientere Kampfstoffe. Übrigens erlitt Adolf Hitler 1918 während eines Gasangriffes eine vorübergehende Blindheit.

Verbündeter Österreich-Ungarn

Orden und Ehrenzeichen

Folgen des verlorenen Krieges-Nachkriegszeit

Dezember 1918 Zeit der Revolution-Einzug der Besiegten in Berlin-Waffenstillstand-der Krieg ist aus
Inflation nach Krieg 1923.jpg

Versailler Vertrag

Merke: Der Versailler Vertrag wurde 1919 unterzeichnet!

Merke: 1919 fanden in Deutschland Wahlen zur Nationalversammlung statt, bei der erstmals auch Frauen wählen durften. Seither sprechen wir von einer parlamentarischen Demokratie (WEIMARER REPUBLIK 1919-1933)!!!

Merke: Schwarz-rot-gold wurden die neuen Nationalfarben bis 1933 und lösten schwarz-weiß-rot ab.


Kriegsschuldparagraph

Nur wir, d.h. Deutschland und seine Verbündeten haben Schuld am 1. Weltkrieg!!!!

= Pflicht, Gebiete abzutreten
= Pflicht, Reparationen zu zahlen


Territoriale Bestimmungen

  • Deutschland verliert 13% seines Territoriums, u.a.

a) Elsass-Lothringen
b) Westpreußen
c) Provinz Posen

  • alle Kolonien gehen verloren
  • Auflösung des osmanischen Reiches
  • Auflösung der Monarchie in Österreich-Ungarn
  • neue Staaten entstehen: Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Österreich, Jugoslawien, Estland, Lettland, Litauen


Militärische Bestimmungen

  • Verbot der allgemeinen Wehrpflicht
  • 100000 Mann Berufsarmee
  • 15000 Mann Marine
  • Verkleinerung der Flotte
  • Verbot chemischer Kampfstoffe
  • Verbot einer Luftwaffe
  • Verbot schwerer Waffen

Wirtschaftliche Bestimmungen

  • Reparationszahlungen(Kriegskostenentschädigungen) an Frankreich und Großbritannien(man hätte bis ca. 1980 gezahlt)
  • Verkleinerung d. Handelsflotte
  • Verlust industrieller Ballungsgebiete

In letzter Konsequenz muss man sagen, dass der Friedensvertrag von Versailles den Keim für den nächsten großen Waffengang beinhaltete. Die Wut im Volk, der Frust über die Demütigung und der Hass auf die Unterzeichner ermöglichten in den folgenden Monaten und Jahren den Aufstieg Adolf Hitlers und der NSDAP.
Ein wahrer Friede hätte Deutschland nicht in den Dreck treten dürfen, statt dessen erlebte nun unsere Nation Jahre des Elends mit Inflation, Massenarbeitslosigkeit und der Gewalt zwischen Links und Rechts auf der Straße...........

Die Reichsverfassung vom 11.8.1919

Germany.gif

Weblinks

http://www.volksbund.de

Seiten in der Kategorie „Weltkrieg 1914-1918“

Diese Kategorie enthält nur die folgende Seite.