Waterloo 18.6.1815: Unterschied zwischen den Versionen

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  Schlacht bei Waterloo
 
  Schlacht bei Waterloo

Version vom 4. August 2019, 23:01 Uhr

“ Vom Vater Blücher “

》” Battle of Waterloo “
》 Meine Musik: “ Running Wild - Battle of Waterloo “ auf YouTube - Thomas Keilhack
Schlacht bei Waterloo

18. Juni 1815, die Schlacht bei "Belle-Alliance" 
June the 18th 1815, the Battle at "Belle-Alliance" 

Sumpfige Felder und strömender Regen regnet das ganze Blut und das Kanonenfeuer, Kürassiers Angriff 
Marshy fields and pouring rain all the blood and cannon's fire, cuirassier's attack 

Britische Grenadiere stehen auf Wellingtons Befehl 
British grenadiers stand tight Wellington's command 

"Bluecher oder die Nacht", aber kein preußischer Anblick
"Bluecher or the night" but no Prussian on the sight
Die Schlacht von Waterloo, ein Blutmeer, das die Felder befleckt 
The Battle of Waterloo, a sea of blood that stains the fields 

Die Schlacht von Waterloo, Blei und Stahl die blutigen Götter 
The Battle of Waterloo, lead and steel the bloody gods 

Die Schlacht von Waterloo, sie kämpfen und sterben, fallen einer nach dem anderen 
The Battle of Waterloo, they fight and die, fall one by one 

Die Schlacht von Waterloo, eine Hommage an den blutigen Tod
The Battle of Waterloo, a tribute to the bloody death
Kämpfe, kämpfe, du musst zusammenstehen 
Fight, fight, you have to stand unite 

Töte, töte, komm und mach deinen Nervenkitzel 
Kill, kill, come on and have your thrill 

Bluten, bluten, dein Blut fließt auf das Feld 
Bleed, bleed, your blood flows on the field 

Stirb, stirb, aber niemand wird je nach dir weinen
Die, die, but nobody will ever cry for you
Die französische Garde marschiert immer weiter in Richtung britischer Linien 
The French guard marches on and on straight towards British lines 

Die Bluechers-Preußen stürmen den Kampf gegen die Feuerseite 
Bluechers Prussians join the fight storming the fire side 

Die französischen Wächter fallen aber eins nach dem anderen 
The French guards fall one by one but 

Napoleon ist gegangen 
Napoleon has gone 

Wissen Sie, wer die Kosten trägt? 
Do you know who's paying the costs? 

Der kleine Soldat hat er verloren
The little soldier, he's lost
Die Schlacht von Waterloo, ein Blutmeer, das die Felder befleckt 
The Battle of Waterloo, a sea of blood that stains the fields 

Die Schlacht von Waterloo, Blei und Stahl die blutigen Götter 
The Battle of Waterloo, lead and steel the bloody gods 

Die Schlacht von Waterloo, sie kämpfen und sterben, fallen einer nach dem anderen 
The Battle of Waterloo, they fight and die, fall one by one 

Die Schlacht von Waterloo, eine Hommage an den blutigen Tod
The Battle of Waterloo, a tribute to the bloody death

Songwriter: Rolf Kasparek
Songtext von Battle of Waterloo © The Bicycle Music Company


Der Herzog von Wellington hatte seine englischen Truppen auf einem sanft aufsteigenden Höhenrücken aufgestellt. Napoleon schwelgte im Siege und glaubte sicher, sein Marschall Grouchy habe die Preußen in den Rhein gejagt. In den heftigsten Angriffen wurde den Engländern auf ihren Höhen hart zugesetzt. Ganze Regimenter derselben waren bereits gefallen. Wellington hatte kaum noch 40000 Mann unter den Waffen. Aber er blieb kalt und ruhig wie immer. Fest war er inmitten des Schlachtgewühls, von Kugeln umsaust, unter seinem Baume geblieben, hatte, als die Gefahr am höchsten stieg, sich entschlossen auf die Erde niedergesetzt mit den Worten:

“ Hier, Soldaten, bleibe ich und weiche keinen Fuß breit. “

Nur nach seinem Waffenbruder hatte er sehnlichst ausgeschaut, hatte, als er seine besten Kräfte zusammenschwinden sah, seufzend gesprochen:

“ Ich wollte, es wäre Nacht, oder die Preußen kämen! “

Und kaum hatte er das Wort ausgeredet, da vernahm er auch den Donner unseres Geschützes im Rücken des Feindes, und Tränen brachen aus seinen Augen, und laut rief er aus:

“ Das ist der alte Blücher! “

Blücher hatte in seinem Quartiere zu Wawre nicht schlafen können. Mit dem frühen Morgen kam der Wundarzt, um dem übel zugerichteten Greise zu guter Letzt die Seite einzureiben.  

“ Ach was! erst noch schmieren! “

rief der alte Degen. 

“ Ob ich heute gesalbt oder ungesalbt zum Himmel fahre, das wird wohl auf eins herauskommen! “

und damit setzte er sich wohlgemut zu Pferde. Als er sah, wie stark es geregnet hatte und immerfort regnete, rief er:

“ Das sind unsere Verbündeten von der Katzbach, da sparen wir dem Könige wieder Pulver! “

Und nun ging's fort. Aber es wollte in dem durchweichten Boden gar nicht vorwärts gehen. Da sprengte denn Blücher, der schon Nachricht von dem gefährlichen Stand der Engländer erhalten hatte, sorgenvoll von Punkt zu Punkt, wo der Zug stockte, und  feuerte mit seinem:

“ Vorwärts, Kinder! “

zur Eile an.

“ Es geht nicht, es ist unmöglich! “

klang es aus der Mitte der durch Schlamm und Pfützen sich fortarbeitenden Truppen. Da redete Blücher in höchster Seelenangst seiner Getreuen an:

“ Kinder, wir müssen vorwärts! Ich habe es ja meinem Bruder Wellington versprochen. Ich hab es versprochen, hört ihr wohl? Wollt ihr denn, daß ich wortbrüchig werden soll? “

Und da ging's denn. -
Napoleon sah auf seinem rechten Flügel und in seinem Rücken die Preußen in schönster Ordnung von den bewaldeten Höhen herabsteigen. Da beschloß er mit seiner Garde den letzten, verzweifelten Stoß auf das Mitteltreffen der Engländer. Mit  furchtbarer Entschlossenheit drang die alte Garde gegen die Tod und Verderben speienden Höhen vor. Ein frischer Windstoß wehte den Pulverdampf weg, und die französischen Garden sahen neben und hinter sich Preußen, nichts als Preußen, sahen ihren  rechten Flügel bereits in voller Flucht, und dennoch wichen sie erst, nachdem die Hälfte ihrer Mannschaft gefallen war. Der unerhörte Anblick der fliehenden Garden entmutigte ihre Kameraden völlig. Das rote Ziegeldach des Vorwerks 
La Belle  - Alliance zum Ziele nehmend, drangen Preußen und Engländer unaufhaltsam vorwärts. Die Franzosen sahen sich von allen Seiten angegriffen, und mit dem Rufe:

“ Rette sich, wer kann! “

ergossen sie sich in wilder Verwirrung in die Flucht. Napoleon hielt in dem letzten Viereck seiner Garden, mit starren Blicken den Greuel der Vernichtung betrachtend. Einer seiner Marschälle ergriff den Zügel des kaiserlichen Pferdes und riß seinen Gebieter, der den Tod suchte, mit Gewalt fort. Bei Belle  - Alliance, “ dem schönen Bunde “, trafen sich die siegreichen Feldherrn Blücher und Wellington. Den müden Preußen verblieb nun das saure, aber lustige Stück Arbeit der Verfolgung. Hei, da ging's den tapfern Gneisenau an der Spitze, unter dem Klange der Flügelhörner lustig in die Nacht hinein. Bald erbeuteten die Unsern den Reisewagen Napoleons. Er selbst hatte sich bei dem Geschrei:

“ Die Preußen kommen! “

kaum zum Schlage hinaus retten können und seinen Hut und Degen im Stiche lassen müssen. In den Dörfern, im hohen Korne wurden die todmüden Franzosen durch den Schall der Hörner, das Wirbeln der Trommeln und das Knallen des Kleingewehrfeuers aufgejagt. Hell stand der Vollmond am Himmel, als wollte er den tapferen Preußen leuchten. Aber immer dünner wurde die Schar der verfolgenden Truppen. Zuletzt waren nur noch einige Reiter und ein paar Füsilierkompanien übrig geblieben. Einen unermüdlichen Trommler setzte man in froher Siegeslaune auf eins der von Napoleons Wagen genommenen Kutschpferde; der mußten fortwährend die Trommel rühren, und diese Handvoll Leute, dieser eine Tambour jagten jetzt die Reste des fliehenden Heeres vor sich her, wie der Wind die fallenden Blätter. Noch in derselben Nacht schrieb Blücher an den Fürsten Schwarzenberg:

“ Der herrlichste Sieg ist erfochten. Ausführliches wird folgen. Ich denke, die Bonapartische Geschichte ist nun vorbei. Ich kann nicht mehr schreiben, denn ich zittere an allen Gliedern. Die Anstrengung war zu groß. “ 

Und in der nämlichen Nacht richtete er folgende schriftliche Ansprache an die Armee:

“ Ihr habt gezeigt, daß tapfere Krieger wohl überwunden, aber ihr Mut nicht gebeugt werden kann. Empfangt meinen Dank, ihr unübertrefflichen Soldaten! Ihr habt euch einen großen Namen gemacht. Nie wird Preußen untergehen, wenn eure Söhne und Enkel euch gleichen. “ -

Und die Bonapartische Geschichte war nun wirklich aus. Auf St. Helenas einsamem Felsen hat der Gewaltige geendet, der einst die Welt mit seinem Machtgebote beherrschte. 

Arndt