Kategorie:Kaiserlicher Marine

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Kaiserliche Marine Bilder


Reichskriegsflagge-Kaiserliche-Marine.gif Deutsches-Reich-Reichsfahne.gif

" Riding The Storm " - " Lied von Running Wild " - " Meine Musik "


Wellen brechen, eine Fahrt auf dem wilden, tosenden Meer
Breaking the waves, a ride on the wild raging sea

Mit dem Glück spielen, oh, was für eine Lust, frei zu sein
Playing with fortune, oh, what a lust to be free

Taschenlampen und Donner, der prasselnde Regen auf dem Rumpf
Flashlights and thunder, the pattering rain on the hull

Von einem stürmischen Horizont bekommen wir unseren Kurs
From a stormy horizon we get our course

Der Schrei der Freiheit
The cry of freedom
Gesicht im Wind, wir reiten den Sturm
Face in the wind, we're riding the storm

Wir werden unseren Kurs behalten, was auch immer kommen wird
We'll stay our course whatever will come

Wandernde Seelen im Meer der Verdammten
Wandering souls in the sea of the damned

Tod oder Ruhm, oh, oh, wir reiten den Sturm
Death or glory, oh, oh we're riding the storm
Risse in den Brettern, die Takelage auf und ab
Cracks in the planks, the rigging upwards and down

Taumelnde Masten, das Stampfen des Buges
Staggering masts, the pounding splash of the prow

Der Wind in unseren Segeln, unsere Flagge weht hoch oben
The wind in our sails, our flag flies high on the top

Von einem stürmischen Horizont bekommen wir unseren Kurs
From a stormy horizon we get our course

Der Schrei der Freiheit
The cry of freedom
Gesicht im Wind, wir reiten den Sturm
Face in the wind, we're riding the storm

Wir werden unseren Kurs behalten, was auch immer kommen wird
We'll stay our course whatever will come

Wandernde Seelen im Meer der Verdammten
Wandering souls in the sea of the damned

Tod oder Ruhm, oh, oh, wir reiten den Sturm
Death or glory, oh, oh we're riding the storm

Quelle: LyricFind

Songwriter: Rolf Kasparek

Songtext von Riding The Storm © Universal Music Publishing Group, BMG Rights Management

Auf YouTube

Die deutsche Flotte

Erwach', mein Volk, mit neuen Sinnen !
Blick in des Schicksals goldnes Buch, 
lies aus den Sternen dir den Spruch:
Du sollst die Welt gewinnen  !
Erwach', mein Volk  ! Heiß deine Töchter spinnen  !
Wir brauchen wieder einmal deutsches Linnen 
zu deutschem Segeltuch. 

Hinweg die feige Knechtsgebärde !
Zerbrich der Heimat Schneckenhaus, 
zieh mutig in die Welt hinaus, 
daß sie dein eigen werde ! -
Du bist der Hirt der großen Völkerherde, 
du bist das große Hoffnungsvolk der Erde !
Drum wirf den Anker aus !

- Georg Herwegh 1849


Die deutsche Flotte - Georg Herwegh 1849


Unsere Marine

Deutschlands Flotte 19. Jahrhundert

Die Entstehung und Entwicklung der kaiserlichen Marine bis zum Weltkrieg

Am 1. Oktober 1867 ging aus der bis dahin preußischen die Norddeutsche Bundesmarine hervor. Mit dem Vollzug der " Revolution von Oben " 1871, kam es auch zur Entstehung einer einheitlichen Deutschen Reichsmarine (Leipzig, den 3. Januar 1990 - " Wende " / DDR PH " Clara Zetkin " - Betreuer Dr. Manfred Leyh - " Belegarbeit "). Die Beseitigung der territorialen Zersplitterung, der fördernde Einfluß des geschaffenen starken Nationalstaates und die von besiegten Frankreich erpreßten 5 Milliarden Francs an Kontributionen ermöglichten es der aufstrebenden kapitalistischen Gesellschaft, sich in doch recht raschem Tempo zu entwickeln. Der Grundstein für einen Aufschwung der deutschen Industrie unter die erste Garnitur der Weltindustriemächte war gelegt. Doch zurück zu den Anfängen der kaiserlichen Marine. Die geringfügige Modifizierung des Flottengründungsplanes von 1867 sah vor,

" … daß die Offensive auch in einem zukünftigen Krieg der Armee überlassen bleibe ! "

(Heinz Neukirchen - " Seemacht im Spiegel der Geschichte " - Berlin, 1982 - S. 294)

Es wird also meines Erachtens nach doch recht deutlich, daß es zu diesem Zeitpunkt noch gewaltiger Anstrengungen bedurfte, um in die erste Reihe der damaligen Seemächte aufzurücken. Am 15. Juni 1888 trat Wilhelm II. die Nachfolge seiner Vorgänger Wilhelm I. und Friedrich III. an. Mit Kaiser Wilhelm II. übernahm ein Mann die Macht, dessen besonderes Interesse der Schaffung einer der britischen Royal Navy ebenbürtigen Flotte galt. Die Flotte setzte sich 1888 folgendermaßen zusammen:

15480 Personen, 534 Seeoffiziere, 13 veraltete Panzerschiffe, 8 Kreuzerfregatten, 10 Kreuzerkorvetten, 14 kleine Küstenpanzerfahrzeuge, 5 Kreuzer, 5 Kanonenboote, 10 Schulschiffe, 9 kleinere Fahrzeuge (Baldur Kaulisch - " Alfred von Tirpitz und die imperialistische deutsche Flottenrüstung " - Berlin, 1988 - S. 41)

Wilhelm II., unter dem Einfluß führender Finanz - und Industriekreise stehend, schuf sogleich drei Behörden, um mit Nachdruck in die Flottenpolitik hineinreden zu können:

das Oberkommando der Marine, das Reichsmarineamt und das Marinekabinett.

Für den Kaiser und die aufstrebende deutsche Industrie ging es dabei vordergründig um Kolonien, um Rohstoffquellen und Absatzmärkte. Eine starke Flotte sollte mit die Voraussetzungen schaffen, um den Platz an der Sonne zu erobern. Nicht umsonst berief der Kaiser den ehrgeizigen Alfred von Tirpitz, am 20. Januar 1892, zum Chef des Stabes im Oberkommando. Im Interesse der Rüstungsindustrie und des Kaisers strebte Tirpitz danach, die Flotte mit militärischem Gehalt zu erfüllen. Neben dem Heer wurde ein weiteres militärisches Machtmittel benötigt, um wirksam in den Kampf um Kolonien und Absatzmärkte eingreifen zu können. Und so formulierte Tirpitz:

" Nationaler Welthandel, Weltindustrie, bis zu einem gewissen Grade auch Hochseefischerei, Weltverkehr und Kolonien sind unmöglich ohne eine der Offensive fähigen Flotte. "

(Baldur Kaulisch - " Alfred von Tirpitz und die imperialistische deutsche Flottenrüstung " - Berlin, 1988 - S. 57)

So erscheint es nicht verwunderlich, wenn bereits 1898 das 1. Flottengesetz vom Reichstag angenommen wurde. Folgendes wurde fixiert:

" 1. Zur sofortigen Verwendung bereit: 17 Linienschiffe (große Panzerschiffe), 8 Küstenpanzerschiffe, 9 große Kreuzer, 26 kleine Kreuzer

2. Als Materialreserve: 2 Linienschiffe, 3 große Kreuzer, 4 kleine Kreuzer

Torpedofahrzeuge, Schulschiffe, Specialschiffe und Auslandskanonenboote wurden nicht mitgerechnet. " (R. Werner - " Das Buch von der Deutschen Flotte " - Bielefeld; Leipzig, 1902 - S. 166)

Es erscheint auch logisch, wenn forciert die Unterstützung großer Bevölkerungskreise angestrebt wurde. Am 30. April 1898 wurde der Deutsche Flottenverein, unter Schirmherrschaft des Prinzen Heinrich von Preußen, gegründet, der bald eine wahrhaft chauvinistische Massenorganisation mit 5000 Ortsgruppen und über 1 Million Mitglieder umfaßte. Nur zwei Jahre später, am 25. Januar 1900, ging die Vorlage des 2. Flottengesetzes von Tirpitz, inzwischen Sekretär des Reichsmarineamtes, an den Reichstag. Danach sollten im Zeitraum von 1900 bis 1917

2 Flottenflaggschiffe, 36 Linienschiffe, 14 große Kreuzer, 38 kleine Kreuzer

entstehen.

(Heinz Neukirchen - " Seemacht im Spiegel der Geschichte " - Berlin, 1982 - S. 295)

Die dafür beanschlagten Kosten beliefen sich auf 1125 Millionen Mark. Die so von Tirpitz konzipierte Flotte, deren Rückgrat das Schlachtschiff bildete, war eine reine Risikoflotte, denn die Briten brauchten die von Tirpitz angestrebte Seeschlacht in der Nordsee nicht annehmen, sondern sich lediglich darauf beschränken, die Ausgänge der Nordsee zu sperren und sie somit zu einem regelrecht toten Meer zu machen. Bei der Überlegenheit der Briten zur See war dies auch zu erwarten.

Die Kaiserliche Marine



Kriegsschiff.jpg

1871 wurde aus der Marine des norddeutschen Bundes die Kaiserliche Marine, die später auch als so genannte Hochseeflotte bezeichnet wurde. An der Spitze stand der Deutsche Kaiser, d.h. Wilhelm I. und Wilhelm II. Mit 2 Flottengesetzen unter Alfred von Tirpitz sollte versucht werden den Abstand zur englischen Grand Fleet zu verkürzen. Ab 1906 verstärkte sich das Wettrüsten durch neue Großkampfschiffe, die auf Stapel gelegt wurden, denkt man an die englische „Dreadnought“. Doch werfen wir erst einmal einen Blick ins Jahr 1871 zurück. Im Artikel 53 der Reichsverfassung vom 20.April 1871 heißt es:

"Die Kriegsmarine des Reichs ist eine einheitliche unter dem Oberbefehl des Kaisers.
Die Organisation und Zusammensetzung derselben liegt dem Kaiser ob,
welcher die Offiziere und Beamten der Marine ernennt ,
und für welchen dieselben nebst den Mannschaften eidlich in Pflicht zu nehmen sind."


Beginn der deutschen Seerüstung - Thomas Keilhack

Quelle: Bruno Meier - " Wie, ein Ozeandampfer entsteht - Mit einer Einleitung: Fünfzig Jahre deutschen Schiffbaus von Tjard Schwarz " - Leipzig, 1917 - 157 S.

S. 8 - 28

" Die Danziger Marinewerft blieb dann bis 1870 die einzige deutsche Werft, die zeitgemäße hölzerne Kriegsschiffe zu bauen vermochte. Auf ihren Helgen entstanden die Schiffsrümpfe der Dampfkorvetten Arkona, Gazelle, Vineta, Nymphe, Hertha, Medusa, Elisabeth, sowie der Dampfkanonenboote erster Klasse; und von 1871 - 1874 der Glattdeckskorvetten Ariadne, Luise und Freya. "

" Für Panzerschiffe war man jedoch auf das Ausland angewiesen. Die ersten preußischen Turmschiffe Arminius und Prinz Adalbert wurden 1864/65 von Samuda in London bzw. Armana in Bordeaux geliefert, auch die ersten Panzerschiffe des Norddeutschen Bundes, Friedrich Karl, Kronprinz und König Wilhelm wurden im Auslande bestellt. "

" Das erste Panzerschiff, welches in Deutschland in Bau gegeben wurde, war die Panzerkorvette Hansa. "

" Zu gleicher Zeit wurden die norddeutschen Bundeswerften zu Kiel und Wilhelmshaven in Betrieb gesetzt und der Eisenschiffbau mit der Inbaunahme der eisernen Panzerschiffe Friedrich der Große und Großer Kurfürst eingeführt. "

" Als dann im Jahre 1873 der Marineminister von Stosch mit einem Flottengründungsplan herauskam, wurde die Stellung der Marine zur deutschen Industrie dauernd festgelegt. Bereits im Jahre 1867 hatte der Reichstag der Norddeutschen Bundes mit Rücksicht auf die Tatsache, daß alle Panzerschiffe vom Ausland bezogen wurden, eine Resolution Graf Frankenberg angenommen, welche die Erwartung aussprach, ' daß der Marineminister bei der in Aussicht genommenen Entwicklung der Bundesmarine die vaterländische Schiffbauindustrie, sofern dieselbe gleich Tüchtiges und Preiswürdiges als das Ausland leistet, vorzugsweise mit Aufträgen betrauen werde. ' "

" Mit der Inbaugabe der drei Panzerschiffe Großer Kurfürst, Friedrich der Große und Preußen auf deutschen Werften wurde Deutschland mit bezug auf seinen Kriegsschiffbau auf eigene Füße gestellt; der nunmehr sich bahnbrechende Grundsatz, deutsche Kriegsschiffe auf deutschen Werften und mit deutschem Material zu erbauen, brachte nicht allein den heimischen Werften sondern auch der deutschen Eisenindustrie einen belebenden Hauch. "

" Neben den Kaiserlichen Werften und der Aktiengesellschaft Vulcan wurden die Aktiengesellschaften Weser in Bremen und Germania in Kiel sowie F. Schichau in Elbing, später die Werften von Blohm & Voß und von Howaldt allmählich zum Bau von Kriegsschiffen für die deutsche Marine herangezogen. "

》Kriegsschiffbauten: Panzerkanonenboote d. Wespe - Klasse, 4 Panzerschiffe der Sachsen - Klasse, die Oldenburg, Kreuzerbauten Leipzig + Prinz Adalbert, Schiffe der Stosch - und Karola - Klasse, geschützte Kreuzer Irene + Prinzeß Wilhelm, geschützte Avisos

" … auch war man bestrebt, durch Heranziehung von theoretisch durchgebildeten Konstrukteuren, welche inzwischen das Königliche Gewerbeinstitut herangebildet hatte sowie durch technisch erfahrene Ingenieure im Schiffbau wie im Schiffsmaschinenbau allen Anforderungen an Neukonstruktion und Bauausführung gerecht zu werden. " (!!!)

》Bald Kriegsschiffe f. fremde Nationen auf Stapel
》1877 Schichau baut da 1. Hochseetorpedoboot f. russ. Marine - 1878 folgen 10 andere
》 1878/79 Howaldt baut 2 schnelle Doppelschraubenschiffe (Diogenes + Sokrates) f. Peru
》1883 erhält Howaldt v. chines. Regierung der Auftrag, 2 Glattdeckskorvetten zu bauen
》Vulcan baut Torpedoboote, 2 Panzerschiffe (1881) und 1883 einen geschützten Kreuzer, 1887 2 Panzerkreuzer, 1898 3 geschützte Kreuzer f. China
》1900 Japan bestellt Panzerkreuzer
》Rußland bestellt 1902 1 geschützten Kreuzer
》Germaniawerft hat Aufträge für Torpedofahrzeuge + geschützte Kreuzer von Griechenland, Brasilien, Türkei und Rußland

" Als dann im Jahre 1890 durch den Bau der Brandenburg - Klasse und des ersten Dreischraubenkreuzers Kaiserin Augusta, und 1895 durch den Bau der Linienschiffe der Kaiser - Klasse sowie des großen Kreuzers Fürst Bismarck und der geschützten Kreuzer der Hertha - Klasse den deutschen Werften neue Aufgaben erwachsen, waren sie diesen erhöhten Anforderungen bereits voll gewachsen. "

" Deutschland besitzt in den Kruppschen Werken nur eine anerkannte Fabrik für Schiffsgeschütze … "

Die Hilfsindustrien des deutschen Schiffbaues

》Materialindustrie: Eisen + Stahl
》Panzerplatten der Dillinger Hüttenwerke
》Geschützmaterial v. Friedrich Krupp (vorzügl. Großstahl - internat. unerreicht)
》Nickelstahl - Panzerplatten v. Krupp int. an 1. Stelle !!!
》Kleineisenindustrie im besonderen f. Ausrüstungsgegenstände - Fittingsfabriken f. Produkte d. Rot - und Gelbgießerei

" Seitenfenster, Beschläge, Schiffsschrauben, Geländer, Ventile, Armaturen, Takelageteilen, Schrauben, Kauschen, Muttern, Klampen, Nieten, Poller, Ketten "

》dt. elektrotechn. Industrie f. Schiffsinstallationen (Ende 80 er Jahre: allgemeiner Eingang d. elektrischen Beleuchtung an Bord d. Schiffe
》elektrische Signalgeber + Kommandoapparate
》elektrische Kraftübertragung
》Scheinwerferbau (z.B. bei Schuckert)
》Elektrizitätsfirmen / Kranbauindustrie / Funkentelegraphie

Untergang der S.M.S. Panzerschiff " Großer Kurfürst " 1878 bei Folkestone

Großer Kurfürst

31.5.1878 - 269 Tote durch Rammung d. S.M.S. " König Wilhelm " (Zusammenstoß - Befehl: " … alle Mann aus dem Schiff … ")

" Der große Kurfürst " - Gustav Frommel

Sieh auf den Molen dort die Massen, 
Zu Tausenden das Volk allda 
Will es Revue passieren lassen 
Die Panzer der " Germania " ;
Stolz grüßt ihr Hurrah die Colosse, 
Und Antwort rollt von Mast und Raa' 
Hurrah! solch stolzem Meeresschlosse, 
Glück auf zur See! Germania. 
Fahr' wohl, fahr wohl! und fernem Strande
Verkünde Deutschlands Macht und Ruhm, 
Du jüngstes Kind vom Vaterlande!
Du Deutschlands Stolz und Heiligtum. 

Dort von den Bord der Eisenschiffe 
Noch tausend Augen rückwärts seh'n, 
Dorthin, wo Deutschlande Felsenriffe 
In bleichem Nebel untergeh'n. 
" Ade, ade, ihr meine Lieben " -
Hinaus, hinaus den letzten Gruß!
Sieh', flammen sprühend schickt von drüben 
Der Admiral den Abschiedskuß. 
Hurrah! ihr Könige der Meere!
Stimmt draußen auf dem Ocean 
Ein dröhnend Lied von deutscher Ehre,
Von deutscher Heldentugend an.

Klar ist die See, der Wind haucht leise 
In Deutschlands Farben dort am Mast -
Ihr deutschen Brüder: Gute Reise, 
Am fernen Strande gute Rast.
Welch' Dreigestirn! welch' stolze Namen!
Wie edler auf dem Ocean 
Sie nimmermehr gezogen kamen, 
Sie nie des Meergotts Augen sah'n, 
Drei Namen, eine Welt voll Ehre 
Umfassend eine Welt voll Ruhm, 
Hurrah, hurrah! schäumt auf, ihre Meere!
Schwing' hoch den Dreizack du, Neptun!

Der " Kaiser " und der " Kurfürst " führen, 
Die " Preußen " schließt den Eisen zug.
Fort schnell! Euch nahen die Walkyren, 
Umrauschen Euch im Todesflug. 
Fahrt schnell, fahrt schnell, ihr deutschen Brüder!
Schon rauscht aus düst'rer Fluth empor
Ein Todtensang, ein traurig müder,
Ein grauenvoller Leichenchor!
Ha! blasse Häupter, Tang - um wunden, 
Und bleiche Arme feucht und kühl, 
Ersehnend wilde Liebesstunden, 
Auftauchen an der Schiffe Kiel.  (?????) 

(Walkyren 》Walküre - Schlacht - oder Schildjungfer, ist in der nordischen Mythologie ein weibliches Geistwesen aus dem Gefolge des Göttervaters Odin (Wodan) !!!

Ha! gellend durch die Lüfte bebte
Vom " Kurfürst " der Kommando - Schrei,
Das Eisen kreischt. Hinweg was lebet!
Aufjauchzend ras't der Tod herbei. 
Ein Schrei aus tausend deutschen Kehlen. 
Ein nie gehörter Klageton, 
Herrgott! sei gnädig ihren Seelen,
Steh' bei im Tode Deutschlands Sohn. 
Ein Gurgeln und ein Wasserquellen. -
Ein Ringen fürchterlich und schwer, 
Dann glätten sich des Meeres Wellen 
Der " Große Kurfürst " ist nicht mehr. 

Er ist nicht mehr!  Doch von den Helden, 
Die nach er zog zum nächt'gen Grund,
Wird Deutschlands gold'nes Buch vermelden. 
Wird Singen deutscher Jugend Mund -
Es war ein Sinken, nie gesehen, 
Es war ein Sterben, groß und hehr, 
O Deutschland, deine Söhne gehen 
Zum Tode stolz auch auf dem Meer.
Du Göttin Deutschland, klage, klage, 
Cypressen Pflicht in's gold'ge Haar,
Dein " Kurfürst " ward zum Sarkophage, 
Für treue, deutsche, Heldenschar.

Schiffsbestand

Der Schiffsbestand der Marine ist dank zweier Flottengesetze beachtlich angewachsen.
Das ist natürlich das Verdienst von Alfred von Tirpitz. Die Ebenbürtigkeit bei Bau und
Bewaffnung konnte im Weltkrieg gegenüber der Grand Fleet eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden.
Trotzdem waren die Deutschen unterlegen und mussten die Seeblockade der Briten hinnehmen.
Die Existenz des Empire stand nur durch den U-Boot-Krieg auf dem Spiel.

1883

Der Schiffsbestand der Marine sah 1883 wie folgt aus:

Panzerschiffe 12 ( 1 im Bau )
Korvetten 18 ( 3 im Bau )
Panzerkanonenboote 11 ( 2 im Bau )
Torpedoboote 10 ( 1 im Bau )
Minenleger 4
Kanonenboot II.Klasse 1
Avisos 8
Transportdampfer 2
Schulschiffe 12
Dampfer für den Hafen- und Lotsenschiffe mehrere

1914

30. März 1889 - Flottengesetz

" Am 30. März 1889 traten an Stelle der Admiralität die beiden obersten Marine - Behörden, das ' Oberkommando der Marine ' und das ' Reichsmarineamt '. Das Oberkommando der Marine erhielt Freiherr von der Goltz als kommandierender Admiral. Sein Nachfolger wurde später der in den erblichen Adelsstand erhobene Admiral von Knorr. Als erster Staatssekretär des neugebildeten Reichsmarine - Amts fungierte Admiral Heusner; ihm folgte bis zum Jahre 1897 der Admiral Hollmann in Amte, bis der gegenwärtige Vize - Admiral Alfred Tirpitz als Staatssekretär an seine Stelle trat, der vom Kaiser zum preußischen Staatsminister ernannt wurde als Belohnung für das von ihm eingebrachte und durchgeführte Flottengesetz. " - 46 S.

Victor Laverrenz - " Deutschland zur See - Bilder aus dem deutschen Kriegsschiffleben " - Berlin, 1906 - 404 S.


Chargen der Marine

Die Chargen der Marine waren folgende:

Admiralität

  • Großadmiral
  • Admiral
  • Vizeadmiral
  • Konteradmiral

Stabsoffiziere

  • Kapitän zur See
  • Fregatten-Kapitän
  • Korvetten-Kapitän

Hauptleute

  • Kapitänleutnant
  • Subalternoffiziere
  • Oberleutnant zur See
  • Leutnant zur See

Offiziersersatz

  • Fähnrich zur See
  • Seekadett

Unteroffiziere

  • Ober-Deckoffiziere
  • Deckoffiziere
  • Feldwebel, Wachtmeister, Stückmeister, Signalmeister
  • Obermaat
  • Maat

Gemeine

  • Obermatrose ( Oberheizer )
  • Matrose ( Heizer )

Personal 1884

Das Personal der kaiserlichen Marine im Jahr des Beginns der Kolonialerwerbung 1884:

"Das Personal beziffert sich auf:
Vize - Admirale 2
Contre- Admirale 5
Kapitäne zur See 30
Corvetten- Kapitäne 56
Kapitän - Lieutnants I. Cl. 57
Kapitän - Lieutnants II. Cl. 57
Lieutnants zur See 184
Unter - Lieutnants zur See 143
Seekadetten 100
Kadetten 50
Offiziere des Seebataillons 34
Maschinen - Ingenieure 48
Torpedo - Offiziere 22
Feuerwerks- und Zeug - Offiziere 31
Marine - Zahlmeister 63
Deckoffiziere 422
Matrosen - Unteroffiziere 1076
Unteroffiziere der Werftdivision 1000
Matrosen 8200
Heizer und Handwerker 2500
Seesoldaten 950
Schiffsjungen 500
"

Der Einsatz deutscher Kriegsschiffe beim Erwerb von Kolonien - Thomas Keilhack

Nach der nationalstaatlichen Einigung trachtete die aufstrebende deutsche Industrie danach, sich am noch nicht völlig abgeschlossenen Kampf um Kolonien und Absatzmärkte zu beteiligen.

Koloniale Bestrebungen zeitigten mit den Jahren 1883/84 Früchte, als Angra Pequena, im heutigen Namibia liegend, vom Bremer Kaufmann Lüderitz erworben wurde und dieser dafür den Schutzbrief Kaiser Wilhelms erlangt hatte. Absofort mußten Kriegsschiffe, wie die Kreuzerkorvette " Carola ", der Kreuzer " Nautilus ", die Fregatten " Leipzig " und " Elisabeth ", die deutschen Interessen in den Gewässern um Angra Pequena sichern. " Am 7. August (1884) wurde feierlich Besitz ergriffen, auf afrikanischem Boden, …, die deutsche Flagge geheißt und mit 21 Kanonenschüssen begrüßt. Damit war die erste deutsche Kolonie gegründet … " (Werner, R. - " Das Buch von der Deutschen Flotte " - Bielefeld; Leipzig, 1902 - 331 S.).

" Eine neue Konstellation hatte sich ergeben, als zu Beginn der achtziger Jahre einflussreiche Männer der Wirtschaft zu der Überzeugung gelangt waren, dass Kolonien für Deutschland eine wirtschaftliche Notwendigkeit seien " (Begründungen der Kolonialpolitik). " Hier wurde Kolonialpolitik auch als Machtpolitik einer industriell erstarkten Deutschland empfanden, das seinen Platz im Welthandel beanspruchte. " " Daraus folgte konsequent darauf nach dem

Aufbau einer Flotte, denn nur eine starke Kriegsflotte sei in der Lage, die Kolonien und damit die Absatzmärkte zu sichern (Francesca Schinzinger - " Die Kolonien und das Deutsche Reich - Die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Besitzungen in Übersee " - Stuttgart, 1984 - 22 / 24 S.) ". Die nächste koloniale Erwerbung war Togo, wo bereits seit 1880 deutsche Faktoreien existierten. Die wirksame Beteiligung deutscher Kriegsschiffe beim Erwerb von Kolonialbesitz, wird meiner Meinung nach, auch in Togo deutlich. Hilferufe deutscher Kaufleute beantwortete man mit der Entsendung von mehreren Kriegsschiffen, so der Korvette " Sophie ", der bereits erwähnten Fregatte " Leipzig " und der Korvette " Olga ".

Auch beim " Erwerb " von Kamerun kamen mehrere Schiffe zum Einsatz. Als die deutsche Regierung die " Schutzherrschaft " übernahm, erschien die " Möwe " im Kamerunfluß und am 14. Juli 1884 wurde von diesem Gebiet Besitz ergriffen. Gegen englische Bemühungen, Deutschland hier zurückzudrängen, entsandte man gar ein ganzes Geschwader nach Kamerun, das aus den Kreuzerfregatten " Bismarck " und " Gneisenau " sowie den Korvetten " Olga " und

" Ariadne " bestand.

Im Mai 1884 wurde in Berlin die Neu - Guinea - Gesellschaft gegründet. Die Kreuzerfregatte

" Elisabeth " und das Kanonenboot " Hyäne " gingen nach der Nordküste Neu - Guineas in See, um dort die deutsche Flagge zu heißen und um die deutsche Oberhoheit über den Teil des Landes zu erklären, der noch nicht im Besitz von England und Holland war.

1885 wurde ein weiterer kaiserlicher Schutzbrief, für ein 2500 Quadratkilometer großes Gebiet in Ostafrika, erteilt. Da die neue Erwerbung keinen Zugang zur Küste besaß, wurde beschlossen, das Problem mit der Demonstration militärischer Gewalt zu lösen. Ein aus 4 Kreuzerfregatten bestehendes Geschwader erschien vor Sansibar. Es waren die Kreuzerfregatten

" Prinz Adalbert ", " Stosch ", " Elisabeth " und " Gneisenau ". Später kamen noch der Kreuzer

" Möwe " und die Kreuzerfregatte " Bismarck " hinzu. Der Sultan von Sansibar mußte die

" Deutsche Schutzherrschaft " anerkennen - der Zugang zur Küste war hergestellt.

" Der erste Schritt, durch welchen die deutsche Reichsregierung dortat, daß und wie sie deutschen Kolonialbesitz schützen wolle, wurde von unser Kriegsmarine inauguriert. Noch gehen die neuen Aufgaben nicht über die Kräfte unserer Marine, denn es handelt sich bis jetzt nur um Schutz für einzelne deutsche Handelshäuser oder für deutsche Agenten gegen

unkultivierte Völkerschaften ...Schon durch diese Art von Kolonialbesitz erhöhen sich die Ansprüche an unsere Marine. Die verschiedenen Fahrten an die westafrikanische Küste und das jetzt (30.10.1884 Kreuzergeschwader läuft unter Kontreadmiral Knorr aus Wilhelmshaven aus) stattgehabte Auslauten eines ganzen Geschwaders nach jenen Gegenden tun dies zur Genüge dar, und doch sind wir erst beim ersten Anfang … " (Niederschrift Stosch: " Die deutsche Marine und die Kolonisation " - Hans Hallmann - " Der Weg zum deutschen Schlachtflottenbau " - Stuttgart, 1933 - 41 S.).

Beim Erwerb von ausgedehnten Kolonialbesitz, kommt also dem Einsatz von Kriegsschiffen besondere Bedeutung. Nachfolgendes Zitat soll das unterstreichen (Thomas Keilhack):

" Aus dem Vorstehenden ist zu entnehmen, in wie ausgedehnter Weise unsere Kriegsschiffe bei dem Erwerb unserer Kolonien beteiligt gewesen, daß Deutschland unserer Flotte allein zu DANKEN hat, wann es seit wenigen Jahren auch zu einer Kolonialmacht geworden ist … daß Deutschland bei der letzten Teilung der Erde nicht wiederum vor einem verhängnisvollen zu spät stand, wie schon so oft (Werner, R. - " Das Buch von der Deutschen Flotte " - Bielefeld; Leipzig, 1902 - 345 S.). "


C H I N A


" Weltindustrie, Welthandels und Weltverkehr - dies schienen die neuen großen Aufgaben zu sein, die nach Bismarcks Abgang im Zeitalter des Imperialismus dem deutschen Reiche gestellt waren. Die jährlich wachsenden Seeinteressen in Übersee machten den Schutz durch dauernd anwesende KRIEGSSCHIFFE erforderlich. " (Walter Hubatsch - 30 S. - Stützpunktpolitik: " Die Erwerbung von Kiautschou ")


Zu den " Imperialisten " , die auch in China Fuß zu fassen suchten, gesellte sich auch der deutsche " Imperialismus " (3. Januar 1990 !!!! - " Wende " in der DDR !!!!!!). Als es 1900 zu einem bewaffneten Aufstand chinesischer Freiheitskämpfer kam, witterte auch Wilhelm II. Morgenluft, um im Interesse der deutschen Industrie Weltmachtansprüche geltend zu machen. Die Teilnahme der " beutelüsternen " deutschen Imperialisten " an der Ausplünderung Chinas, war nur durch einen Einsatz einer entsprechend starken Seemacht zu realisieren. Kurz nach der berüchtigten " Hunnenrede " des Kaisers, liefen die Schiffe " Batavia ", " Dresden " und

" Halle " mit den ersten Truppenkontingenten nach China aus.

(Wilhelm II.:

„Kommt ihr vor den Feind, so wird derselbe geschlagen! Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer euch in die Hände fällt, sei euch verfallen! Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in Überlieferung und Märchen gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutscher in China auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bestätigt werden, daß es niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen!“)


Es folgten weitere Truppentransporter und Dampfer mit Kriegsmaterial und Versorgungsgütern. Die entscheidende Rolle bei der Annexion chinesischen Territoriums, spielten die vor den Küsten Chinas operierenden deutschen Kriegsschiffe. Als der Widerstandskampf des chinesischen Volkes immer mehr anschwoll, wurde das in Ostasien operierende Kreuzergeschwader, bestehend aus den 3 großen Kreuzern " Hansa ", " Hertha " und

" Kaiserin Augusta ", verstärkt. Der modernste deutsche Panzerkreuzer " Fürst Bismarck " wurde am 30. Juni 1900 nach China beordert. " Ihm folgte am 11. Juli ein Panzergeschwader, das sich aus den in den letzten Jahren vom Stapel gelaufenen vier Zehntausend - Tonnen - Linienschiffen ' Kurfürst Friedrich Wilhelm ', ' Weißenburg ', ' Wörth ' und ' Brandenburg ' zusammensetzte … Der kleine Kreuzer ' Hela ', die Kanonenboote ' Luchs ', ' Iltis 'und

' Jaguar ' … vervollständigten die Armada. " (Roland Felber; Horst Rostek - " Der ' Hunnenkrieg ' Kaiser Wilhelm II. " - Berlin, 1987 - 31 S.)

Was sich in China abspielte zeigt deutlich, wozu die kaiserlich - deutsche Seekriegsflotte dienen sollte, zur Offensive, gedacht als Druckmittel zum " Erwerb " von Kolonien und zur Demonstration der Weltmachtambitionen eines Wilhelm II. Was am 14. November 1897 mit der Annexion Kiautschous durch den deutschen Imperialismus begann, was sich mit dem deutsch - chinesischen Vertrag über die Verpachtung Kiautschous an Deutschland auf 99 Jahre fortsetzte ( 6.3.1898 ), fand seinen dramatischen Abschluß in dem Boxerprotokoll vom 7. September 1901, das den halbkolonialen Status Chinas besiegelte.

Auch in der 2. Marokkokrise bot sich den herrschenden Kreisen Deutschlands die Möglichkeit, zu intervenieren. Als die Franzosen mit Waffengewalt versuchten, einer Neuregelung der Polizeiaufsicht in Marokko zuvorzukommen, wandten sich die deutsche Firmen an die Regierung, damit deutsches Eigentum und deutsches Leben geschützt würde. Schließlich ging am 1. Juli 1911 im Hafen von Agadir das deutsche Kanonenboot " Panther " vor Anker, das später vom leichten Kreuzer " Berlin " abgelöst wurde. Als der " Panther " wegen eines Defektes abgezogen wurde, wechselten die " Berlin " und das Kanonenboot " Eber " einander ab. Diese Kanonenbootspolitik ging als " Panthersprung nach Agadir " in die Geschichte ein. In der zwischen dem 15. und 26. Oktober 1911 erzielten Einigung über die territorialen Kompensationen, erhielt das deutsche Reich als Ausgleich für den Verzicht auf Marokko einen Teil der französischen Kongo - Kolonie mit 275000 Quadratkilometern und einen Gebietsstreifen zum Atlantischen Ozean sowie zwei Zugänge zum belgischen Kongo.

Die bisherige deutsche Kolonie Kamerun vergrößerte sich damit um etwa die Hälfte. Außerdem wurde Deutschland das Vorkaufsrecht auf Spanisch - Guinea zugestanden.


Zeittafel und Quellen

Danke für unsere Quelle: Hans H. Hildebrand, Albert Röhr, Hans - Otto Steinmetz: " Die deutschen Kriegsschiffe " - Biographien - Fotos

" Die Flotte selbst das Kriegswerkzeug, welcher unsere Küsten, Kolonien und Seeinteressen verteidigen soll, kann man im großen in die heimische und die 
AUSLANDSFLOTTE  gliedern. 
Um das weniger wichtig vorweg zu nehmen, so besteht unsere Auslandsflotte dies einer Anzahl von Kreuzern, welche auf Stationen verteilt sind. Die wichtigste derselben ist die ostasiatische mit dem Stützpunkt Tsingtau, ferner haben wir die australische, die westafrikanische und die ostafrikanische Station. Diese Schiffe haben die Aufgabe, die deutsche Flagge in ihnen Gegenden zu zeigen und damit dem dort wohnenden Deutschen eine Stütze zu geben, bei Unruhen und Aufständen einzugreifen, Seeräuber zu züchtigen, kurz alles zu tun, was in ihren Kräften steht, um dem Deutschtum und den deutschen Handelsbestrebungen eine Stütze zu sein. " 

(Ernst Graf zu Reventlow - " Die deutsche Flotte einst und jetzt - Ein Volksabend 17. Heft " - Gotha, 1908 - 39 S.)

" Seegeltung in der deutschen Geschichte - Ein seekriegsgeschichtliches Handbuch " 

Gerhard Bidlingmaier - Kapitän z. See a. D. - Darmstadt, 1967 - 312 S. - siehe an 92 - 95 S.

" 3. - 5.7.1877 Korv. Kpt. Hassenpflug (S.M.S. ' Augusta ') und Konsul Weber schließen für Deutschland einen Neutralitäts - und Meistbegünstigungsvertrag mit dem Samoaern ab

(amerikan. Umtriebe)

》S.M.S. ' Ariadne ' unter Korv. Kapt. v. Werner nach Apia " (Bidlingmaier 92 S.) - s.u.

" 16.7.1877 Korv. Kapt. v. Werner besetzt den Hafen Saluafata auf der Insel Sawaii und die Bucht Falealili auf der Insel Upolu (westlich Gruppe der Samoa - Inseln)

24.1.1878 Neuer Vertrag mit Samoa: Satuafata / dt. Kohlenstation

November 1878 S.M.S. " Ariadne " schließt mit den Häuptlingen von Jaluit (Marshall - Inseln, Mikronesien) und Mioko (Neu - Pommern, Melanesien) Handelsverträge zur Sicherung der deutschen Wirtschaftsinteressen (Albert Röhr s.u. 59 S.)

》in beiden Häfen: Anlage v. Kohlenstationen (Albert Röhr - " Handbuch der deutschen Marinegeschichte " - Oldenburg; Hamburg, 1963 - 219 S.)

2.10.1879 Kpt. z. S. Deinhard (S.M.S. " Bismarck ") schlichter Streitigkeiten d. Samoaner auf gütlichem Weg

》Unterzeichn. d. Friedens am 15.12. an Bord d. " Bismarck "

26.7.1881 Strafexpedition S.M.S. " Habicht " unter Korv. Kpt. Kuhn gg. Tubtub - Stamm, Nusa, Neu - Mecklenburg

24.12.1882 S.M.S. " Stosch " und " Elisabeth " erzwingen unter Kpt. z. See von Blanc (s.u.) in Amoy (China) die Rechte eines dortigen Deutschen

28.4.1883 S.M.S. " Iltis " (s.u.) unterdrückt in Swatau (China) eine fremdenfeindliche Bewegung u. sühnt auf den Pescadores - Inseln die Beraubung der deutschen Brigg " August "

Jan. 1884 Korv. Kpt. Aschenborn mit " Nautilus " z. Erkundung des Lüderitzsgebietes entsandt

7.8.1884 S.M.S. " Elisabeth " unter Kpt. z. S. Schering und " Leipzig " unter Kpt. z. See Herbig hissen die dt. Flagge in Angra Pequeña

27.5.1885 die " Neuguienea - Compagnie " erhält einen Kaiserlichen Schutzbrief f. die Ausübung a. Landeshoheit in: Kaiser - Wilhelm - Land, Bismarck - Archipel, alle Inseln nordöstlich von Neuguienea zw. d. Äquator und 8 Grad S sowie zw. 141 Grad und 154 Grad O

13.10.1885 S.M.S. " Nautilus " Kptlt. Röttger hißt in Jaluit (sei1878 dt. Kohlenstation) die dt. Flagge, schließt mit Häuptlingen der Marshallinseln Verträge und stellt Inseln unter dt. Schutz

Januar 1886 S.M.S. " Albatroß " Kptlt. Graf von Baudissin muß eine Strafexpedition gg. Neu - Mecklenburg und Neu - Pommern durchführen, um die Ermordung verschiedener Deutscher durch Eingeborene zu SÜHNEN

30.11.1886 S.M.S. " Adler " setzt auf Samoa den König Tamasese an Stelle v. Malietoa ein, d. im August dt. Reichsangehörige BERAUBT

18.12.1888 Aufstand d. Gegenkönigs auf Samoa - Mataafas

》 S.M.S. " Olga " Korv. Kpt. v. Ehrhardt, S.M.S. " Adler " Korv. Kpt.. Fritze, S.M.S. " Eber " Kptlt. Wallis & Landungskorps bei Vailele

14.6.1889 Samoa - Konferenz in Berlin - USA, Deutschland, England übernehmen gemeinsam Schutzherrschaft üb. Samoa des für unabhängig & neutral erklärt wird 》 Malietoa Laupepa wird als König eingesetzt

9. / 10.7.1891 S.M.S. " Habicht " Korv. Kpt. v. Dresky unternimmt Strafexpedition gg. aufständische Häuptlinge im Kamerungebiet

18.10.1891 S.M.S. " Habicht " & " Hyäne " Kptlt. Plachte unterdrücken Aufstand im Kamerungebiet

Ende 1891 / Anf. 1892 S.M.S. " Sperber " Korv. Kpt. Fischer & S.M.S. " Bussard " Korv. Kpt. Gertz unternehmen Strafexpeditionen in Südsee

Ende Dez. 1893 S.M.S. " Hyäne " unterdrückt Aufstand in Kamerun

11. & 13.8.1884 " Bussard " u. " Falke " unterdrücken mit engl. Kreuzer " Curacao " Aufstand d. Atua - Leute auf Samoa gg. ihre rechtmäßige Regierung

7.9.1894 bei Aufstand auf d. Station Kilwa (Deutsch - Ostafrika) stellen S.M.S. " Seeadler " & S.M.S. " Möwe " die Ordnung wieder her

5. - 11.11.1899 Im Verlauf neuer Wirren in Samoa regelt eine Kommission der 3 Mächte die Verhältnisse endgültig

》statt gemeins. Verwaltung erhält Deutschland: Upolu & Sawaii
》2.12.1899 Vertrag unterz.


Die Marine und die Kononial - Erwerbungen (Eberhard von Mantey - " Unsere Kriegsmarine - vom Großen Kurfürsten bis zur Gegenwart " - Berlin, 1934 - 138 S.)

1872 S. M. S. " Nymphe " unter Korvettenkapitän von Blanc

1875 S. M. S. " Gazelle " unter Korvettenkapitän von Schleinitz

1876 S. M. S. " Hertha " unter Kapitän z. See Knorr (1.11.1876 - S.M.S. " Hertha " schließt unter Kapitän z. See Knorr mit dem König Georg I. von Tonga " … einen Freundschafts - und Meistbegünstigungsvertrags, welcher Deutschland außerdem noch einen Hafen nebst Terrain zur Anlage einer Kohlenstation auf der Insel Vavau gewährte. " - A. Tesdorpf - " Geschichte der kaiserlich Deutschen Kriegsmarine in Denkwürdigkeiten von allgemeinen Interesse " - Kiel; Leipzig, 1889 - 305 S.) - 1877 genehmigt Reichstag Vertrag - Samoa

1877 S. M. S. " Augusta " unter Korvettenkapitän Hassenpflug

1878 S. M. S. " Ariadne " unter Korvettenkapitän v. Werner

Schon Anfang 1876 waren Schiffe unter Kapitän z. S. Graf Monts vor Hongkong um chines. Regier. zur Bekämpfung des Piratenwesen aufzufordern " Hertha ", " Vineta ", " Ariadne ", " Luise " - Kanonenboote " Nautilus ", " Cyklop " (Walter Hubatsch - " Die Ära Tirpitz. Studien zur deutschen Marinepolitik 1890 - 1918 - Berlin; Frankfurt, 1955 - 31 S.)

" Um dieselbe Zeit (1878) besuchte die ' Ariadne ' die Südseeinseln und schloß zahlreiche Freundschaftsverträge mit dortigen Häuptlingen, dem deutschen Handel den Weg ebnend. " (Graf Reventlow - " Die deutsche Flotte. Ihre Entwicklung und Organisation. " - Zweibrücken i. Pfalz, 1901 - 16 S.)

" 1880 bestrafte der Korvettenkapitän Valois, Kommandant der Korvette ' Viktoria ', in nachdrücklicher Weise einen Negerstamm an der westafrikanischen Küste, welcher den gestrandeten deutschen Dampfer ' Carlos 'beraubt hatte, indem er das Dorf Nana Kru an der Küste v. Liberia zerstörte. " (Graf Reventlow - 21 S.)

" So erklärte schon 1883 der Kommandant der deutschen Korvette ' Carola ' dem Befehlshaber der britischen Fregatte ' Boadicea ' höflich aber bestimmt, daß er sich in Angra Pequena in deutschen Gewässern befinde, wo England keinerlei Machtbefugnisse habe. " (Walter Hubatsch 27/28 S.)

1883 in den ostasiatischen Gewässern: Geschwader unter Oberbefehl v. Kommodore, Kapitän z. See von Blanc: " Stosch ", " Elisabeth ", " Leipzig ", " Iltis ", " Wolf " (Graf Reventlow 21 S.)

" In der Südsee wurden auf Antrag der Neuguinea - Kompanie am 3. November 1884 durch S.M.S. ' Elisabeth ' und ' Hyäne ' die Inseln des Bismarck - Archipels besetzt und vereinnahmt. " (Reinhold Gadow 48/49 S.)

》Motivation für Beruf des Seeoffiziers: " Der Beruf war schön trotz allem, die Strapazen nahm man hin, und man stand in Brennpunkten des großen politischen Lebens, umgeben von Schwierigkeiten, aber gedeckt durch die Macht des Reiches und seine unbeirrbar SICHERE FÜHRUNG. "

Geburtsurkunde d. dt. Kolonialreiches 24.4.1884 (Eberhard von Mantey - " Unsere Kriegsmarine … " 140 S.)

Telegramm Bismarcks an dt. Generalkonsul / Kapstadt:

" Nach Mitteilung des Herrn Lüderitz zweifeln die englischen Kolonialbehörden, ob seine Erwerbungen nördlich vom Orangefluß auf deutschen Schutz Anspruch haben. Sie wollen öffentlich erklären, daß er und seine Niederlassungen unter dem Schutz des Deutschen Reiches stehen. "

Anfang 1884 - Korvette " Sophie " gg. einige Häuptlinge in Klein - Popo in Westafrika (Reinhold Gadow - Konteradmiral a. D. - " Geschichte der deutschen Marine " - Frankfurt / Main, 1934 - 47 S.) " Die schwarzweißrote Flagge war auf dem Meere heimisch geworden und lehrte Achtung, wo es nötig war. In der Regel ging ihr bereits der Ruf Deutschlands und Bismarcks weit voraus, und die deutschen Landsleute in der Fremde, die sich so lange unter dem zweifelhaften Schutz territorialer und hanseatischer Hoheitszeichen hatten herumdrücken müssen, fühlten mit unbeschreiblicher Erhebung ihr neues Ansehen und sahen mit Freude auf die deutschen Kriegsschiffe, die ihnen zugleich Macht und Heimat verkörperten. " (Reinhold Gadow 44 S.)

" Als in Anecho der in Beziehungen zu englischen Kaufleuten stehende Häuptling G. A. Lawson Oberhäuptling wurde, witterten die deutschen Kaufleute Gefahr und veranlaßten, daß der Kapitän des deutschen Kriegsschiffes ' Sophie ' im Februar 1884 durch ein Landungskorps, das mit blankem Bajonett vorging, alle örtlichen Häuptlinge zu Verhandlungen an Bord der ' Sophie ' zwang. Zwei Afrikaner wurden auf der ' Sophie ' als Geiseln nach Deutschland verschleppt. " - Togo 1884 - 1900 v. Peter Sebald ( " Drang nach Afrika - Die deutsche koloniale Expansionspolitik und Herrschaft in Afrika von den Anfängen bis zum Verlust der Kolonien " - Herausgegeben von Helmuth Stoecker - Berlin, 1991 - 76 S.)

Jan. 1884 S. M. S. " Sophie " unter Korvettenkapitän Stubenrauch

》Schutz dt. Handelsinteressen an Westküste / Küste v. Klein - Popo

(Eberhard von Mantey - " Unsere Kriegsmarine … " - 140 S.) 》Landungskorps unter Kapitänleutnant v. Trützschler z. Schutz d. Hamburger Faktoreien 3 Negerhäuptlinge auf " Sophie " nach Deutschland (im April 1884 durch S. M. S. " Möwe " nach Afrika zurück)

" Dann erfolgte Schlag auf Schlag: die Schutzbestätigung für Kaufmann Lüderitz in Südwestafrika (24.4.), die Besetzung von Togo durch S.M.S. ' Möwe ' mit Dr. Nachtigal an Bord (4. - 6.7.), die Flaggenhissung am Kamerunfluß (12.7.), in Angra Pequena durch S.M.S. ' Elisabeth ' und ' Leipzig ' (7.8.) und die Festlegung der Nordgrenze von Deutsch - Südwest durch S.M.S. ' Wolf ' ! " (Reinhold Gadow 47 S.)

5.7.1884 Flagge hissen in Togo

" Während sich in Togo keine Schwierigkeiten gezeigt hatten, trat in Kamerun bald englische Konkurrenz zutage, unter denen Einfluß es zu einem Aufstandsversuch der Eingeborenen in Victoria kam, welcher aber bald durch die deutsche Kriegsschiffe ' Olga ' und ' Bismarck ' unterdrückt wurde. " (Heinrich Schnee - Dr., Gouverneur a. D. - " Die deutschen Kolonien vor, in und nach dem Weltkrieg " - Leipzig, 1939 - 12 S.)

S.M.S. " Möwe " - Kanonenboot unter Korvettenkapitän Hoffmann nimmt Kaiserl. Kommissar Dr. Nachtigal in Lissabon an Bord (Eberhard von Mantey 141 S.)

》4.7.1884 Eintreffen vor Bageida bei Lome / Togo - Verhandlungen mit Häuptlingen
》5.7.1884: Salut v. 21 Schuß in Bageida & hissen d. dt. Flagge
》 Togo: 82000 Quadratkilometern, 52 km Küstenlänge, 2,5 Mio Einwohner

" Am 12. Juli lief S. M. S. ' Möwe' in den Kamerunfluß ein, ankerte bei Belltown und berief die Könige Bell und Aqua zu einem Palaver. "

》 14.7.1884: in Belltown durch Dr. Nachtigal dt. Flagge gehisst, ansässige Deutsche dabei und Häuptlinge, Matrosenabteilung sichert ab
》 Kamerun: ca. 500000 Quadratkilometern, 320 Küstenlänge, 3,5 Mio Einwohner

1884 Geschwader unter Kontreadmiral Knorr (Eberhard von Mantey 143 / 144 / 146 S.)

Nach Kamerun: Korvette (gedeckt) " Bismarck ", Korvette (gedeckt) " Gneisenau ", Glattdeckskorvette " Olga ", Glattdeckskorvette " Ariadne " - " deutschfeindliche Neger im Aufstand "

" Am 19. Dezember wurde der Flaggleutnant, Leutnant zur See Holtzendorff, zu Besprechungen, an Land geschickt, während gleichzeitig auf ' Bismarck ' die Vertreter der deutschen Firmen sich versammelten. "

" Am 20. Dezember, früh 6 Uhr, ging die Landungs - Division unter Befehl des Kommandanten S.M.S. ' Bismarck ' Kapitän zur See Karcher, den Kamerunfluß hinauf, um die Neger zu züchtigen und die Dörfer mit Waffen Gewalt zu nehmen. " 》dt. Verluste: 1 Toter, 8 Verwundete

" Im ganzen waren von beiden Schiffen (' Bismarck ' und ' Olga ' ) zusammen 17 Offiziere und 332 Mann gelandet. Der erste Zug der Landungsdivision ' Bismarck ' wurde von dem Leutnant zur See Scheer geführt. "

Geburtsurkunde einer dt. ostafrikan. Besitzung - 16. September 1884 (Willy Scheel - " Bilder aus Deutsch - Ostafrika " - Berlin, 1909 - 25 S.)

" Auch über das zu erwerbende Kolonialgebiet war man sich noch gar nicht einig, und erst am 16. September 1884 stellte Peters auf Anregung des Graf Pfeil den Antrag in seiner Kolonisationsgesellschaft, statt anderer bereits diskutierter Projekte an der Ostküste von Afrika, gegenüber der Insel Sansibar, in Usagara oder an einer anderen Stelle eine Kolonie zu gründen. "

》1. Expedition Peters stellt die " Negerreiche " (Willy Schell 26 S.): Useguha, Nguru, Usagara, Ukami … unter d. Schutz d. Ges. f. dt. Kolonien


1884 " … wurde schließlich noch das bedeutendste Südseeschutzgebiet erworben, Neuguienea … Im Verfolg dieser früheren Pläne wurde 1884 der bekannte Südseeforscher Finsch nach Neuguinea und dem Archipel von Neubritannien gesandt und erwarb dort durch Verträge mit Eingeborenen Landgebiete. Deutsche Kriegsschiffe hißten die REICHSFLAGGE ." (Heinrich Schnee 15 S.)

Mai 1884 Neu - Guinea - Kompagnie (Eberhard von Mantey - " Unsere Kriegsmarine … " - 142 S.)

" Der Kommandant S.M.S. ' Elisabeth ' , Kapitän zur See Scheering, hatte nach Erledigung der Flaggenheißung in Angrapequena in Kapstadt den Befehl erhalten, beschleunigt nach Sidney zu gehen und war dort nach 35 tätiger Überfahrt ingetroffen. Mitte Oktober ging ' Elisabeth ' nach Matupi, vereinigte sich dort am 3. November mit dem Kanonenboot ' Hyäne ', die Landungskorps bei der Schiffe wurden ausgeschifft und das Gebiet durch Flaggenheißung und Hurra auf den Kaiser unter deutschen Schutz genommen. "

NEU: Bismarckgruppe genannt  !!! - Neu - Pommern, Neu - Mecklenburg, Neu - Lauenburg ( 47000 Quadratkilometern, 180000 Einwohnern ) 》27.11.1884 Flagge hissen in Finsch - Hafen, d.h. Neu - Guinea selbst !!!

Erhebung v. SCHWARZEN am Kamerunfluß " Die entscheidenden Kämpfe flußaufwärts wurden im Dezember 1885 von den Landungskorps S.M.S. ' Bismarck ' und ' Olga ' geführt, die Dörfer im Sturm genommen, angemessene Strafen verhängt und der Friede auf lange Zeit gesichert. " 》auf Dauer: Stationierung d. Kanonenbootes " Habicht " in Kamerun

" … kam es 1885 anlässlich des Streites um Sansibar …" - ein deutscher Kreuzergeschwader von 4 Korvetten unter Kommodore Paschen herbeiführte … " … und bei einer weiteren, gemeinsam mit den Engländern gegen den Sklavenhandel gerichteten Unternehmung eines deutschen Kreuzergeschwaders von 6 Schiffen unter Kontreadmiral Deinhard. " (Walter Hubatsch 28 S.)

" An der afrikanischen Ostküste hatte inzwischen Dr. Karl Peters im Auftrage der Gesellschaft für Deutsche Kolonisation gegenüber Sansibar wichtige Hoheitsrechte in weiten Landstrichen abgeschlossen. Der Sultan von Sansibar erhob dagegen Einspruch und mußte im August 1885 durch ein starkes Geschwader, bestehend aus ' Prinz Adalbert ', ' Stosch ', ' Elisabeth ', ' Gneisenau ', später noch ' Bismarck ' und ' Möve ' ( ' Möwe ' ), von der Machtlage überzeugt werden. " (Reinhold Gadow 47 S.)

Sultan von Sansibar, Said Bargasch gg. Dt. Geschwader unter Admiral Knorr (Willy Scheel 35 S.) - s.o. - Kreuzerfregatte " Prinz Adalbert ", Kreuzerfregatte " Stosch ", Kreuzerfregatte " Elisabeth ", Korvette " Bismarck "

" In Ostafrika wurde der deutsche Protektoratsanspruch (25.2.1885) durch Schutzbrief für die von Peters erworbenen Gebiete bestätigt, ein Landungsmarsch S.M.S. ' Gneisenau ' führte im Hinterland des Küstengebietes in, Sultanat Nitu, das später für Helgoland wieder abgetreten werden mußte, und 1886 war von neuem durch Entsendung der Kreuzergeschwaders, bestehend aus ' Bismarck ', ' Olga ', ' Sophie ' und ' Carola ' unter Admiral von Knorr, für Ruhe und Frieden an der Küste zu sorgen und der Sultan Said Bargasch von Sansibar endgültig zu bescheiden. " (Reinhold Gadow 48/49 S.)


》Vermittlung Bismarck bei Kaiser Wilhelm I. - " Schutzbrief " für 4 " Negerreiche " 27.2.1885 (Willy Scheel 32 / 34): " … Zu Urkund dessen wir diesen Schutzbrief Höchsteigenhändig vollzogen und mit Unserem Kaiserlichen Insiegel versehen lassen. Gegeben Berlin, den 27. Februar 1885

(gez.) Wilhelm (ggez.) v. Bismarck. "

" Besitzergreifung fand 1885 fernerhin statt auf den Marschallinseln und Jaluit durch Kanonenboot ' Nautilus '. Im Bismarckachipel wurden 1886 mehrfache Strafexpeditionen durch S.M.S. ' Albatros ' notwendig. " (Reinhold Gadow 48 S.)

Karolinen - " … trug Bismarck keine Bedenken, die deutsche Flagge durch das Kriegsschiff ' Iltis ' auf den Palau - und Karolinen - Inseln hissen zu lassen. "

》Karolinenurteil 21.10.1885: ledigl. Recht zur Errichtung einer Kohlenbunkerstation sowie volle Handels - und Niederlassungsfreiheit (Alfred von Tirpitz - " Der Aufbau der deutschen

Weltmacht " - Stuttgart; Berlin, 1924 - 40 S.

" Auf Bitten deutscher Kaufleute beabsichtigte Deutschland, die Karolinen unter sein Protektorat zu nehmen. " (Eberhard von Mantey 146 S.)

》Anf. August: Mitteilung an span. Regierung 》 2 span. Schiffe zur Hauptinsel Yap 》treffen am 22.8.
》 25.8. Kanonenboot " Iltis " unter Kapitänleutnant Hofmeier erscheint 18.30 Uhr im Hafen

" Sofort nach dem Ankern wurde eine Landungsabteilung ausgeschifft, und um 7.00 Uhr (19.00 Uhr also) abends heißt der deutsche Kommandant auf der Herrnscheimschen Faktorei mit dem üblichen Zeremoniell die Flagge und erklärte das deutsche Protektorat über alle Inseln zwischen dem Äquator und 11 Grad Nordbreite sowie zwischen 133 Grad und 146 Grad Ostlänge. "

" Die entstehenden Streitigkeiten in der Karolinenfrage ließ Bismarck durch den Papst schlichten; infolge des Schiedsspruches des Papstes im Dezember 1885 verzichtete Deutschland auf diese Inselgruppe. " (Eberhard von Mantey 146 / 147 S.) - Oktober 1885 " Nautilus " unter Korvettenkapitän Rötger heißt auf den Inseln der Marshall und Jaluit dt. Flagge

" Im Jahre 1886 unternahm der Kreuzer ' Albatroß ' Kommandant Kapitänleutnant Graf von Baudissin, eine Strafexpedition nach Neu - Mecklenburg und nach Neu - Pommern. Es wurde mehrfach gelandet, verschiedene Dörfer zerstört, wobei ' Albatroß ' insgesamt 8 Verwundete hatte. " (Eberhard von Mantey 147 S.)

1888 Aufstand d. Araber " Bismarck beauftragte den berühmten Afrikadurchquerer Wissmann mit der Niederwerfung des Aufstands. Wissmannn warb in Ägypten eine Sudanesentruppe und warf 1889 mit dieser und Hilfe von Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine den Aufstand nieder. " (Heinrich Schnee 15 S.)

1888 - 1890 Admiral Deinhard - große Blockade von Deutsch - Ostafrika (Eberhard von Mantey, Vizeadmiral a. D., Dr. h. c. - " So war die alte Kriegsmarine " - Berlin, 1935 - 29 S.)

Flaggschiff: Kreuzerfregatte " Leipzig ", weiterhin - " Carola ", " Sophie ", " Möwe ", " Schwalbe ", " Pfeil " 》Landkämpfe während d. Blockade 1888 (Eberhard von Mantey 57 S.)

" Die alte Marine hat bei ihrer Verwendung im Auslande ganz Außerordentliches nicht nur in Seefahrt, sondern auch an Land geleistet. Wohl in jedem Jahre, auch von dem Erwerb Kolonien, sind Landungskorps zum Schutze der Deutschen oder zum Durchsetzen von politischen Forderungen ausgeschifft worden, sie haben oft harte Strapazen erduldet und sich in Kämpfen gegen eine zahlenmäßige Überlegenheit tapfer gehalten. "

& " 1888 gelang es der ' Leipzig ' - Besatzung den Stationsort in Ostafrika, Baga mojo, gegen die aufständischen Araber zu halten. Die Lage wurde ernst, als sich der energische und einflußreiche Häuptling Buschiri (?) an die Spitze stellte. "

& Anf. 1889 Kapitänleutnant Lanfermann erstürmt mit Landungskorps d. Kreuzerkorvette " Sophie " die Ortschaft Daresalam (Eberhard von Mantey 58 S.) … - heute in " Daressalam / Tansania "

Landungsabteilungen d. " Leipzig ", " Carola ", " Schwalbe " erstürmen Ende März 1889 d. Küstenort Kondutschi

Juni 1889 Landung d. Schiffe " Leipzig ", " Schwalbe ", " Pfeil ", " Möwe " bei Sadani gg. Häuptling Bana Heri

Mai 1890 Landungskorps v. " Carola ", " Schwalbe " kämpft bei Kilwa, Lindi und Mikindani


" Auch in der Südsee gewann Deutschland großen und wertvollen Besitz. Die Fregatte ' Elisabeth ' und das Kanonenboot ' Hyäne ' hießen die deutsche Flagge in Neu - Guinea … "

" Diese Kolonien entwickeln sich stetig und versprechen schöne Früchte zu zeitigen. "

" Die drei Schiffe ' Olga ', ' Adler ' und ' Eber ' schlugen denselben unter verhältnismäßig schweren Verlusten in blutigen Kämpfen nieder und schickten den aufständischen König Malietoa in die Verbannung. "

》14.3.1889 Taifun - vernichtet im Hafen von Apia " Adler " & " Eber " auf den Riffen

(Graf Reventlow 24, 28 S.)

1890 Helgoland an Deutschland & Schutzherrschaft von Sansibar / Wituland an England (Graf Reventlow 29 S.)

1891 Landungsabteilungen v. " Habicht ", " Hyäne " greifen in Kämpfe in Kamerun ein (Eberhard von Mantey 58 S.) " Zu einer gemeinsamen militärischen Handlung kam es 1894, als ' Bussard ', ' Falke ' und der britische Kreuzer ' Curacao ' das in den Händen Aufständischer befindliche Küstengebiet beschlossen. " (Samoa - Abkommen 1900) (Walter Hubatsch 41 S.)

1895 Kanonenboot " Iltis " beschießt auf Formosa ein Fort mit aufständischen chinesischen Soldaten (Walter Hubatsch 31 S.)

Oktober 1895 - " … angesichts der Notwendigkeit in Ostasien eine starke Flotte zu unterhalten … , das Erfordernis eines deutschen Kohlenstation in China als Stützpunkt für die Flotte unabweisbar geworden ist. " (Walter Hubatsch 32 S.) - Kontreadmiral Tirpitz sucht jetzt entsprechend Punkt aus 》 Kiautschou (bester Punkt) (Walter Hubatsch 33 S.)

23.6.1896 " Iltis " durch Taifun zw. Schifu und Kiautschou vernichtet (Graf Reventlow 31 S.) " Als Kriegshafen, Stützpunkt und Kohlenstation für die Flotte ist Kiautschou dagegen bereits jetzt von unschätzbarem Werte. " (Graf Reventlow 39 S.)

" Die bald darauf erfolgte Ausreise des Prinzen Heinrich v. Preußen mit einer zweiten Kreuzerdivision nach den ostasiatischen Gewässern gab auch nach außen hin dem Gewicht, welches das deutsche Reich auf die neue Erwerbung legt, einen verstärkten Ausdruck und ist noch in frischen Gedächtnis. " (Graf Reventlow S. 39/40)

14.11.1897 überrasch. Erscheinen in Kiautschou (Chinesen bringen 2 dt. Missionare um

》 äuß. A N L A S S z. Eingreifen): Chef der Kreuzergeschwaders in Ostasien - Admiral v. Diederichs erhielt Befehl - Ermord. v. 2 Missionaren (P. Nies, P. Henke - Georg Franzius -

" Kiautschou - Deutschlands Erwerbung in Ostasien " - Berlin, 1898 - 129 S.)

" Gehen Sie augenblicklich mit dem ganzen Geschwader nach Kiautschou, besetzen Sie geeignete Punkte und Ortschaften dortselbst und erzwingen Sie von dort aus ein Ihnen geeignet erscheinender Weise vollkommene Sühne. Größte Energie geboten. Zielpunkt Ihrer Fahrt geheim haben. "

》1200 Mann Schutztruppe
》weiterer Geschwader unter Admiral Prinz Heinrich von Preußen
》Panzerschiff " Deutschland ", Kreuzer " Kaiserin Augusta ", Kreuzer " Gefion "
》 2000 Chinesen müssen 700 Mann d. Landungskorps
》 6.3.1898 Pachtvertrag für 99 Jahre  !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

(Walter Hubatsch 34 S.)

… zum Schutz deutscher Interessen … Anf. Mai 1898 (Kreuzer " Irene ", " Cormoran ") - " … den Chef des deutschen ostasiatischen Kreuzergeschwaders, Admiral von Diederichs, nach den philippinischen Gewässern zu beordern. " (Walter Hubatsch 36 S.)

1898 dt. Intervention schien bevorzustehen - erscheinen zusätzlich:

12.6.1898 Kreuzer " Kaiserin Augusta " 19.6.1898 Flaggschiff " Kaiser " 20.6.1898 Kreuzer " Prinzeß Wilhelm " (Walter Hubatsch 37 S.)

1899 Entscheidung über Samoa Samoa - Vertrag wird stipuliert (Teilung zwischen USA und Deutschland) 14.11. bzw. 2.12.1899 (Tirpitz - " Der Aufbau der deutschen Weltmacht " - 41 S.)

gg. chines. Boxeraufstand 》Mai 1900 Vizeadmiral Bendemann (Chef d. Kreuzergeschwaders in Ostasien): Kreuzer - " Hertha ", " Hansa ", " Kaiserin ", " Irene ", " Gefion " & Kanonenboot " Iltis " - in Tsingtau zusammen 17.6.1900 Kanonenboot " Iltis " beschießt zusammen mit engl., russ., franz. & japan. Kanonenbooten erfolgreich die chines. Taku - Forts im Peiho - Fluß

》 Kommandant Korvettenkapitän Lans (3832 Schuß abgegeben)

" … bis ihm durch eine Granate ein Bein zerschmettert wurden … " (Graf Reventlow) - Lans: erhält als erster Seeoffizier d. " pour le mérite ": " … auf einen derselben wehte die deutsche Flagge. " (verbündete Mächte erstürmen Forts)

》21 Gegentreffer, 2 Offiziere & 16 Mann Verluste

(Walter Hubatsch 42 - 44 S.)

Landungskorps unter Führung v. Kapitän z. See Pohl

》bei Erstürmung d. Forts: 118 Tote und Verwundete

" Auf die Nachrichten über die Verschärfung der Lage in China wurden in Deutschland der Panzerkreuzer ' Fürst Bismarck ' … und die Kanonenboote ' Luchs ' und ' Tiger ' ausgerüstet und zur Verstärkung des Kreuzergeschwaders nach Ostasien entsandt, danach ein Marinekorps in Stärke von 2526 Mann mit 6 Geschützen unter den Befehl des Generalmajors von Hoepfner. "

22.5.1900 Ermordung d. dt. Gesandten in Peking

》3.7.1900 Befehl Wilhelm II.: Entsendung der Linienschiffe

" Kurfürst Friedrich Wilhelm ", " Brandenburg ", " Weißenburg ", " Wörth "

》Kreuzer: " Hela ", " Bussard "
》Kreuzer aus Ostafrika, Westamerika & Samoa: " Schwalbe ", " Geier ", " Seeadler "

(Walter Hubatsch 44 S.)

》3 verstärkte Infanteriebrigaden unter Befehl v. Generalleutnant von Lessel: 19544 Mann & 60 Geschütze / 18 Transportdampfer - " Ostasiatisches Expeditionskorps "

" Es war das erste große Unternehmen mit Land - und SEESTREITKRÄFTEN, das von Deutschland das nach Übersee durchgeführt wurde. " (4 Linienschiffen, 4 großen Kreuzern, 7 kleinen Kreuzern) !!!!!!!!!!!!!

22.6.1900 Admiral Seymour gibt bei dem Rückzug auf Tientsin den Befehl:

                                       " The Germans to the front  !!! "

Verfügung v. Admiral Bendemann 17.10.1900: " An keiner Stelle Chinas scheint zur Zeit der Friede UNBEDINGT sicher. S. M. Schiffe haben sich daher überall auf KRIEGERISCHE TÄTIGKEIT vorzubereiten und gefaßt zu halten. " (Walter Hubatsch 45 S.)

" Deutsch Afrika " v. Martin Greif; Musik: Richard Kügele - Chorgesang - 1907 " (Ottomar Beta - Herrmann v. Wißmann - Ein Volksabend 11. Heft - Gotha, 1907 - 7 S.)

" Deutsch - Afrika, ob auch von dir
Uns trennt der Ozean, 
Wie Heimatsküste mutet schier 
Dein fremder Strand uns an.
Die Palme grüßt herüber dort, 
Wo mancher Held uns ruht.
Ja, uns gehörst du fort und fort, 
Erkämpft durch deutsches Blut. 

Des Sohns gedenkt das VATERLAND, 
Schläft er auch fern allein. 
Sein stilles Grab im heißen Sand 
Wird nie vergessen sein. 
Der Siedler kränzt mit dunklem Grün.
Den Hügel Jahr um Jahr, 
Da reich ihm seine Felder blühen
In Frieden immerdar. 

Sie hielten, was sie kühn gelobt
Im starken Herzen treu,
Ihr Wagemut, gar oft erprobt, 
Begeistert uns aufs neu.
Solang ein Segel wird gesehen
Der hohen Brandung nah,
Das stolz läßt unsere Farben wehn, 
Bleibt uns Deutsch - Afrika ! "

Dr. Willy Schell - " Deutschlands Kolonien … " s. u. , Berlin, 1912 - 129 / 130 S. - Pazifik

Mikronesien Karolinen
Marianen
Pelau - Inseln
Marschall - Inseln
soweit sie dt. Besitz sind
Melanesien nordöstlich Teil Neu - Guineas
Inseln d. Bismarck - Archipels (Neu - Pommern, Neu - Mecklenburg, Neu - Hannover)
DEUTSCH
Gruppe d. Admiralitätsinseln, Teil d. Salomonsinseln, Teil v. Bougainville & Buka
Großteil ENGL. BESITZ
Polynesien Upolu, Savaii ( 2 Hauptinseln d. Samoa - Gruppe )
DEUTSCH

" Die Auslandsflotte - lt. Flottengesetz (aber unerfüllt  !!!) 1914 " (Graf Ernst zu Reventlow - " Deutschland zur See - Ein Buch von der deutschen Kriegsflotte " - Leipzig, 1914 - 190 / 191)

》Zeigen d. dt..Flagge beim Kolonialerwerb: " … wie mächtig das Ansehen der Deutschen im Auslande unter Eingeborenen und unter den dortigen Angehörigen anderer Nationen gehoben wird, wenn ein deutsches Kriegsschiff ankommt und verweilt. " & " Es ist mit seiner wehenden Kriegsflagge ein lebendiger Vertreter der MACHT und KRAFT des DEUTSCHEN REICHES, stets bereit zum SCHUTZES DEUTSCHEN LEBENS und deutschen Gutes … "
》außerheimische Stationen
Stationen Kriegsschiffe
westafrikanische 2 Kanonenboote, 1 Vermessungsschiff
ostafrikanische (Rotes Meer, Pers. Golf) 2 alte ungeschützte Kreuzer
ost - und westamerikanische 1 kleiner Kreuzer
australische & Südseeinseln 2 ungeschützte Kreuzer, 1 Vermessungsschiff
ostasiatische 2 Panzerkreuzer, 3 moderne kleine Kreuzer, 4 Kanonenboote, 3 Flußkanonenboote, 2 Torpedoboote

Fazit: " Aus dem Vorstehenden ist zu entnehmen, in wie ausgedehnter Weise unsere Kriegsschiffe bei der Erwerbung unserer Kolonien beteiligt gewesen, daß Deutschland unserer Flotte allein zu DANKEN hat, wenn es seit wenigen Jahren auch zu einer KOLONIALMACHT geworden ist, denen neuer Besitz mit seinem Hinterlande den fünf - bis sechsfachen Flächenraum des eigenen Vaterlandes bedeckt. " (Werner, R. - Vizeadmiral a.D. - " Das Buch von der deutschen Flotte " - Bielefeld; Leipzig, 1902 - 616 S.)

KAISER WILHELM II.: " … daß Reichsgewalt SEEGEWALT sei. " (Graf Reventlow 44 S.) " … daß das stolze Schiff bald seinem Beruf übergeben werden könne. " ( Graf Reventlow 48 S. - Stapellauf des Linienschiffes " Kaiser Karl der Große ") & " Wir bedürfen seiner dringend, und bitter not ist uns eine STARKE DEUTSCHE FLOTTE … " (Graf Reventlow 48/49 S.) & " Aber auch hier weiß man es am höchsten zu schätzen, wie NOTWENDIG ein kräftiger Schutz und die unentbehrliche STÄRKUNG unserer SEESTREITKRÄFTE für unsere auswärtigen Interessen sind. " (Graf Reventlow 49 S.)

" Wir dürfen hierbei unter keinen Umständen zu kurz kommen oder uns überraschen lassen. Wir bedürfen gleichfalls einer festen Punktes in China, wo unser Handelsumsatz jährlich 400 Millionen beträgt. " - 17.11.1894 - an Hohenlohe (Walter Hubatsch - 32 S.) 》Kiautschou !!!

" Das deutsche Reich ist ein Weltreich geworden. Überall in fernen Teilen der Erde wohnen Tausende unseren Landsleute. Deutsches Wissen, deutsche Güter und deutsche Betriebsamkeit gehen über den Ozean. Nach Tausenden von Millionen beziffern sich die Werte, die Deutschland auf der See fahren hat. " - 1896 z. 25. Jahrestag d. Erricht. d. Dt. Reiches (Graf Ernst zu Reventlow - " Deutschland zur See … " - Leipzig, 1914 - 293 S.)

" Während der deutsche Handel an dem Güteraustausch der Welt in steigendem Maße teilnimmt, reicht die Zahl unserer Kriegsschiffe nicht hin, unseren im Auslande tätigen Landsleuten das der Stellung Deutschlands entsprechende Maß von Schutz und hiermit den Rückhalt zu bieten, den nur die Entfaltung von Macht zu gewähren vermag. " … bei d. Eröffnung d. Reichstages, 30.11.1897 (Willy Scheel - Dr. - " Deutschlands Kolonien in achtzig farben photographischen Abbildungen " - Berlin, 1912 - 2 S.)

" Wenngleich es nicht unsere Aufgabe sein kann, den Seemächten ersten Ranges gleichzukommen, so muss Deutschland sich doch in den Stand gesetzt sehen, auch durch seine Rüstung zur See sein Ansehen unter den Völkern der Erde zu behaupten. Hierzu ist eine Verstärkung der heimischen Schlachtflotte und eine Vermehrung der für den AUSLANDSDIENST im Frieden BESTIMMTEN SCHIFFE ERFORDERLICH. " (Jürg Meyer - " Die Propaganda der deutschen Flottenbewegung 1897 - 1900 - Dissertation der Philosophischhistorische Fakultät der Universität Bern zur Erlangung der Doktorwürde " - Bern, 1967 - 13 S.)

" Und wie mein Großvater für sein Landheer, so werde auch ich für Meine Marine unbeirrt in gleicher Weise das Werk der Reorganisation fort - und durchführen, damit auch sie gleichberechtigt an der Seite Meiner Streitkräfte zu Lande stehen möge und auch sie das Deutsche Reich auch im Auslande in der Lage sei, den noch nicht erreichten Platz zu erringen. " - 1.1.1900 " Der Kaiser und seine Marine " - Ansprache vor Offizieren d. Berliner Garnison (Herwig s.u. 24 S.) (Holger H. Herwig - " Das Elitekorps des Kaisers - Die Marineoffiziere im Wilhelminischen Deutschland " - Hamburg, 1977 - 279 S.)

Proklamation Kapitän z. See Schering - 7.8.1884

Morgens 8.00 Uhr - an Herrn Vogelsang !: 21 Kanonenschüsse / Salut & Flagge heißen …
Proklamation Dt. SW Afrika 

Quelle: A. Tesdorpf - " Geschichte der kaiserlich Deutschen Kriegsmarine in Denkwürdigkeiten von allgemeinen Interesse " - Kiel; Leipzig, 1889 - 379 S.

" Se. Majestät der deutsche Kaiser Wilhelm I., König von Preußen, haben mir befohlen, mit Allerhöchstderen gedeckter Corvette ' Elisabeth ' nach Angra Pequena zu gehen, um das dem Herrn A. Lüderitz gehörige Territorium an der Westküste Afrikas unter den direkten Schutz Sr. Majestät zu stellen. Das Territorium des Herrn A. Lüderitz wird nach den amtlichen Mittheilungen als sich erstreckend von dem Nordufer des Oranje - Flusses bis zum 26 Grad S. Br., 20 geographische Meilen landeinwärts angenommen, einschließlich der nach dem Völkerrecht dazu gehörigen Inseln. Indem ich diesen Allerhöchsten Auftrag hiermit zur Ausführung bringe, hisse ich hier als äußeres Zeichen die kaiserlich deutsche Flagge, stelle somit das oben erwähnte Territorium unter den Schutz und die Oberherrlichkeit Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm I. und fordere die Anwesenden auf, mit mir einzustimmen in ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät:

Seine Majestät der Kaiser Wilhelm I. lobe hoch ! "

(A. Tesdorpf 311 S.)

" 7.8.1884 S.M.S. ' Elisabeth ' unter Kpt. z. S. Schering und ' Leipzig ' unter Kpt. z. S. Herbig hissen die dt. Flagge in Angra Pequeña. " 93 S. s.u.

(Quelle: Gerhard Bidlingmaier - Kapitän z. See a. D. - " Seegeltung in der deutschen Geschichte - Ein seekriegsgeschichtliches Handbuch " - Darmstadt, 1967 - 312 S.)

" Die ökonomische und territoriale Expansion der entwickelten kapitalistischen Länder, ihr Kampf um Rohstoffe - und Absatzmärkte, werde künftig die internationalen Beziehungen prägen und ernste Konflikte heraufbeschwören, so lautete die Grundthese seiner politischen Begründung der Flottenforderungen. Unumgänglich aber sei es, daß sich infolge der raschen industriellen Entwicklung und des anhaltenden Bevölkerungszuwachses auch das Reich an diesem Kampf beteiligen müsse. Mit Aussicht auf Erfolg aber werde das nur geschehen können, wenn die wirtschaftlichen und kolonialen Expansionsbestrebungen mit militärischen Machtmitteln unterstützt und abgesichert würden, werde doch keine der Rivalen tatenlos zusehen, wie andere versuchten, ihm über den Kopf zu wachsen. " Baldur Kaulisch 56 S.

(Siehe auch: Weltkrieg 1914 - 1918, Krieg auf See) - Baldur Kaulisch - " Alfred von Tirpitz und die imperialistische deutsche Flottenrüstung " (Eine politische Biographie) - Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1988 - 248 S.)

Foto - Quelle: Hans H. Hildebrand; Albert Röhr; Hans - Otto Steinmetz - 2 Bd. - Die deutschen Kriegsschiffe - Biographien - ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart

Seeoffizierkorps 1896

1896 war das Seeoffizierkorps auf folgende Größe angewachsen:

Admirale 2
Vizeadmirale 4
Kontreadmirale 10
Kapitäne zur See 40
Korvettenkapitäne 76
Kapitänleutnants 154
Leutnants zur See 234
Unterleutnants zur See 165
in Summa 685 aktive Seeoffiziere.

Seeoffizierkorps - Seeoffiziersprüfung

Marineschule - 10 Monate Kurs f. Seeoffiziersprüfung 》 August d. folg. Jahres / Prüfung

" Nach dem Bestehen dieser, nachdem sie durch eine abgehaltene Wahl von dem Seeoffizierkorps zur Aufnahme für würdig befunden sind, werden die Seekadetten, die jetzt die Erlaubnis zum Tragen des Marineoffizierssäbels erhalten, noch einige Wochen zu den Seebataillonen kommandiert, wo sie Gelegenheit finden, ihre infanteristischen Kenntnisse zu vermehren, die sie dann nach Beförderung zum Unterleutnant zur See, die wie alle Beförderungen der Offiziere, durch S. M. den Kaiser erfolgt, bei der Ausbildung der Rekruten zur Verwendung bringen können. "

Dienstzeiten

Unterleutnant 4 Jahre
Leutnant 7 - 13 Jahre
Kapitänleutnant 13 - 23 Jahre
Korvettenkapitän 23 - 27 Jahre
Kapitän 27 - 30 Jahre

Dienst bis z. nächsten Beförderung

Leutnant (Keilhack) 6 Jahre
Kapitänleutnant 10 Jahre
Korvettenkapitän 4 Jahre

Hrsg. Pflugk - Hartung, J.

" Die Heere und Flotten der Gegenwart " Bd. 1 - Deutschland. - Berlin, 1896. - 596 S.

40 Offiziere im Marine - Infanterie: 1 Oberst, 3 Majors, 9 Hauptleute, 8 Kompagniechefs, 1 Vorstand d. Bekleidungsamtes / Kiel, 9 Premierleutnants, 18 Sekondeleutnants

Die Bedingungen für eine Laufbahn als Seeoffizier

Die Bedingungen für eine Laufbahn als Seeoffizier waren u.a.:
Er sollte "...sich als körperlich und wissenschaftlich als geeignet nachgewiesen haben..."
Folgende Voraussetzungen waren zu erfüllen:

"1. Der den Eintritt Nachsuchende darf, wenn er nicht die Abiturprüfung bestanden hat,
ein Lebensalter von 18 Jahren nicht überschritten haben. Abiturienten dürfen ein Jahr älter sein.
Der kommandierende Admiral ist jedoch befugt, in besonderen Fällen einzelne Ausnahmen eintreten zu lassen.
2. Der Angemeldete muß vollkommen gesund, frei von allen körperlichen Fehlern sein und gebrechen,
auch frei von Schwindel sein. Er muß scharfe Augen, gutes Gehör, nicht stotternde Sprache besitzen und
darf nicht farbenblind sein.
3. Er muß den erforderlichen wissenschaftlichen Bildungsgrad besitzen.
Dieser ist nachzuweisen entweder durch vorlage eines vollgiltigen Abiturientenzeugnisses eines deutschen Gymnasiums oder
eines deutschen Real-Gymnasiums,
oder eines Zeugnisses über die bestandene Portepeefähnrichsprüfung der Armee, oder durch Beibringung eines
Zeugnisses der Reife für die Prima eines Gymnasiums und durch Ablegen der Kadetteneintrittsprüfung.
Dieses erstreckt sich auf Mathematik, Physik, französische und englische Sprache, und auf die Fertigkeit im Zeichnen."


In den Tropen - C. W. Allers - Vor Zanzibar, S.M.S. " Elisabeth " - 1886

Chef der Admiralität - Generalleutnant von Stosch 1873 - 1883 - AUSGANGSPUNKT  !!! (Flottengründungsplan, die " Denkschrift betreffend die Entwicklung der kaiserlichen Marine " vom 21.4.1873 - Sollbestand: 23 Panzerschiffe)

" … und zwar 8 Fregatten und 6 Korvetten als Ausfallflotte für den Hochseekampf, 7 Monitoren und 2 schwimmenden Batterien für die Küstenverteidigung ferner 20 größere und kleinere ungepanzerte Korvetten für den  A u s l a n d s d i e n s t, dazu Torpedo - und  Kanonenboote. "

Krügerdepesche und Flottenfrage - Aktenmäßiges zur Vorgeschichte des deutschen Schlachtflottenbaus von Hans Hallmann - Stuttgart, 1927 - 98 S.

1885 wurde ein weiterer kaiserlicher Schutzbrief, für ein 2500 Quadratkilometer großes Gebiet in Ostafrika, erteilt. Da die neue Erwerbung keinen Zugang zur Küste besaß, wurde beschlossen, das Problem mit der Demonstration militärischer Gewalt zu lösen. Ein aus 4 Kreuzerfregatten bestehendes Geschwader erschien vor Sansibar. Es waren die Kreuzerfregatten " Prinz 
Adalbert ", " Stosch ", " Elisabeth " und " Gneisenau ". Später kamen noch der Kreuzer 
" Möwe " und die Kreuzerfregatte " Bismarck " hinzu. Der Sultan von Sansibar mußte die 
" Deutsche Schutzherrschaft " anerkennen - der Zugang zur Küste war hergestellt (Thomas Keilhack).
" Zwei Gedankengänge bildeten sich damals heraus: die taktische Notwendigkeit einer Schlachtflotte, wenn wir überhaupt auf Seegeltung losstrebten und mit Zweck und Nutzen. Schiffe bauen wollten; und die politische Notwendigkeit, für die unaufhaltsam und reißend anwachsenden. Seeinteressen eine sie schützende Flotte zu schaffen. Die Flotte erschien mir niemals als Selbstzweck, sondern stets als eine Funktion der Seeinteressen. 

Ohne Seemacht blieb die deutsche Weltgeltung wie ein Weichtier ohne Schale. "
" Die Marine hat ja auch für die anderen  K o l o n i e n  Arbeit und Blut gegeben. "

Alfred von Tirpitz - Erinnerungen - Leipzig, 1919 - 526 S.

" Eine deutsche Kriegsmarine habe auf offenem Meer dem deutschen Seehandel Schutz zu gewähren und der deutschen Flagge  Achtung   zu verschaffen. " 

(erster preuß. - dt. Admiral Prinz Adalbert)

Walther Hubatsch - Kaiserliche Marine - Aufgaben und Leistungen - München, 1985 (?) - 20 S.

" … in dem beide Mächte dem Sultan von Sansibar seinen Inselbesitz und einen 10 Meilen tiefen, ununterbrochenen Küstenstreifen vom portugiesischen Kap Delgado bis hinauf nach Kippi nördlich des Tanaflusses garantierten. " 

29.10.1886 dt. - engl. Ostafrika - Abkommen & 1.7.1890 Helgoland - Sansibar - Vertrag

Alfred von Tirpitz - Der Aufbau der deutschen Weltmacht - Stuttgart; Berlin, 1924 - 460 S.

Es soll auch deutlich werden, daß die Existenz einer deutschen Flotte untrennbar mit der Beseitigung der territorialen Zersplitterung Deutschlands, in Folge des deutsch - französischen Krieges, mit dem Aufschwung der Produktivkräfte und mit dem Widerspruch der imperialistischen Großmächte, im Kampf um Weltherrschaftsansprüche, Kolonien und Absatzmärkte, zusammenhing. Nicht unerwähnt soll im Vorwort bleiben, daß es auch heute noch Kräfte gibt, die an deutschen Nationalismus und an einen starken deutschen Nationalstaat 
(heute 2019 !!!!!!!), an großdeutsche Träumereien, appellieren. Die Geschichte legt uns Deutschen eine besondere Verantwortung auf. Deutsches Einheitsstreben darf nie wieder in Rüstungs  - und Größenwahn enden. Auch die Flagge, unter der die kaiserliche - deutsche Seekriegsflotte sich mit anschickte, die Welt neu aufzuteilen, weht heute wieder zum Beispiel in unseren Fußballstadien … (Thomas Keilhack, Leipzig, 3.1.1990 》 2019 !!!!!) ……………………..

Schwarz - Weiß - Rot (Siehe auch: Wikipedia)

" Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?
Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran!
Daß für die Freiheit meine Väter starben,
Das deuten, merkt es, meine Farben an.“

– Preussenlied: Bernhard Thiersch, 1830

Norddeutscher Bund

Unter Führung des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck wurde, nach der Auflösung des Deutschen Bundes 1866, aus 22 norddeutschen Staaten der Norddeutsche Bund gebildet. Nach dem Beitritt der Südstaaten wurde das Land 1871 in „Deutsches Reich“ umbenannt. Die Frage der Hoheitszeichen stellte sich zuerst bei den Schiffen, die das Königreich Preußen und die Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck in den Bund einbrachten. Damit sie international identifizierbar waren, benötigten sie farbige Flaggen.

Flaggen der kaiserlichen Marine, zurückgehend auf die Marineflaggen des Norddeutschen Bundes
Adolf Soetbeer, Sekretär der Handelskammer Hamburg, machte in einem Artikel, der am 22. September 1866 im Bremer Handelsblatt erschien, als erster den Vorschlag, die preußischen Farben Schwarz-Weiß mit den Hansefarben Weiß-Rot zu verbinden. Erste schriftliche Belege für Flaggenpläne Bismarcks kann man wenig später in den „Grundzügen“ zu einer Verfassung des Norddeutschen Bundes finden, in die er am 9. Dezember 1866 den Passus aufnahm:
„Kauffahrteischiffe sämtlicher Bundesstaaten führen dieselbe Flagge: Schwarz-Weiß-Rot.“

Diese Lösung befürwortete auch Marineoberbefehlshaber Prinz Adalbert von Preußen am 25. Dezember 1866 bei einem Vortrag vor König und Kronprinz. Die Verfassung des Bundesstaates trat am 1. Juli 1867 in Kraft und bestimmte in Artikel 55:

„Die Flagge der Kriegs- und Handelsmarine ist schwarz-weiß-rot.“ - Demonstranten 2019 !!!!!!!!!!!
" Bei dem abgebildeten Angehörigen der Kaiserlichen Marine handelt es sich, wie Allers (Künstler) zusätzlich angab, um den Oberbootsmannsmaat Heinrich Westphal. Ihn ließ der Maler sagen:

' Nu lat jüm man kam'n  ! '

Dieser in niederdeutscher Mundart ausgesprochene Satz deutet auf die Anspannung hin, der damals die Besatzungen mehrerer deutscher Kriegsschiffe unterworfen waren. Hierin schlug sich das Warten auf die drohende militärische Auseinandersetzung um Sansibar nieder. 
Endgültig seit Eintritt in die 80 er Jahre des 19. Jahrhunderts wuchs der Kaiserlichen Marine mit der Absicherung errungener Kolonialgebiete, vor allem in Afrika, eine weitere Aufgabe zu. Natürlich mußte schon vorher auch der Überseehandel von Kriegsschiffen geschützt werden. 
Dann hatte im Herbst des Jahres 1884 Carl Peters (1856 - 1918) im Auftrag der 
' Gesellschaft für Deutsche Kolonisation ' an der Ostküste Afrikas ein Territorium von fast einer Million Quadratkilometern von den dortigen einheimischen Herrschern erwerben können. 1885 erhielt Peters für die Gerichtsbarkeit der Gesellschaft und die sonstigen Hoheitsrechte über die einheimische Bevölkerung einen kaiserlichen Schutzbrief.
Auffassungsunterschiede in der Auslegung der Verträge zwischen dem Deutschen Reich, deutschen Handelshäusern und den Sultanen von Sansibar sorgten für politische Spannungen in diesem Gebiet. Machtdemonstrationen deutscher Kriegsschiffe, unter ihnen auch die Kreuzerfregatte ' Elisabeth ', führten zur Überlassung des Hafens Dar - es - salem. 
Einer der beteiligten Angehörigen der Kaiserlichen Marine wurde mit diesem Oberbootsmannsmaat von Allers im Landungsanzug gezeichnet. Als zweckmäßige Kopfbedeckung diente der Tropenhelm M 85. Dieser Helm kam mit der Bestätigung der
' Bestimmungen über die Ausrüstung und den Anzug bei heißem Wetter außerhalb der heimischen Gewässer (Tropen  - und Landungsausrüstung bzw. Tropen - und Landungsanzug) ' durch den Chef der Admiralität am 24. Juli 1885 in die Marine. Es konnten von Unteroffizieren und Mannschaften anstelle des Strohhutes diese Tropenhelme aus indischem Schilf oder Kork mit Baumwollbezug und mit oder ohne Nackenschleier getragen werden (siehe auch Tafel Nr. 45). Endgültig Mitte 1895 fiel der Strohhut fort, und der bisherige Tropenhelm M 85 wurde durch den Tropenhelm M 95 ersetzt.
Weiter gehörten die blaue Bluse, die weißen Arbeitshosen und Stiefel zur Uniform. Diese enganliegenden Stiefel sind schwer zu bestimmen, denn die Mannschaften zogen eigentlich etwas kürzere Seestiefel mit oben geradem, nicht abgenähtem Schaft an. Auf dem linken Oberärmel der Bluse befand sich der gelbgewebte, unklare Anker mit der stilisierten Kaiserkrone darüber als Rangabzeichen der Obermaate. Unterhalb war in Rot ein spitzer Winkel und darin eine flammende Granate als Kennzeichen für Geschützführer befestigt. Dieses Abzeichen galt ab Ende der 90 er Jahre für Schnelladekanoniere; Geschützführer hatten dann zwei rote Winkel und die Granate. 
Der Oberbootsmannsmaat ist mit dem Gewehr M 1871 / 84 und dem Hirschfänger M 1871 bewaffnet (hier eindeutig dargestellt). Am Koppel hängen zwei Patronentaschen für je 20 Patronen. Diese gab es seit 1874. Um bei Landungsmanövern denkbar stockendem Munitionsnachschub zu begegnen, führten die Unteroffiziere der Marine diese zwei statt wie ihre 
' Kollegen ' in der Armee nur eine Patronentasche. Oftmals steckten erstere auch noch Patronen in den Brotbeutel aus grauer Leinwand - hier über die linke Schulter hängend. Hinzu kam jene Feldflasche, die die Armee schon seit dem 16. März 1867 etatmäßig führte. Sie bestand aus mit schwarzem Leder überzogenem Glas. Erst 1893 traten Feldflaschen aus Aluminium in Gebrauch. "

Alltag in der Kaiserlichen Marine um 1890 - Die Bildmappe " Unsere Marine " von C. W. Allers - Brandenburgisches Verlagshaus - Berlin, 1993 - 60 - 61 S.

Rein Schiff - " Unsere Marine " - Der Künstler: C. W. Allers

Thomas Keilhack 2019 / 2020

Noch mehr als auf Handelsschiffen lebten damals die Besatzungen der Kriegsschiffe auf engem Raum zusammen. Daher mußte aus hygienischen Gründen ein besonderes Augenmerk auf äußerste Sauberkeit gelegt werden. Täglich fand also ein Saubermachen auf dem Oberdeck, auf dem Batteriedeck und auf dem Zwischendeck statt  - die Bezeichnung dafür war " Reinschiff ". Einen Schwerpunkt bildeten die Kombüse und die Toiletten. Eigentliche Waschräume gab es auf den Segelschiffen nicht. Die Mannschaften nahmen Wasser in Schüsseln und wuschen sich bei jedem Wind und Wetter an Oberdeck. 
Der Maler Allers führte durch seine Zeichnung Matrosen der " Niobe " beim Reinigen ihres Schiffes mit dem stets gebotenen Eifer vor. Nur an Sonn - und Feiertagen geringfügig eingeschränkt, begann " Reinschiff " immer nach dem Verstauen der Hängematten und dem Frühstück. Auch diese Tätigkeit war in einer sogenannten Rolle festgelegt, die jedem Mann den Teil des Schiffes oder den Gegenstand zuweist, den er zu reinigen hatte. Nach Möglichkeit wurden die Bereiche den einzelnen Fachrichtungen zugeteilt. So reinigten die Steuermanns - und die Signalgasten die Kommandobrücke, Flaggleinen und ihre Klampen, putzten die Messingteile des Schiffes und die vielen Kupfer - und Messingteile am Steuerrad, an den Laternen, am Brückengeländer und am Kompaß. Das Kochpersonal wandte sich der Kombüse mit den unzähligen Töpfen und Kesseln zu. Die Bestecke und das Tischgeschirr übernahmen die Backschafter.
Das Bild zeigt anschaulich, wie das Oberdeck gesäubert wurde. Die Matrosen nahmen zuerst die Leinenschnecken auf und legten sie auf die Skylights und Spills ab. Sie holten das Wasser mit Schlagpützen von außenbords hoch und schütteten es über das Deck aus. Dieses war zuvor mit Soda bestreut worden. Der Matrose rechts trägt einen Eimer damit. Nun traten die verschiedensten Besenarten in Aktion. Hartnäckiger Schmutz wurde mit Scheuersand, weichen Ziegelsteinen, die im Mannschaftsjargon " Gebetbücher " hießen, Bimssteinen und weißen Sand entfernt. Erst nach dem " Reinschiff " wurden alle Leinenschnecken wieder abgelegt und die herabhängenden Taue zu Schnecken " aufgeschossen ". Ein Problem besonderer Art stellte auf den Segelschiffen die Reinigung des " Raumes " unter dem Zwischendeck dar. Hier befanden sich Munitions - und Vorratskammern, die Wasserlast, die Ketten mit den Ankerketten und die Hellegatts mit dem Schiffsinventar. Dieser Bereich zog dauernd Wasser von außenbords. Außerdem sammelte sich hier das die Bordwände herablaufende Schwitzwasser. Dieses wurde zwar durch Pumpen entfernt, doch war eine zusätzliche Reinigung erforderlich. Immer aber überlagerte der Geruch des fauligen Wassers, das an unzugänglichen Stellen stehen blieb, den von Teer, Spiritus, Petroleum, Konservierungsmittel und Tauwerk.
Zum " Reinschiff " an Oberdeck erschienen die Matrosen in Arbeitshose und Arbeitsbluse. Sie blieben meistens barfuß. Deutlich sichtbar wird, warum die Hosen der Matrosen unten weiter als in Höhe der Knie (unten war sie etwa 58 bis 60 cm breit und um die Knie jeweils 2 cm enger geschnitten) gearbeitet sind: um vor allem bei dieser wasserintensiven Reinigungsarbeit ein Umschlagen der Hosenbeine zu erleichtern. Daß der im Vordergrund den Besen schwingende Matrose seine Mütze vorschriftsmäßig aufgesetzt hat, läßt sich natürlich wirklich nicht sagen, aber bekleidungsmäßig waren bei " Reinschiff " einige Freiheiten schon gestattet. 
Auf Flaggschiffen wurde das " Reinschiff " häufig von Musik der Geschwaderkapelle begleitet. In deren Takt bewegten die Matrosen Schrubber und Besen. Bei dem in der Marine üblichen großen Wasserverbrauch und den durch Übermut entstehenden Wasserspritzern waren Musiker und die empfindlichen Instrumente gefährdet. Von sich aus suchten die Musiker dann schon mal die Rettungsboote auf, um dem Wasser zu entgehen. 

Alltag in der Kaiserlichen Marine um 1890 - Die Bildmappe " Unsere Marine " von C. W. Allers - Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin, 1993

P.S.: Wir wollen umbauen …

Inhalt

  1. Geschichtlicher Rückblick
  2. Gemälden, Zeichnungen, Künstler (Bsp. C. W. Allers)
  3. Entwicklung und Organisation
  4. Deutschlands Flotte - Kriegsschiffe

Thomas Keilhack

" Unsere Marine " - Die Toten von Samoa


O klagt nicht, da so sanft wir ruhn 
Im Schoß des Ozeans, 
Hinabgerissen vom Taifun, 
Den Wirbeln des Orkans. 

Und hielten wir auch nicht die Wacht 
Am Rhein mit blanker Wehre, 
War's auch kein Kampf in offner Schlacht 
Für deutschen Herdes Ehre,

Sind wir auch nicht, das Schwert zur Hand, 
Feind gegen Feind gefallen:
Wir starben doch fürs VATERLAND 
Am Riffe der Korallen. 

Gern hätten wir die Brust gekühlt,
Vertrau' nu dem Schlachtenglücke, 
Eh uns die Flut hinab gespült 
In mitternächt'ger Tücke. 

Ruft  KAISER  WILHELM  einst sein Heer
Zum ewigen Appelle, 
Ziehn wir im feuchten Kleid einher, 
Benetzt vom Schaum der Welle. 

Wir schließen uns dem Reigen an 
Der bleichen Heldenscharen, 
Vorüberschreitend Mann für Mann
In triefend nassen Haaren. 

Mit Streitern von dem Strand des Rheins, 
Von Metz, von Gravelotte, 
Herwallen schimmernden Gebeins 
Die Toten von der Flotte. 

Nun schlummern wir in stiller Rast
Im tiefen Ozeane.
Auf Meeresgrund noch wogt vom Mast 
Des Deutschen Reiches Fahne  !

Victor Laverrenz - " Deutschland zur See - Bilder aus dem deutschen Kriegsschriftleben " - Berlin, 1906 - 300 S.

" Das Jahr 1899 ist für unseren Kolonialbesitz ein außerordentlich bedeutungsvoller geworden, denn außer dem Erwerb der beiden großen Samoa - Inseln …
brachte es uns auch noch den Besitz der Karolinen - Gruppe, die wir im Juni 1899 von den Spaniern übernahmen. Die Erwerbung der Karolinen, der Palaosinseln und der größten Theils der Marianen bedeutet für das deutsche Reich eine sehr wünschenswerte Abrundung seines Schutzgebietes in der Südsee, das bis der hin aus dem Kaiser - Wilhelmsland auf Neu - Guinea, dem Bismarck - Archipel und den Marschall - Inseln bestand. "

(Victor Laverrenz - 305 S.)

Proklamation d. dt. Schutzgebietes 14.11.1897 - Kiautschou

" Um 2.30 Uhr wurde mit drei Hurrahs auf seine Majestät den Kaiser im Ostfort die deutsche Flagge geheißt. "

(Georg Franzius - " Kiautschou - Deutschlands Erwerbung in Ostasien " - Berlin, 1898 - 142 S.)

Proklamation d. Geschwaderchefs

" Ich der Chef des Kreuzergeschwaders, Kontreadmiral von Diederichs, mache hiermit bekannt, daß ich auf Allerhöchsten Befehl Seiner Majestät des deutschen Kaisers die Kiautschou - Bucht und die vorliegenden Inseln in den nachbezeichneten Grenzen besetzt habe. 
Dies geschieht, um Bürgschaft zu haben, für die Erfüllung der Sühneforderungen, welche an die chinesische Regierung wegen der Ermordung deutscher Missionare in Schantung gestellt werden müssen. Ich fordere hiermit alle Bewohner, ohne Unterschied des Standes, Geschlechts und Lebensalters auf, ruhig wie bisher ihren Geschäften nachzugehen und sich nicht durch böswillige Gespräche, die von Unruhestiftern ausgesprengt werden, aufregen zu lassen. Deutschland ist immer ein guter Freund Chinas gewesen, wie es ja auch durch die Intervention im chinesisch - japanischen Kriege zum Schutze Chinas bewiesen hat. Die Besetzung ist durchaus nicht als eine feindliche, gegen China gerichtete Handlung anzusehen; es wird dadurch im Gegenteil die Erhaltung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China erleichtert werden. Die deutschen Behörden werden die friedlichen Bürger in ihrem Handel und Wandel schützen und Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten, aber Uebelthäter strenge nach dem geltenden chinesischen Gesetz bestrafen; Sollten Ruchlose etwas gegen die anwesenden Deutschen Unternehmen, so verfallen sie den strengen deutschen Kriegsgesetzen. 
Ich ermahne daher nochmals Alle, die es betrifft, sich in die deutsche Schutzherrschaft zu fügen und sich nicht durch Widersetzlichkeit (?), die doch nutzlos sein würde, Unannehmlichkeiten zuzuziehen. Die chinesischen Behörden und Beamten in den von deutschen Truppen besetzten Orten sollen ungestört in Thätigkeit bleiben und gewissenhaft und ordentlich ihre Amtspflichten erfüllen. 
Jeder lese und gehorche. "

(Georg Franzius s.o. 132 / 133 S.)

Kaiser Wilhelm II.: " Vielleicht Notwendigkeit, dann gegen Amerika und Japan zu rüsten, oder erweiterten Rüstungen Englands Rechnung zu tragen. Entwicklung Kiautschous bis dahin. Erweiterung des Kolonialbesitzes. " (Kaulisch 103 S. s.u.) (Baldur Kaulisch - " Alfred von Tirpitz und die imperialistische deutsche Flottenrüstung " - Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1988 - 248 S.)

Damalige deutsche Weltgeltung durch die kaiserliche Marine

"18 Kriegsschiffe bewegten sich im Laufe des Jahres 1897 verteilt auf die verschiedensten Gewässer des Erdballes und
die Küsten transatlantischer Länder auf den Ozeanen. So waren stationiert in Ostasien:
die Kanonenboote 'Iltis' und 'Wolf'.
In der Südsee: die Kreuzer 'Albatross' und 'Adler'.
Auf der ostamerikanischen Station: die Schulschiffe 'Ariadne' und 'Nixe'.
Auf der ostafrikanischen Station: die Kreuzer 'Möwe' und 'Nautilus'.
In Westafrika waren es: der Kreuzer 'Habicht' und das Kanonenboot 'Cyclop'.
Im Mittelmeer agierte der Aviso 'Loreley'."

Quelle: Tesdorpf, A. "Geschichte der Kaiserlich Deutschen Kriegsmarine in Denkwürdigkeit von allgemeinen Interesse"
Alfred von Tirpitz schrieb in seinen Erinnerungen 1919:

"Ohne Seemacht blieb die deutsche Weltgeltung wie ein Weichtier ohne Schale." (Quelle: Alfred von Tirpitz: "Erinnerungen", Leipzig 1919)

Der Bau der Flotte war somit nicht das Ergebnis des Willenentschlusses einzelner,
sondern er entsprang aus der Notwendigkeit des Schutzes überseeischer Interessen,
deren Antrieb alle Großmächte entsprechend folgen mussten.
Vor allem England war der potenzielle Gegner.
Ständig anwesende Kriegsschiffe sollten die deutschen Seeinteressen schützen.
Bei der Finanzierung des Marineaufbaus war der deutsche Kaiser auf die Reichskasse angewiesen,
wobei er vom so genannten Budgetrecht des Reichstages abhängig war.
Heute bewilligt der Bundestag so die Mittel für den Einsatz unserer Bundeswehr in Afghanistan,
den kaum jemand im deutschen Volk mehr verstehen kann,
denkt man an die unlängst umgekommenen jungen Soldaten im Alter zwischen 21 und 23 Jahren. Gott sei ihren Seelen gnädig.
Damals gab es im Deutschen Reichstag endlose Debatten über die Bewilligung der finanziellen Mittel für den Auf- und Ausbau der Marine.
Kaiser Wilhelm I. besetzte die Führung der Marine nicht mit dem ältesten Seeoffizier Admiral Jachmann,
sondern der 54-jährige Albrecht von Stosch wurde ab dem 1.1.1872 Chef der Marine.
Er war kein Seeoffizier, sondern als Generalleutnant Intendant des Feldheeres von 1870
(Quelle:Volker Plagemann: "Übersee-Seefahrt und Seemacht im Deutschen Kaiserreich", München 1988).
Aus dem Marineministerium, in dem ein halbes Jahr zuvor das Oberkommando der Marine aufgegangen war, wurde die Admiralität.
Sie wurde dem Reichskanzler unterstellt.
In Stoschs Amtszeit, der am 22.9.1875 den Titel Admiral erhielt,
fiel eine Modifizierung des Flottengründungsplanes.
Ausgangspunkt war eine Denkschrift über die Entwicklung der kaiserlichen Marine vom 21.4.1873.
Zum Sollbestand sollten 23 Panzerschiffe gehören. Stosch umriss die Zielstellung für die Flotte so,
dass sie

"...nach dem jetzt ins Auge zu fassenden Plane nicht die Aufgabe habe,
gegen die die großen europäischen Staaten offensiv zu verfahren,
sondern sie soll nur dahin unsere Macht tragen, wo wir kleinere Interessen zu vertreten haben und wo wir die eigentliche Macht unseres Staates,
die Landmacht, nicht anders hinbringen können."

(Quelle: Hans Hallmann "Krügerdepesche und Flottenfrage" Stuttgart, 1927)
Hinzu kommt, dass Stosch den Schutz ansprach,

"... wo unsere deutschen Interessen unmotiviert verletzt worden sind."

Außerdem begründete er den hinreichenden Schutz der vaterländischen Küsten.
Seine Persönlichkeit prägte nachhaltig die Kaiserliche Marine, sodass man von einer Stosch-Ära sprechen kann.
So hat er der Besetzung der Auslandsstationen mit Kreuzern großen Wert beigelegt,
und die Kommandanten konnten bei ihrer sehr schwierigen Auslandstätigkeit der nachhaltigen Unterstützung Stoschs sicher sein.
(Quelle Gerhard Bidlingmaier "Seegeltung in der deutschen Geschichte" Darmstadt 1967)
Er war es, der Planmäßigkeit in die Arbeit der Marine brachte. Als ehemaliger Generalleutnant des Heeres führte er den militärischen Drill an Bord der Kriegsschiffe ein.
Am 5. März 1872 schuf er die Marineakademie in Kiel. Konsequent verfolgte Stosch das Marinebauprogramm. Bei Durchführung dessen,
bestand er darauf, dass die Kriegsschiffe auf Inlandswerften gebaut wurden. Die Folge war ein erneuter Auftrieb der deutschen Industrie.
Zu Anfang wurden die einzigen Kriegsschiffe, und das nur als zeitgemäße hölzerne Kriegsschiffe, auf der Danziger Marinewerft gebaut.
Auf ihren Helgen entstanden die Schiffsrümpfe der Dampfkorvetten 'Arkona`, 'Gazelle`, 'Vineta`, 'Nymphe`, 'Hertha`, 'Medusa`, 'Elisabeth`,
sowie der Dampfkanonenboote erster Klasse; und von 1871-1874 der Glattdeckskorvetten 'Ariadne`, 'Luise` und 'Freya`
(Quelle: Bruno Meyer: "Wie ein Ozeandampfer entsteht", Leipzig, 1917).
Bei Panzerschiffen war man erst auf das Ausland angewiesen.
Beispielsweise wurden die ersten preußischen Turmschiffe 'Arminius`und 'Prinz Adalbert` von Samuda in London bzw. Armana in Bordeaux geliefert.

Vizeadmiral von Ingenohl-Führer der deutschen Hochseeflotte 1914

Vizeadmiral von Ingenohl

Kaiser Wilhelm II. 1888-1918 und seine Marine

„Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser!"

Wilhelm II. in Marineuniform

Kaiser Wilhelm II. war nicht nur oberster Kriegsherr zu Lande, ihm unterstand auch die Marine.
Sie lag ihm besonders am Herzen und er präsentierte sich gern in Marineuniform.
Das Seeoffizierskorps gehörte zur Elite des Reiches. Auch die Hundertmarscheine zierte ein Marinemotiv,
und zwar die Germania mit Schild und im Hintergrund die neue Flotte.















Bitter not tut uns eine starke deutsche Flotte

Auch diese Worte stammen von Wilhelm II., der 1888 den Thron bestieg. Unter ihm wurde der Ausbau der Marine extrem forciert. Zu Kriegsbginn 1914 sah so das internationale Kräfteverhältnis bei den Linienschiffen und Panzerkreuzern, gemessen in 1000 Tonnen, aus:

Schiffe nicht älter als 20 Jahre Linienschiffe Panzerkreuzer
England 950 575
Vereinigte Staaten 520 200
Deutschland 465 161
Frankreich 280 205
Japan 240 140
Österreich-Ungarn 140 15
Italien 120 77
Russland 110 65
„Der Kaiser in Admiralsuniform-ein jubelnder Ruf damals in den Marinestädten, ein
unwillkürlicher, spontaner, der laut wurde, als man zum ersten Male in den Schaufenstern jene
Bilder sah. Wohl war es nur ein äußeres Zeichen, aber jeder Marineangehörige empfand es doch
im innersten Herzen, daß beim Regierungsantritt mit dem Anlegen der Admiralsuniform unser
Kaiser auch bedeuten wollte: ich lebe und fühle ganz für meine deutsche Flotte! Es war schon 
lange kein Geheimnis mehr, sicherlich nicht an der Wasserkante, daß der junge Kaiser, der nun in
schwerer, bitterer Zeit den Thron seiner Väter bestieg, ein lebhaftes Interesse für das Leben zur See,
für alles, was Marine hieß, empfand.“

Quelle: Konteradmiral z.D. Schlieper in „Illustrierter deutscher Flottenkalender für 1914“, Minden in Westfalen, 1914

Flaggenlied

Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot
An unsres Schiffes Mast.
Dem Feinde weh, der sie bedroht,
Der diese Farben haßt!
Sie flattert an dem Heimatstrand
Im Winde hin und her,
Und fern vom teuren Vaterland
Auf sturmbewegtem Meer.
Ihr woll`n wir treu ergeben sein,
Getreu bis in den Tod,
Ihr woll`n wir unser Leben weih`n,
Der Flagge schwarz-weiß-rot. Hurra!


Quelle: Sven Hedin - „Ein Volk in Waffen“, Leipzig, 1915


Der Text soll keineswegs rechtes und nationalistisches Gedankengut assoziieren. Auch er zeigt den damals üblichen Zeitgeist.

Der so genannte blaue Lappen

Das neue Kaiserreich bekam nach dem deutsch-französischen Krieg von Frankreich eine Kriegskostenentschädigung in Höhe von 5 Milliarden Franc in Gold ausgezahlt. Man hatte nun im Reich die Goldmark. Ein Hundertmarkschein, der blaue Lappen, war demnach zu damaliger Zeit ein kleines Vermögen. Auf der Rückseite des Lappens wurde die neue Weltgeltung mit einer starken Flotte zur Schau gestellt.
Man sieht die Germania, die wehrhaft ist, sie trägt Schild mit Reichsadler und ein Schwert. Im Hintergrund dampft unsere Marine auf dem Meer und ist bereit, deutsche Interessen durchzusetzen. Viele dieser Lappen haben all die Wirrnisse des letzten Jahrhunderts überstanden und wurden als Erinnerung an die gute alte Zeit von den Leuten aufgehoben.
Historischer Kontext dazu ist auch die Tatsache, dass wir den verlorenen Weltkrieg, gemäß Versailler Vertrag von 1919, zu bezahlen hatten und dass die Inflation das Geld verfallen ließ. Die Flotte, die auf dem Lappen zu sehen ist, versenkte sich aus Protest und der Ehre wegen 1919 in Scapa Flow selbst.

Das Wettrüsten zur See zwischen dem kaiserlichen Deutschland und Großbritannien - Thomas Keilhack

Nach Tsushima (27.5.1905) war man in der Royal Navy der Auffassung, daß künftige Seeschlachten nur Schiffe mit schwerer Artillerie auf große Gefechtsentfernungen entscheiden könnten. Diese Überlegungen führten schließlich im Oktober 1905 zu Stapellauf des " Dreadnought ", die meiner Meinung nach eine qualitativ neue Etappe in der Seerüstung der imperialistischen Flottenmächte einleitete. Der " Dreadnought " wurde nun zum Sammelbegriff für die neuen Großkampfschiffe, die eine Wasserverdrängung von über 20000 tons besaßen. Auch die Schiffsartillerie wurde entscheidend verstärkt. Fast gleichzeitig ging man in Großbritannien mit der Entwicklung des Panzerkreuzers zum Schlachtkreuzer einen weiteren Schritt. 1907 war es dann, als mit der Demonstration " Invincible " der neue Schiffstyp erstmalig auftrat. Das neue Großkampfschiff vereinigte in sich eine höhere Geschwindigkeit, die allerdings auf Kosten einer schwächeren Panzerung erkauft worden war. Die deutsche Flottenführung sah sich nun natürlich veranlaßt, mit den Briten Schritt zu halten. Als Antwort auf den " Dreadnought " gab man das erste Großlinienschiff, die " Nassau ", in Auftrag. Auch die Produktion von Schlachtkreuzern lief in Deutschland mit der Stapellauf der " von der Tann " an. Das verstärkte Rüsten zur See in Deutschland macht deutlich, wie sehr sich Kaiser, Tirpitz und Industriebarone darum bemühten, mit der Seestreitmacht der Briten gleichzuziehen. Kiel sollte gegen Kiel gesetzt werden. Es sollte mit die Grundlage für eine gewaltsame NEUAUFTEILUNG DER WELT sein.

Neue Tendenzen in der Seerüstung

Die ungleichmäßige Entwicklung der kapitalistischen Staaten bis zur Jahrtausendwende die Gegensätze zwischen ihnen gleichzeitig verschärft. Die Großmächte, allen voran das kaiserliche Deutschland unter seinem säbelrasselnden Wilhelm II., strebten nach einer Neuaufteilung der Welt und ihrer Interessenspären. Um der erdrückenden Überlegenheit der Briten zur See Herr werden zu können, schenkte man in Deutschland der Entwicklung neuer Seekriegswaffen ganz besondere Beachtung. Besonders wandte man sich der U - Boot - Waffe zu. 1905 begann man mit dem Bau des ersten hochseefähigen U - Bootes, das am 14. Dezember 1906 als " U 1 " der kaiserlichen Marine ausgeliefert wurde. Bald lief auch die Serienproduktion von Petroleummotoren für die U - Boote an und ab 1912 erfolgte dann de facto der Einbau von moderneren Dieselmotoren. Zu Kriegsbeginn konnte so die Marine über 28 im Dienst und 17 im Bau befindliche U - Boote verfügen (Richard Lakowski - " U - Boote: Zur Geschichte einer Waffengattung der Seestreitkräfte " - Berlin, 1985 - S. 59). Ebenso konzentriert arbeitete man an der Entwicklung der Torpedowaffe. Schon in der zweiten Hälfte der 60 - er Jahre des 19. Jahrhunderts gelang es dem englischen Ingenieur Robert Whitehead, einen Torpedo mit Eigenantrieb zu entwickeln. Natürlich wurden nun spezifische Torpedoboote benötigt, die klein, billig und vor allem schnell sein sollten, um die Torpedowaffe an die großen Panzerschiffe heranzubringen. Sie waren neben den U - Booten auch der Hauptträger dieser neuen Waffenart. Torpedoboote waren nur ein paar hundert tons groß. Sie waren ungepanzert, mit 2 Torpedosätzen zu je 2 Torpedos und einigen Schnellfeuergeschützen bestückt und konnten Geschwindigkeiten um die 36 Knoten erreichen. Auf Grund der Überlegenheit der britischen Royal Navy stand in meinen Augen vor der deutschen Seekriegsleitung die Aufgabe, durch einen rigorosen Einsatz dieser Kleinkampfmittel, sei es durch U - Boote, Minen oder Torpedoboote, die Flotte der Briten zu dezimieren. Folgendes Zitat dazu:

' Die zahlenmäßige Überlegenheit schlug stark gegen uns … Alte Tradition, Überlegenheit der Zahl, Unmöglichkeit einer Überraschung sind die Gründe, daß der deutschen Flotte für den Kriegsfall mit England die Richtlinie angegeben wurde, erst einmal durch Kleinkriegsmittel (Minen, Torpedoboote, U - Boote) einen zahlenmäßigen Ausgleich der Großkampfschiffe herbeizuführen, ehe man die Flotte zum entscheidenden Kampf einsetzte … ' (Kontreadmiral A. D. Lützow - " Marinearchiv: Einzeldarstellungen des Seekrieges 1914 - 1918 / Bd. 1 " - Oldenburg, 1931 - S. 5). "

Das Wettrüsten zur See zwischen Deutschland und Großbritannien - Marinearchiv

DEUTSCHLAND

Stapellauf Schiffsklasse Tonnage in BRT Schweres Kaliber cm
1901 " Braunschweig " 13200 28
1903 " Deutschland " 13200 28
1906 " Nassau " 18900 28
1908 (1909) " Ostfriesland " 22800 30,5
1909 " Kaiser " 24700 30,5
1911 " König " 25800 30,5
1908 " von der Tann " 19400 28
1911 " Derfflinger " 26600 30,5
1913 " Baden " 28500 38

GROßBRITANNIEN

Stapellauf Schiffsklasse Tonnage in BRT Schweres Kaliber cm
1901 " Duncan " 14200 30,5
1903 " Britania " 16600 30,5
1906 " Dreadnought " 22500 30,5
1908 " St. Vincent " 23400 30,5
1909 " Orion " 23000 34,3
1910 " King George V. " 25400 34,4
1911 " Iron Duke " 27000 34,3
1908 " Indefatigable " 20300 30,5
1911 " Tiger " 28500 34,3
1913 " Barham " 28000 38,1

Die angeführten Angaben sind dem deutschen Marinearchiv entkommen.

(Konteradmiral A. D. Lützow - " Marinearchiv: Einzeldarstellungen des Seekrieges 1914 - 1918 / Bd. 1 " - Oldenburg, 1931 - S. 191)

Der 28. Juni 1914 und das Kräfteverhältnis zur See zwischen der kaiserlich - deutschen Seekriegsflotte und der britischen Royal Navy - Thomas Keilhack

Während die kaiserliche Marineleitung danach strebte, den britischen Flottenrüstungen " Kiel gegen Kiel " entgegenzusetzen, wartete man im Deutschen Generalstab schon lange auf einen Vorwand, um nun den schon lange fixierten " Platz an der Sonne " zu erkämpfen. Der Anlaß schien gefunden, als am 28. Juni 1914 der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gattin von einem Mitglied der serbischen Geheimorganisation " Schwarze Hand " erschossen wurden. Wilhelm II. trompetete ungeniert ein

Jetzt oder nie!
        " Jetzt oder nie ! "

hinaus. Zur gleichen Zeit war bereits ersichtlich, daß das " Kiel gegen Kiel " fehlgeschlagen war, denn die Briten besaßen auch weiterhin eine erdrückende Überlegenheit auf See. Die einzige Chance für die deutsche Seekriegsflotte bestand in einer Seeschlacht. Die Briten wiederum brauchten diese Schlacht nicht im geringsten anzustreben, denn wozu sollte man die kostbare Schlachtflotte auf's Spiel setzen, wenn man sich doch bloß auf die weitaus wirksamere Fernblockade der deutschen Küste beschränken konnte ? Das folgende Zitat soll das unterstreichen:

" Unternahm die deutsche Schlachtflotte wirklich einen Vorstoß gegen eine der Blockadelinien, so hatte sie die englische Grand Fleet im Rücken und die Blockadeflotte vor sich. Das Ergebnis … war mit mathematischer Sicherheit vorauszusagen: die Vernichtung der deutschen Schlachtflotte … "

(Heinz Neukirchen - " Seemacht im Spiegel der Geschichte " - Berlin, 1982 - S. 332)

Mit anderen Worten: die Rolle der mit so vielen Kosten entstandenen Seekriegsflotte Deutschlands mußte eine wirklich traurige sein. Das Kräfteverhältnis sah wie folgt aus:

Großbritannien: 60 Linienschiffe, 20 Dreadnoughts, 4 Schlachtkreuzer, 36 ältere Linienschiffe, 55 Kreuzer, 155 Zerstörer, 58 U - Boote

Deutschland: 38 Linienschiffe, 12 Großlinienschiffe, 4 Schlachtkreuzer, 22 ältere Linienschiffe, 19 Kreuzer, 88 Torpedoboote, 28 U - Boote

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http://www.deutsche-schutzgebiete.de

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